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Lin­de will die Münch­ner Zen­tra­le auf­ge­ben

Nach der An­knün­di­gung wei­te­rer Stel­len­strei­chun­gen brennt die Dis­kus­si­on um Fol­gen der Fu­si­on von Lin­de und Pra­xair er­neut auf
Maschinenbauer arbeiten an Gasturbine

24.10.2019. (dpa/fle) - Lin­de will in Deutsch­land nach An­ga­ben von Ge­werk­schaf­ten deut­lich mehr Jobs ab­bau­en als bis­her be­kannt und sei­ne Münch­ner Zen­tra­le ver­las­sen.

Der Dax-Kon­zern pla­ne, 850 wei­te­re Stel­len in Deutsch­land zu strei­chen, kri­ti­sier­ten die Ge­werk­schaf­ten IG Me­tall und IG BCE am Don­ners­tag.

Zu­vor hat­te die "Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung" dar­über be­rich­tet. Zu­dem sol­len die ver­blie­be­nen 215 Mit­ar­bei­ter in der al­ten Münch­ner Lin­de-Zen­tra­le in den Vor­ort Pul­lach um­zie­hen, wie die Ge­werk­schaf­ten mit­teil­ten. Lin­de be­stä­tig­te den um den Jah­res­wech­sel ge­plan­ten Um­zug, zum Job­ab­bau äu­ßer­te sich das Un­ter­neh­men nicht.

Der tra­di­ti­ons­rei­che Gas­kon­zern Lin­de hat­te sich ver­gan­ge­nes Jahr mit dem US-Kon­kur­ren­ten Pra­xair zu­sam­men­ge­schlos­sen. Be­reits vor der Fu­si­on hat­te Lin­de ein Spar­pro­gramm mit dem Ab­bau von bis zu 975 Stel­len ge­star­tet. Die jetzt ge­plan­te Kür­zung sol­le dar­über hin­aus er­fol­gen, da­mit sei Deutsch­land vom Stel­len­ab­bau be­son­ders be­trof­fen, be­ton­te die IG Me­tall und for­dert - wie die IG BCE - die Rück­nah­me der Strei­chungs­plä­ne. Der­zeit be­schäf­tigt Lin­de in Deutsch­land et­was mehr als 7.000 Mit­ar­bei­ter.

"Un­se­re War­nun­gen be­stä­ti­gen sich: Die De-fac­to-Über­nah­me von Lin­de durch Pra­xair bringt den deut­schen Be­schäf­tig­ten nichts als Stel­len­ab­bau, Gän­ge­lung und Ein­schrän­kun­gen bei der Mit­be­stim­mung", kri­ti­sier­te Xa­ver Schmidt, der für die IG BCE im Lin­de-Auf­sichts­rat sitzt.

Seit der Fu­si­on hat Lin­de sei­nen ge­sell­schafts­recht­li­chen Sitz in Ir­land, die Haupt­ge­schäfts­stel­le liegt in Groß­bri­tan­ni­en. Zu­dem gibt es zwei Haupt­quar­tie­re an den ehe­ma­li­gen Sit­zen der bei­den Part­ner, in Mün­chen so­wie in Dan­bu­ry in den USA, wo auch Vor­stands­chef Ste­ve An­gel sein Bü­ro hat.

Der Aus­zug aus der pro­mi­nen­ten Zen­tra­le in der Münch­ner In­nen­stadt könn­te der De­bat­te, ob die Struk­tur mit zwei Haupt­quar­tie­ren über die ver­ein­bar­te In­te­gra­ti­ons­pha­se bis En­de 2021 hin­aus be­ste­hen bleibt, neu­es Fut­ter ge­ben. "Da­mit ver­liert Lin­de in Mün­chen sein Ge­sicht", kri­ti­sier­te der Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall Bay­ern, Jo­hann Horn. Zu­dem be­ton­te die Ge­werk­schaft: "Nach wie vor gräbt der kul­tu­rel­le Un­ter­schied zwi­schen den fu­sio­nier­ten Un­ter­neh­men Lin­de und Pra­xair tie­fe Fur­chen." Die an­ge­kün­dig­te In­te­gra­ti­on der Un­ter­neh­men ha­be bis­her nicht funk­tio­niert.

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Letzte Überarbeitung: 24. Oktober 2019

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