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Lan­des­be­diens­te­te er­hal­ten acht Pro­zent mehr Lohn

Um­fas­sen­de Ei­ni­gung im Ta­rif­streit der Lan­des­be­diens­te­ten: Acht Pro­zent mehr Lohn bei ei­ner Lauf­zeit von 33 Mo­na­ten
Feuerwehrmann Polizist Arzt

04.03.2019. (dpa/fle) - Mit ei­ner Ta­rif­ei­ni­gung auf stu­fen­wei­se acht Pro­zent mehr Lohn für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der ha­ben Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber neue Streiks ab­ge­wen­det.

Nach ta­ge­lan­gen Ver­hand­lun­gen ei­nig­ten sich bei­de Sei­ten in der Nacht zum Sonn­tag in Pots­dam auf ei­ne mehr­stu­fi­ge Ge­halts­er­hö­hung bei ei­ner Lauf­zeit von 33 Mo­na­ten.

Rück­wir­kend zum 1. Ja­nu­ar er­hal­ten die rund ei­ne Mil­li­on Be­schäf­tig­ten 3,2 Pro­zent mehr Geld. 2020 ist ei­ne Er­hö­hung um wei­te­re 3,2 Pro­zent ver­ein­bart, 2021 um noch­mals 1,4 Pro­zent. Der Min­dest­an­stieg soll ins­ge­samt bei 240 EUR lie­gen.

"Das ist das bes­te Er­geb­nis im Län­der­be­reich für ei­nen Lohn­ab­schluss seit vie­len Jah­ren", sag­te der Vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft Ver­di, Frank Bsirs­ke. Der Ver­hand­lungs­füh­rer der Län­der, der Ber­li­ner Fi­nanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz (SPD), be­ton­te, die lan­ge Lauf­zeit ge­be Pla­nungs­si­cher­heit. Am frü­hen Sonn­tag gab die Bun­des­ta­rif­kom­mis­si­on der Ge­werk­schaft Ver­di grü­nes Licht für den Ab­schluss. Die Kos­ten für die Län­der be­lau­fen sich laut Kol­latz auf mehr als sie­ben Mil­li­ar­den EUR.

Der Vor­sit­zen­de des Be­am­ten­bunds dbb, Ul­rich Sil­ber­bach, sag­te, die Ge­werk­schaf­ten hoff­ten, da­mit den de­mo­gra­fi­schen Wan­del bes­ser in den Griff zu be­kom­men. "Wir ha­ben in den letz­ten Wo­chen zehn­tau­send­fach ge­streikt, für un­se­re In­ter­es­sen ge­kämpft." Be­trof­fen wa­ren un­ter an­de­rem Ki­tas, Schu­len, Kli­ni­ken und Ver­wal­tun­gen. Das Er­geb­nis kön­ne sich se­hen las­sen.

Über die re­gu­lä­re Lohn­er­hö­hung hin­aus bringt die Ei­ni­gung be­son­ders star­ke Ver­bes­se­run­gen für Kran­ken­schwes­tern und -pfle­ger in den von den Ver­hand­lun­gen be­trof­fe­nen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken. Ih­re Ge­halts­ta­bel­len rich­ten sich künf­tig nach den bes­se­ren der Kom­mu­nen. Das gilt auch für Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her und den So­zi­al­dienst. Kol­latz sag­te, Ge­halts­un­ter­schie­de in un­ter­schied­li­chen In­sti­tu­tio­nen wür­den ab­ge­baut. 

Pfle­ge­kräf­te er­hal­ten zu­dem 120 EUR mo­nat­lich. Aus­zu­bil­den­de be­kom­men zum 01.01.2019 und 2020 je­weils 50 EUR mehr. Be­rufs­ein­stei­ger be­kom­men in zwei Schrit­ten rund 11 Pro­zent mehr.

Nie­der­sach­sens Fi­nanz­mi­nis­ter Rein­hold Hil­bers (CDU) sprach von ei­ner gro­ßen Be­las­tung für den Haus­halt. Bei ei­ner an­ge­streb­ten Über­tra­gung des Er­geb­nis­ses auf Be­am­te und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger kos­te der Ab­schluss al­lein sein Land in die­sem Jahr vor­aus­sicht­lich ei­nen mitt­le­ren drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag, sag­te Hil­bers. Der Ab­schluss soll nach dem Wil­len der Ge­werk­schaf­ten auf rund 2,3 Mil­lio­nen Be­am­te und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger über­tra­gen wer­den.

SPD-Che­fin An­drea Nah­les be­grüß­te den Ta­rif­ab­schluss. Da­von pro­fi­tie­re die ge­sam­te Ge­sell­schaft. "Wir brau­chen gut be­zahl­te Er­zie­her, Pfle­ge­kräf­te und Po­li­zis­tin­nen", twit­ter­te Nah­les. Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) nann­te den Ab­schluss ein "su­per Er­geb­nis". Die Be­schäf­tig­ten in der Pfle­ge und in den So­zi­al- und Er­zie­her­be­ru­fen leis­te­ten her­vor­ra­gen­de Ar­beit und hät­ten das Plus im Geld­beu­tel red­lich ver­dient. "So­zia­le Be­ru­fe sind es wert, bes­ser be­zahlt zu wer­den als bis­her", be­ton­te Gif­fey.

Ab­stri­che muss­ten die Ge­werk­schaf­ten bei der Ent­gel­t­ord­nung hin­neh­men. Hier wur­den zwar be­stimm­te Be­rufs­grup­pen bes­ser­ge­stellt, aber nicht al­le, wie es die Ge­werk­schaf­ten ver­langt hat­ten. Auch bei den Leh­rern konn­ten nicht al­le Vor­stel­lun­gen durch­ge­setzt wer­den. Sil­ber­bach sieht nach ei­ge­nen Wor­ten auch bei den IT-Fach­kräf­ten noch er­heb­li­chen Nach­hol­be­darf. Er be­klag­te, dass die Ar­beit­ge­ber hier au­ßer­ta­rif­lich be­zahl­ten. Ge­for­dert hat­ten die Ge­werk­schaf­ten sechs Pro­zent mehr über ei­ne Lauf­zeit von zwölf Mo­na­ten, min­des­tens aber zu­sätz­lich 200 EUR im Mo­nat.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. März 2019

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