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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/035

Kauf­kraft ist 2017 we­ni­ger stark ge­stie­gen

Der Re­al­lohn­zu­wachs ist im ver­gan­ge­nen Jahr trotz gu­ter Kon­junk­tur und stei­gen­der Löh­ne et­was ge­rin­ger aus­ge­fal­len als in den Jah­ren zu­vor
Ansteigendes Diagramm mit Jahreszahlen, Anstieg, Zuwachs

08.02.2018. (dpa/wie) - Wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt auf der Grund­la­ge vor­läu­fi­ger Er­geb­nis­se am heu­ti­gen Don­ners­tag mit­teil­te, sind die Re­al­löh­ne in Deutsch­land im Jahr 2017 im Ver­gleich zum Vor­jahr um 0,8 Pro­zent ge­stie­gen.

Der Re­al­lohn er­gibt sich aus der Dif­fe­renz zwi­schen dem no­mi­na­len Lohn­zu­wachs deut­scher Ar­beit­neh­mer und der Ent­wick­lung der Ver­brau­cher­prei­se. Der No­mi­nal­lohn von Voll­zeit-, Teil­zeit- und ge­ring­fü­gig Be­schäf­tig­ten im pro­du­zie­ren­den Ge­wer­be und im Dienst­leis­tungs­be­reich leg­te im Jahr 2017 um 2,5 Pro­zent zu.

Da bei den Ver­brau­cher­prei­sen mit 1,8 Pro­zent ein deut­lich hö­he­rer An­stieg zu ver­zeich­nen war als in den drei Jah­ren zu­vor (0,5 Pro­zent in 2016; 0,3 Pro­zent in 2015; 0,9 Pro­zent in 2014), er­gibt sich ein ver­gleichs­wei­se ge­rin­ger Re­al­lohn­zu­wachs von 0,8 Pro­zent. In 2016 war der An­stieg um ei­nen Pro­zent hö­her, ob­wohl die Löh­ne we­ni­ger stark ge­stie­gen wa­ren.

Den­noch konn­te zum vier­ten mal in Fol­ge ei­ne po­si­ti­ve Re­al­lohn­ent­wick­lung fest­ge­stellt wer­den. Zu­letzt muss­ten deut­sche Ar­beit­neh­mer im Jahr 2013 Ein­bu­ßen bei der Kauf­kraft hin­neh­men. Im Durch­schnitt der letz­ten zehn Jah­re sind die Re­al­löh­ne laut Bun­des­amt um ei­nen Pro­zent pro Jahr ge­stie­gen.

Auf in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne liegt Deutsch­land über dem er­war­te­ten EU-Schnitt von 0,4 Pro­zent, wie das ge­werk­schaft­li­che WSI-Ta­rif­ar­chiv mit­teil­te. In an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern wie Groß­bri­tan­ni­en, Ita­li­en oder Spa­ni­en sei mit Re­al­lohn­ver­lus­ten zu rech­nen.

Für das lau­fen­de Jahr pro­gnos­ti­zie­ren zahl­rei­che Ex­per­ten ein wei­te­res Wirt­schafts­wachs­tum bei ver­hal­te­nen Preis­ent­wick­lun­gen. Auf­grund der Ta­rif­ei­ni­gung in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/033 Pi­lot­ab­schluss in der Me­tall­in­dus­trie) wer­den die Ta­rif­löh­ne der wich­ti­gen In­dus­trie­spar­ten in die­sem und im nächs­ten Jahr no­mi­nal um na­he­zu vier Pro­zent stei­gen.


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Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2018

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