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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/303

Min­dest­lohn kommt nicht über­all an

Laut ei­ner DIW-Stu­die ver­dien­ten vie­le be­rech­tig­te Ar­beit­neh­mer im Jahr 2016 we­ni­ger als den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn
Mindestlohn, Arbeitnehmer arbeiten auf Euro-Münzen

07.12.2017. (dpa/wie) - Im Jahr 2016 be­trug der ge­setz­li­che Min­dest­lohn 8,50 Eu­ro pro St­un­de. Er wur­de im Jahr 2015 ein­ge­führt und ha­be seit­dem zu be­deu­ten­den Lohn­stei­ge­run­gen ge­führt, sag­te Alex­an­dra Fe­do­rets, Au­to­rin ei­ner Stu­die über den Min­dest­lohn des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW) Ber­lin.

"Jetzt muss al­les dar­an ge­setzt wer­den, dass der Min­dest­lohn tat­säch­lich al­le er­reicht, de­nen er laut Ge­setz auch zu­steht", er­gänz­te Fe­do­rets. Denn laut der vom DIW durch­ge­führ­ten Ar­beit­neh­mer­be­fra­gung er­hiel­ten in 2016 rund 1,8 Mil­lio­nen Be­schäf­ti­ge, die An­spruch auf den Min­dest­lohn hat­ten, we­ni­ger als die da­mals gel­ten­den 8,50 Eu­ro pro St­un­de.

Laut amt­li­cher Sta­tis­tik, für die die Ar­beit­ge­ber be­fragt wur­den, wa­ren es et­wa 1,1 Mil­lio­nen Be­trof­fe­ne. Rech­net man un­be­zahl­te Über­stun­den mit ein, so kommt man laut DIW so­gar auf 2,6 Mil­lio­nen Ar­beit­neh­mer, wel­che trotz An­spruch un­ter­halb der Min­dest­l­ohn­gren­ze be­zahlt wer­den. Kei­nen An­spruch auf Ver­gü­tung nach dem ge­setz­li­chen Min­dest­lohn ha­ben Azu­bis, Selbst­stän­di­ge und Be­schäf­tig­te in Bran­chen mit Über­gangs­fris­ten. Be­zieht man auch die­se Er­werbs­tä­ti­gen in die Rech­nung mit ein, so er­gibt sich ei­ne Ge­samt­zahl von rund 4,4 Mil­lio­nen, so das DIW.

"Of­fen­sicht­lich – und kei­nes­wegs un­er­war­tet – wird das Min­dest­l­ohn­ge­setz nicht in je­dem Be­trieb eins zu eins um­ge­setzt", stell­te Fe­do­rets fest. Die Ar­beit­ge­ber wür­den sich ei­ni­ger Tricks be­die­nen, um das Min­dest­l­ohn­ge­setz zu um­ge­hen. So wür­den sie et­wa Be­reit­schafts­diens­te nicht mehr be­zah­len oder den Ar­beit­neh­mern et­wai­ge Kos­ten für Ar­beits­ma­te­ria­li­en vom Lohn ab­zie­hen.

Be­son­ders be­trof­fen sei­en Mi­ni-Job­ber und Be­schäf­tig­te in klei­ne­ren Be­trie­ben, wie das In­sti­tut in sei­ner Pres­se­mit­tei­lung vom 06.12.2017 mit­teil­te. Des­halb ge­be es "Hand­lungs­be­darf bei den Kon­troll- und Sank­ti­ons­me­cha­nis­men zum Min­dest­lohn so­wie bei der Auf­zeich­nung der Ar­beits­zei­ten".

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 8. November 2018

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