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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/051

Je­der ach­te Schwer­be­hin­der­te ist ar­beits­los

Men­schen mit schwe­ren Be­hin­de­run­gen fin­den nach wie vor sel­ten ei­nen Job auf dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt
Integration von Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt, Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

26.02.2018. (dpa/wie) - Ge­mäß § 154 Abs.1 SGB IX sind so­wohl pri­va­te als auch öf­fent­li­che Ar­beit­ge­ber, die über min­des­tens 20 Ar­beits­plät­ze ver­fü­gen ver­pflich­tet, min­des­tens fünf Pro­zent der Ar­beits­plät­ze mit schwer­be­hin­der­ten Men­schen zu be­setz­ten.

Wird die­se Be­schäf­ti­gungs­quo­te nicht er­füllt, wird für je­den un­be­setz­ten Platz ei­ne Aus­gleichs­ab­ga­be zwi­schen 105,00 und 290,00 Eu­ro pro Mo­nat fäl­lig. Trotz die­ser Re­ge­lung lag die Quo­te im bun­des­wei­ten Durch­schnitt im Jahr 2015 nur bei 4,7 Pro­zent. Das er­gibt sich aus Da­ten der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA). In der Pri­vat­wirt­schaft wa­ren es nur 4,1 Pro­zent.

Men­schen mit schwe­ren Be­hin­de­run­gen ha­ben es dem­nach deut­lich schwe­rer auf dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt Fuß zu fas­sen. Von den er­werbs­lo­sen Schwer­be­hin­der­ten, die im ver­gan­ge­nen Jahr nicht mehr als ar­beits­los re­gis­triert wa­ren, ha­be laut ei­nem Be­richt der "Saar­brü­cker Zei­tung" nur je­der sechs­te ei­nen re­gu­lä­ren Ar­beits­platz ge­fun­den. Die An­de­ren nah­men an ar­beits­markt­po­li­ti­schen Maß­nah­men teil oder es wur­de ih­nen Ar­beits­un­fä­hig­keit be­schei­nigt. Der Be­richt be­zieht sich auf Da­ten der BA.

Un­ter den Ar­beits­lo­sen oh­ne ge­sund­heit­li­che Be­ein­träch­ti­gung kehr­te in dem­sel­ben Zeit­raum im­mer­hin je­der Vier­te ins Ar­beits­le­ben zu­rück. An­ge­for­dert wur­den die Da­ten von der Ar­beits­markt­ex­per­tin der Lin­ken, Sa­bi­ne Zim­mer­mann.

Im Jahr 2016 be­trug die Ar­beits­lo­sen­quo­te bei Men­schen mit Schwer­be­hin­de­rung 12,4 Pro­zent. Sie war da­mit fast dop­pelt so hoch wie beim Ge­samt­durch­schnitt (6,4 Pro­zent).

Dem Ber­li­ner Fi­nanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz-Ah­nen (SPD) zu­fol­ge ist das Land Ber­lin in Be­zug auf die In­te­gra­ti­on von Schwer­be­hin­der­ten sehr gut auf­ge­stellt. En­de Ja­nu­ar 2018 leg­te er ei­nen Be­richt vor, wo­nach die Ver­wal­tung in der Haupt­stadt im Jahr 2014 ei­ne ent­spre­chen­de Be­schäf­ti­gungs­quo­te von 8,4 Pro­zent und in 2015 von 8,3 Pro­zent vor­wei­sen konn­te.

"Der Be­richt be­legt, dass das Land Ber­lin als Ar­beit­ge­ber sei­ner Vor­bild­funk­ti­on wei­ter­hin ge­recht wird", be­ton­te Kol­latz-Ah­nen. Man wür­de nicht nur recht­li­che und so­zi­al­po­li­ti­sche Ver­pflich­tun­gen er­fül­len, son­dern auch ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung über­neh­men.


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Letzte Überarbeitung: 27. Februar 2018

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