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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/030

Kran­ken­schwes­tern und Pfle­ger star­ten Volks­be­geh­ren

Pfle­ge­kräf­te in Ber­lin ha­ben zu­sam­men mit der Ge­werk­schaft Ver.di das "Bünd­nis für mehr Per­so­nal im Kran­ken­haus" ins Le­ben ge­ru­fen, um ih­ren For­de­run­gen Nach­druck zu ver­lei­hen
erschöpfter Krankenpfleger, Krankenschwester, Pflegekräfte, Personalnot in Krankenhäusern

02.02.2018. (dpa/wie) - Die Per­so­nal­not in Kran­ken­häu­sern ist be­reits seit län­ge­rer Zeit ein prä­sen­tes The­ma. Im ver­gan­ge­nen Jahr zeig­ten ei­ni­ge Pfle­ge­kräf­te ih­ren Un­mut über die Si­tua­ti­on durch Streiks (wir be­rich­te­ten u.a. in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/242 Wei­te­re Streiks in der Pfle­ge­bran­che).

Grün­de für den Man­gel an Pfle­ge­kräf­ten sei­en laut dem Deut­schen Pfle­gerat die schlech­ten Ar­beits­be­din­gun­gen, man­geln­de Ent­las­tungs­be­reit­schaft sei­tens der Ar­beit­ge­ber so­wie die ho­he Teil­zeit­quo­te.

Um mehr Druck auf die Po­li­tik aus­zu­üben, star­te­ten Ber­li­ner Kran­ken­schwes­tern und Pfle­ger am Don­ners­tag ein Volks­be­geh­ren. Mit dem "Bünd­nis für mehr Per­so­nal im Kran­ken­haus" sol­len in Zu­sam­men­ar­beit mit der Ge­werk­schaft Ver.di 20.000 Un­ter­schrif­ten ge­sam­melt wer­den. "Wenn der Ge­setz­ge­ber nicht han­delt, tun wir es selbst", sag­te Spre­che­rin Lu­cy Red­ler.

Ziel der Initia­ti­ve ist ein Volks­ent­scheid über die Än­de­rung des Lan­des­kran­ken­haus­ge­set­zes zur Ver­bes­se­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen und zur Stei­ge­rung der At­trak­ti­vi­tät der Pfle­ge­be­ru­fe. Da­zu wä­ren al­ler­dings - nach er­folg­reich ge­sam­mel­ter 20.000 Un­ter­schrif­ten - wei­te­re 175.000 Un­ter­stüt­zer in ei­nem zwei­ten Schritt not­wen­dig.

Die Ber­li­ner Ge­sund­heits­se­na­to­rin Di­lek Ko­lat (SPD) hält die For­de­run­gen für be­rech­tigt und kün­dig­te ei­ne Initia­ti­ve im Bun­des­rat an. "Wir ha­ben be­reits ei­ne Bun­des­rats­in­itia­ti­ve vor­be­rei­tet, um Kran­ken­kas­sen und Kran­ken­häu­ser zur Ein­füh­rung von Per­so­nal­schlüs­seln zu zwin­gen, die al­le Be­rei­che um­fas­sen und rund um die Uhr gel­ten", so Ko­lat.

Bis zu 3.000 Pfle­ge­kräf­te wür­den laut Red­ler in Ber­lins Kran­ken­häu­sern feh­len. Des­halb sei­en fest­ge­schrie­be­ne Per­so­nal­stan­dards und -schlüs­sel nö­tig, so­dass die Kli­ni­ken mehr Kräf­te ein­stel­len müs­sen. Ähn­li­che Quo­ten hat die Ge­werk­schaft Ver.di be­reits an der Cha­rité er­kämpft (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/238 Pfle­ge­per­so­nal der Ber­li­ner Cha­rité streikt er­neut). Das Ein­stel­len von neu­em Per­so­nal läuft je­doch schlep­pend. Die Uni­kli­nik be­grün­det das mit dem an­hal­ten­den Fach­kräf­te­man­gel.

Zu­dem for­dert das Bünd­nis mehr Geld vom Land für In­ves­ti­tio­nen, da­mit die Kli­ni­ken nicht mehr an Per­so­nal­kos­ten spa­ren müss­ten, um drin­gend nö­ti­ge An­schaf­fun­gen zu fi­nan­zie­ren.


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Letzte Überarbeitung: 3. September 2018

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