HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/245

Min­dest­lohn­ver­stö­ße vor al­lem im Bau- und Gast­ge­wer­be

Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um hat be­kannt­ge­ge­ben, dass im ers­ten Halb­jahr 2017 bun­des­weit knapp 2.500 Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen nicht ge­zahl­ter Min­dest­löh­ne ein­ge­lei­tet wur­den.
Zoll-Kontrolle gegen Mindestlohn-Verstöße und Schwarzarbeit

22.09.2017. (dpa/wie) - Auf An­fra­ge der Grü­nen hat das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um mit­ge­teilt, dass die Fi­nanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit (FKS) des Zolls im ers­ten Halb­jahr die­ses Jah­res 27.323 Kon­trol­len bei Ar­beit­ge­bern durch­ge­führt hat. Das wa­ren fast 8.000 Kon­trol­len mehr als im glei­chen Zeit­raum des Vor­jah­res (19.564).

Die Zoll-Be­am­ten ha­ben die Be­trie­be ins­be­son­de­re auf die Ein­hal­ten des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns und der Bran­chen­min­dest­löh­ne aber auch auf an­de­re Ver­ge­hen über­prüft.

Im Er­geb­nis ha­ben die Be­hör­den 2.433 Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen nicht ge­zahl­ter Min­dest­löh­ne ein­ge­lei­tet und da­mit deut­lich mehr als in den ers­ten sechs Mo­na­ten 2016 (1.711). Mit 205 Ver­fah­ren wird in Er­furt ge­gen die meis­ten Ar­beit­ge­ber er­mit­telt. In Mag­de­burg sind es 166 Fäl­le von mög­li­chen Min­dest­lohn­ver­stö­ßen und in Ber­lin 110.

Bran­chen­be­zo­gen gibt es für die Er­mitt­ler auf dem Bau am meis­ten zu­tun. Hier wur­den 757 Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet. Rang zwei der auf­fäl­ligs­ten Bran­chen be­legt das Gast­stät­ten­ge­wer­be mit 426 Fäl­len.

We­gen Ver­stö­ßen in Be­zug auf Min­dest­lohn wur­den die­ses Jahr be­reits Buß­gel­der in Hö­he von 19 Mil­lio­nen Eu­ro fäl­lig. Laut Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ver­su­che man ge­ziel­ter die Bran­chen ins Vi­sier zu neh­men, bei de­nen mit Ver­stö­ßen am meis­ten zu rech­nen ist.

Grü­nen-Ar­beit­neh­mer­rechts­ex­per­tin Bea­te Mül­ler-Gem­me­ke war je­doch nicht zu­frie­den mit den prä­sen­tier­ten zah­len. Es sei­en im­mer noch we­ni­ger Kon­trol­len durch­ge­führt wor­den als in 2014 ob­wohl der Min­dest­lohn da­mals noch gar nicht galt. "Die Zah­len kön­nen nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass die Kon­trol­len we­gen dem Min­dest­lohn er­höht wer­den müs­sen", sag­te Mül­ler-Gem­me­ke. Au­ßer­dem sei­en von 7.200 Plan­stel­len bei der FKS über 900 nicht be­setzt.

Auch Ste­fan Kör­zell, Vor­stands­mit­glied des Deut­schen Ge­werk­schafts­bunds for­der­te mehr Kon­trol­leu­re: "Wo nicht kon­trol­liert wird, steigt die Ge­fahr, dass Be­schäf­tig­te um ih­ren Lohn ge­prellt wer­den." Er plä­dier­te für ei­ne Auf­sto­ckung der Plan­stel­len auf 10.000.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 15. Dezember 2017

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de