HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/286

Mas­si­ver Stel­len­ab­bau bei Lam­pen­her­stel­ler Led­van­ce

Bei den ehe­ma­li­gen Os­ram-Wer­ken sol­len über die Hälf­te der Stel­len ge­stri­chen und zwei Stand­or­te ge­schlos­sen wer­den.
Glühlampe in dunklem Raum

14.11.2017. (dpa/wie) - In 2016 hat das Leucht­mit­tel­un­ter­neh­men Os­ram sei­ne Lam­pen­spar­te aus­ge­glie­dert und Led­van­ce ge­nannt. Im März 2017 ver­äu­ßer­te man die­se Toch­ter­fir­ma schließ­lich für mehr als 400 Mil­lio­nen Eu­ro an In­ves­to­ren aus Chi­na.

Nun sol­len zwei der vier Stand­or­te ge­schlos­sen und mehr als die Hälf­te der 2.300 Mit­ar­bei­ter ent­las­sen wer­den, wie das Un­ter­neh­men am Mon­tag be­stä­tig­te. In Augs­burg sind et­wa 700 Be­schäf­tig­te von den Spar­maß­nah­men be­trof­fen, bei der Schlie­ßung des Werks in Ber­lin wer­den rund 200 Mit­ar­bei­ter ih­ren Ar­beits­platz ver­lie­ren. Au­ßer­dem sol­len in den wei­te­ren Fa­bri­ken in Wip­per­fürth und Eich­stätt wei­te­re 300 Stel­len weg­fal­len. Auch am Un­ter­neh­mens­sitz in Gar­ching bei Mün­chen sol­len 100 Mit­ar­bei­ter ge­hen.

Als Be­grün­dung gab das Un­ter­neh­men den Trend hin zu LED-Leucht­mit­teln an. Das Markt­vo­lu­men der tra­di­tio­nel­len Leuch­ten, wie et­wa Leucht­stoff­röh­ren, die in den Led­van­ce-Wer­ken pro­du­ziert wer­den, wer­de bis 2025 um na­he­zu 90 Pro­zent zu­rück­ge­hen.

Der Be­triebs­rat und die IG Me­tall kri­ti­sie­ren vor al­lem den Um­gang mit den An­ge­stell­ten. In der ge­ra­de ein­mal 15 Mi­nu­ten an­dau­ern­den Mit­ar­bei­ter­ver­samm­lung ha­be man den Be­schäf­tig­ten kei­ner­lei Per­spek­ti­ven auf­ge­zeigt oder An­ga­ben zu ei­ner Auf­fang­ge­sell­schaft ge­macht. Dies sein ein "bo­den­lo­ses Ver­hal­ten ge­gen­über den Mit­ar­bei­tern", sag­te An­ge­la St­ein­ecker, die Un­ter­neh­mens­be­auf­trag­te der Ge­werk­schaft.

Augs­burgs IG-Me­tall-Chef Mi­cha­el Lep­pek stell­te auch die Hin­ter­grün­de die­ser Maß­nah­me in Fra­ge: "Es ist ein ko­mi­scher Zu­fall, dass nicht ein­mal ein­ein­halb Jah­re nach Aus­glie­de­rung des klas­si­schen Ge­schäf­tes die­ses Ha­cke­beil kommt." Wil­li Satt­ler, der Vor­sit­zen­de des Ge­samt­be­triebs­rat, be­rich­te­te von ei­ner To­ten­stil­le wäh­rend der Mit­ar­bei­ter­ver­samm­lung. "Ich bin mir vor­ge­kom­men, wie auf ei­ner Be­er­di­gung", so Satt­ler. Vie­le Mit­ar­bei­ter, die be­reits seit 20 oder 30 Jah­ren in dem Be­trieb ar­bei­ten, sei­en "trau­ma­ti­siert" und könn­te die Schlie­ßun­gen nicht ver­ste­hen.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 14. November 2017

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2017:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de