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Leh­rer­man­gel: Bun­des­weit feh­len tau­sen­de Leh­rer

Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz pro­gnos­ti­ziert Leh­rer­man­gel auch für die kom­men­den Jah­re: Be­son­ders be­trof­fen sind Be­rufs­schu­len und Grund­schu­len
Lehrerin in einer Grundschulklasse mit Schülern, Schule

12.10.2018. (dpa/fle) - An Deutsch­lands Schu­len feh­len in­ner­halb von zehn Jah­ren nach of­fi­zi­el­ler Pro­gno­se 18.000 Leh­rer.

Im lau­fen­den Jahr liegt der Be­darf an fri­schen Kräf­ten laut Be­rech­nun­gen der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK) um 11.510 über dem An­ge­bot auf dem Ar­beits­markt.

Die Lü­cke sinkt auf 2.720 im Jahr 2022. Für das Jahr 2027 geht die KMK dann da­von aus, dass wie­der 3.060 mehr aus­ge­bil­de­te Lehr­kräf­te zur Ver­fü­gung ste­hen als in dem Jahr ge­braucht wer­den.

Für die ins­ge­samt bis 2030 rei­chen­de Pro­gno­se rech­net die KMK mit im Schnitt je­des Jahr 700 feh­len­den Leh­rern. Der Man­gel ist in den ost­deut­schen Län­dern laut der am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten KMK-Pro­gno­se in den kom­men­den Jah­ren dra­ma­ti­scher. Im Wes­ten gibt es dem­nach im Schnitt 900 mehr Ab­sol­ven­ten des Vor­be­rei­tungs­diens­tes als be­nö­tig­te Leh­rer. In den Ost­län­dern feh­len hin­ge­gen im Schnitt jähr­lich rund 1.500 Leh­rer.

Der­zeit gibt es deutsch­land­weit 798.200 haupt­be­ruf­li­che Lehr­kräf­te. Von 2018 bis 2030 rech­nen die Bil­dungs­mi­nis­ter mit ei­nem jähr­li­chen Ein­stel­lungs­be­darf von rund 31.900 Leh­rern im Schnitt. Aber nur 31.200 aus­ge­bil­de­te Lehr­kräf­te ge­be es je­des Jahr. Stel­len nicht be­setzt wer­den kön­nen laut der Pro­gno­se vor al­lem in Be­rufs­schu­len, Grund­schu­len, Schu­len der mitt­le­ren Bil­dung und in der Son­der­päd­ago­gik.

KMK-Prä­si­dent Hel­mut Hol­ter sag­te, die Zah­len zeig­ten den aku­ten Hand­lungs­be­darf für al­le Län­der. "Wir sind ge­mein­sam da­zu auf­ge­ru­fen, je­de An­stren­gung zu un­ter­neh­men, um den künf­ti­gen Be­darf zu de­cken", sag­te der Bil­dungs­mi­nis­ter Thü­rin­gens (Lin­ke). Die Vor­aus­be­rech­nun­gen dien­ten den Län­dern da­zu, zu re­agie­ren. "Es müs­sen mehr Leh­rer aus­ge­bil­det wer­den", sag­te Hol­ter der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Be­son­ders vie­le neue Leh­rer braucht der Pro­gno­se zu­fol­ge Sach­sen-An­halt, wo über die Jah­re hin­weg nur für rund je­de zwei­te of­fe­ne Stel­le ein aus­ge­bil­de­ter Leh­rer zur Ver­fü­gung steht. Auch in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Ber­lin, Bran­den­burg und Thü­rin­gen wer­den vie­le Stel­len kaum be­setzt wer­den kön­nen.

Im Mai hat­te die KMK ei­ne Pro­gno­se vor­ge­legt, nach der die Zahl der Schü­ler bis 2030 um 278.000 auf 11,2 Mil­lio­nen stei­gen wird.

Die Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) warn­te vor ei­nem Bil­dungs­not­stand und for­der­te ein So­fort­pro­gramm. "In die­sem Schul­jahr feh­len meh­re­re tau­send Lehr­kräf­te, zu­dem sind tau­sen­de Stel­len mit Quer- und Sei­ten­ein­stei­gern be­setzt", sag­te GEW-Che­fin Mar­lis Te­pe. Wäh­rend zu vie­le Gym­na­si­al­lehr­kräf­te aus­ge­bil­det wor­den sei­en, ge­be es an Grund-, Be­rufs-, För­der- und Son­der­schu­len ei­nen gra­vie­ren­den Man­gel.

Der Deut­sche Phi­lo­lo­gen­ver­band warf der Po­li­tik Ver­sa­gen vor. Die Vor­sit­zen­de Su­san­ne Lin-Klit­zing sag­te der "Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung", die Län­der hät­ten die Ent­wick­lung ver­schla­fen. "Wir brau­chen ei­ne jähr­li­che Neu­be­rech­nung des tat­säch­li­chen Be­darfs und ei­ne ent­spre­chen­de An­pas­sung", sag­te sie der "Welt".

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Letzte Überarbeitung: 15. Oktober 2018

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