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19/200a Land­arzt­quo­te in Schles­wig-Hol­stein?

Rund ein Drit­tel der Haus­ärz­te in Schles­wig-Hol­stein ist äl­ter als 60. Der Land­tag dis­ku­tiert über die Ein­füh­rung ein Land­arzt­quo­te
Arzt, Belastung

29.08.2019. (dpa/fle) - Der Land­tag will die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung auf dem Land an­pa­cken.

Für ei­nen von der AfD ein­ge­brach­ten Ge­setz­ent­wurf mit ei­ner fes­ten Land­arzt­quo­te in Me­di­zin­stu­di­en­gän­gen zeich­net sich aber kei­ne Mehr­heit ab.

Die Ein­füh­rung ei­ner Quo­te set­ze ei­ne Ver­sor­gungs­lü­cke in zehn bis fünf­zehn Jah­ren vor­aus, sag­te Garg. Ei­ne sol­che wer­de im Nor­den ak­tu­ell nicht pro­gnos­ti­ziert. "Wir ha­ben im bun­des­wei­ten Ver­gleich bei Haus­arzt­pra­xen die bes­te Nach­be­set­zungs­quo­te."

Der FDP-Po­li­ti­ker hält ei­ne Quo­tie­rung der Stu­di­en­plät­ze für an­ge­hen­de Me­di­zi­ner zwar für "durch­aus dis­ku­ta­bel". Al­ler­dings sei die Si­tua­ti­on im Nor­den nicht mit Nord­rhein-West­fa­len ver­gleich­bar. "Denn in Schles­wig-Hol­stein gibt es zwei Pla­nungs­be­rei­che, die bei der haus­ärzt­li­chen Ver­sor­gung ei­nen Ver­sor­gungs­grad von we­ni­ger als 100 Pro­zent auf­wei­sen. In NRW sind es hin­ge­gen 67."

Nach An­sicht der AfD soll­ten zehn Pro­zent der ak­tu­ell rund 400 Stu­di­en­plät­ze in Kiel und Lü­beck künf­tig an Be­wer­ber ge­hen, die sich ver­pflich­ten, spä­ter zehn Jah­re lang als Haus­arzt in ei­ner der un­ter­ver­sorg­ten Re­gio­nen des Lan­des zu ar­bei­ten. An­ge­hen­de Me­di­zi­ner sol­len sich vor An­tritt des Stu­di­ums ver­trag­lich zu ei­ner Straf­zah­lung in Hö­he von 250.000 EUR ver­pflich­ten, soll­ten sie ih­ren Ver­pflich­tun­gen als Haus­arzt nicht nach­kom­men.

Der AfD-So­zi­al­po­li­ti­ker Claus Schaf­fer sag­te, "es gibt vie­le Men­schen, die ger­ne Land­arzt sein möch­ten". Viel­leicht sei­en nicht al­le Ein­ser-Ab­sol­ven­ten. Des­we­gen müss­ten sie aber kei­ne schlech­ten Land­ärz­te sein. Er räum­te aber ein, dass ei­ne Quo­te erst spät Wir­kung ent­fal­ten wür­de. Die Land­arzt-Quo­te lie­ße sich mit wei­te­ren Maß­nah­men kom­bi­nie­ren.

Zu lan­ge brau­che ei­ne Land­arzt­quo­te, sag­te der CDU-So­zi­al­po­li­ti­ker Hans Hin­rich Ne­ve. Not­wen­dig sei ein gan­zes Bün­del an Maß­nah­men. Denn: "Dort, wo Haus­ärz­te feh­len, ent­steht in der Be­völ­ke­rung ei­ne rie­sen­gro­ße Un­si­cher­heit."

Der SPD-So­zi­al­po­li­ti­ker Bernd Hei­nemann schlug ne­ben me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­zen­tren in länd­li­chen Ge­gen­den mehr E-Health und ei­ne stär­ke­re Nut­zung künst­li­cher In­tel­li­genz in der Dia­gno­se vor. Ei­ne lan­ge Ver­pflich­tung an­ge­hen­der Ärz­te lehn­te er strikt ab. "Wer weiß in jun­gen Jah­ren, ob al­le Träu­me und Plä­ne bis nach dem Stu­di­um hal­ten."

Für Grü­nen-So­zi­al­ex­per­tin Mar­ret Bohn ist die Lö­sung des Pro­blems klar: "Wir brau­chen bun­des­weit mehr Me­di­zin-Stu­di­en­plät­ze. Das ist ein­fa­che Ma­the­ma­tik."

Nach An­ga­ben der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung gibt es im Nor­den 1968 Haus­ärz­te. Rund ein Drit­tel von ih­nen ist äl­ter als 60 Jah­re. Ak­tu­ell gibt es im Land 18,5 freie Haus­arzt­sit­ze. Be­reits zum Win­ter­se­mes­ter 2019/20 führt Nord­rhein-West­fa­len ei­ne Land­arzt­quo­te in Me­di­zin-Stu­di­en­gän­gen ein. Da­mit soll dem Ärz­te­man­gel in länd­li­chen Re­gio­nen ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den. Wei­te­re Län­der wie Meck­len­burg-Vor­pom­mern be­schäf­ti­gen sich mit dem The­ma.

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Letzte Überarbeitung: 31. August 2019

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