HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/282

Je­der vier­te Ar­beit­neh­mer lässt sei­ne Pau­se aus­fal­len

Der TÜV Rhein­land rät Ar­beit­neh­mern und Ar­beit­ge­bern zur Ein­hal­tung von Pau­sen­zei­ten, um Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te zu ver­mei­den.
Unzufriedenheit mit dem Job, Überarbeiteter Büro-Mitarbeiter, Führungskraft

08.11.2017. (dpa/wie) - Laut § 4 Ar­beits­zeit­ge­setz (Arb­ZG) dür­fen Ar­beit­neh­mer nicht län­ger als sechs St­un­den hin­ter­ein­an­der oh­ne Ru­he­pau­sen be­schäf­tigt wer­den. Ab sechs St­un­den Ar­beits­zeit be­trägt die ge­setz­li­che Ru­he­zeit min­des­tens 30 Mi­nu­ten, ab neun St­un­den sind es min­des­tens 45 Mi­nu­ten.

Ar­beit­neh­mer soll­ten ih­re Pau­se in zwei Etap­pen auf­tei­len. "Am ef­fek­tivs­ten ist es, vor­mit­tags ei­ne kür­ze­re Pau­se von zehn Mi­nu­ten und nach­mit­tags ei­ne län­ge­re Pau­se zu ma­chen", rät Do­mi­ni­que Bi­al­as­in­ski, Fach­ge­biets­lei­te­rin für be­trieb­li­che Ge­sund­heits­för­de­rung bei TÜV Rhein­land. Denn "setzt die Mü­dig­keit ein, ist es be­reits zu spät und die Kon­zen­tra­ti­on hat nach­ge­las­sen".

Die täg­li­che Pra­xis scheint je­doch ei­ne an­de­re zu sein. Laut ei­ner Stu­die der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin ver­zich­ten et­wa 25 Pro­zent der deut­schen Ar­beit­neh­mer auf ih­re Pau­se. Das lie­ge vor al­lem an zu ho­hem Leis­tungs- und Ter­min­druck und füh­re häu­fig zu Mü­dig­keit und Er­schöp­fung. Des­halb sei­en Ru­he­pau­sen so­wohl für den Ar­beit­neh­mer als auch für den Ar­beit­ge­ber sinn­voll. "Um Feh­lern bei der Ar­beit und ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­men vor­zu­beu­gen, soll­ten die vor­ge­schrie­be­nen Pau­sen­zei­ten un­be­dingt ein­ge­hal­ten wer­den", so Bi­al­as­in­ski.

Die Pau­sen soll­ten fest ter­mi­niert und in den Ar­beits­ab­lauf ein­ge­plant wer­den, er­klärt die TÜV-Ex­per­tin. Es kom­me al­ler­dings auch dar­auf an, wie die Pau­se ge­stal­tet wird. Ei­ne ak­ti­ve Pau­se sei zu emp­feh­len, wenn der Ar­beit­neh­mer größ­ten­teils sit­zen­de Ar­bei­ten er­le­digt, wie et­wa am Com­pu­ter. Dann sei ein "Spa­zier­gang oder Mo­bi­li­sa­ti­ons­übun­gen" für den Kreis­lauf rat­sam. Bei kör­per­li­chen Tä­tig­kei­ten emp­fiehlt Do­mi­ni­que Bi­al­as­in­ski ein kur­zes Ni­cker­chen. "Der Power­nap soll­te nicht län­ger als 20 Mi­nu­ten dau­ern, um ei­ne Tief­schlaf­pha­se zu ver­mei­den. Die­se hät­te den ge­gen­tei­li­gen Ef­fekt."

Bei Nacht­schich­ten gel­te, die län­ge­re Pau­se zu­erst zu neh­men, da das Leis­tungs­tief be­reits zwi­schen 0 Uhr und 1 Uhr kom­me. Die zwei­te, kür­ze­re Aus­zeit sei dann ge­gen 4 Uhr oder 5 Uhr sinn­voll.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 14. Dezember 2017

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de