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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/281

Kaum ein Un­ter­neh­men misst Kon­flikt­kos­ten

Gibt es in ei­nem Be­trieb Kon­flik­te zwi­schen Mit­ar­bei­tern über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum, kann dies zum Teil ho­he Kos­ten ver­ur­sa­chen. Un­ter­neh­men ver­schlie­ßen sich dem The­ma je­doch.
Streit und Konflikt am Arbeitsplatz, zwei Geschäftsmänner streiten, Konfliktkosten

07.11.2017. (dpa/wie) - Es kommt häu­fig vor, dass sich Mit­ar­bei­ter in ei­nem Un­ter­neh­men über Her­an­ge­hens­wei­sen, Zu­stän­dig­kei­ten oder Ar­beits­ver­tei­lun­gen un­ei­nig sind. Manch­mal stimmt auch die Team­che­mie auf­grund der Zu­sam­men­set­zung nicht so recht. Dar­aus kön­nen durch­aus hand­fes­te Kon­flik­te re­sul­tie­ren.

Das kann laut zwei­er Pro­fes­so­ren der Hoch­schu­le Fre­se­ni­us ho­he Kos­ten für das Un­ter­neh­men aus­lö­sen. "Kon­flik­te kön­nen je nach An­zahl der Be­tei­lig­ten und Un­ter­neh­mens­grö­ße leicht Kos­ten von deut­lich mehr als 10.000 EUR ver­ur­sa­chen", sagt Prof. Dr. Kars­ten Mun­scheck, der kürz­lich vom Hes­si­schen Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst zum Pro­fes­sor be­ru­fen wur­de.

Er und sein Kol­le­ge, Prof. Dr. In­go Aber­le, der zeit­gleich zum Pro­fes­sor be­ru­fen wur­de, ha­ben sich die so­ge­nann­ten "Kon­flikt­kos­ten" zum The­ma ih­rer An­tritts­vor­le­sun­gen im Fach­be­reich Wirt­schaft und Me­di­en ge­macht. Laut Aber­le kann es Kon­flikt­po­ten­zi­al ge­ben, Kol­le­gen ver­schie­de­ner Ge­ne­ra­tio­nen zu­sam­men­ar­bei­ten sol­len. "Kon­flik­te kön­nen ent­ste­hen, wenn die Grup­pen­mit­glie­der ge­ne­rell kei­ne gu­te Mei­nung zu al­ters­ge­misch­ten Teams ha­ben", so der Pro­fes­sor. Au­ßer­dem kön­ne es zu Leis­tungs­ein­bu­ßen kom­men, wenn die Mit­ar­bei­ter bei der Durch­füh­rung ei­ner Team­auf­ga­ben ver­schie­de­ne An­sich­ten ver­tre­ten.

Das füh­re dann zu Kon­flikt­kos­ten. "Sind in ei­nem Groß­kon­zern meh­re­re Ab­tei­lun­gen über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum ver­wi­ckelt, kön­nen die­se auch auf ei­nen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag an­wach­sen. Und das, oh­ne dass das den Par­tei­en be­wusst ist", er­klärt Mun­scheck wei­ter. Die Be­trie­be wür­den die­se Kos­ten je­doch nicht auf die Strei­tig­kei­ten son­dern auf Um­satz­rück­gang, Krank­heits­kos­ten oder Auf­wand in der Per­so­nal­ab­tei­lung zu­rück­füh­ren.

Um die Kos­ten den Kon­flik­ten zu­rech­nen zu kön­nen, müss­ten die Ar­beit­ge­ber al­ler­dings ak­zep­tie­ren, dass eben sol­che Un­stim­mig­kei­ten in ih­ren Be­trie­ben oder Ab­tei­lun­gen gibt. Doch dies wer­de zum größ­ten Teil ge­leug­net, da man sich we­der über die ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen be­wusst sei, noch dar­über, wie die Strei­tig­kei­ten be­sei­tigt wer­den kön­nen.

Um der Pro­ble­ma­tik zu be­geg­nen, emp­feh­len die Pro­fes­so­ren in ers­ter Li­nie Auf­klä­rung über den Zu­sam­men­hang zwi­schen Kon­flik­ten und Kos­ten. Au­ßer­dem sei die In­stal­la­ti­on ei­nes "Kon­flikt­ma­nage­ment­sys­tems mit kla­ren Zu­stän­dig­kei­ten" rat­sam. Dann soll­ten die Kos­ten kon­kret den Kon­flik­ten zu­ge­ord­net wer­den.


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Letzte Überarbeitung: 30. April 2018

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