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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/059

Neue Be­triebs­ren­te: Ver­si­che­rer war­ten auf So­zi­al­part­ner

Wäh­rend die Ver­si­che­run­gen mit neu­en Mo­del­len für die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung an den Start ge­hen, zei­gen die Ge­werk­schaf­ten kei­ne Ei­le bei der Um­set­zung der Be­triebs­ren­ten­re­form
Sparschwein mit Aufschrift Altersvorsorge

06.03.2018. (dpa/wie) - Im Som­mer 2017 brach­te die Bun­des­re­gie­rung das Be­triebs­ren­ten­stär­kungs­ge­setz auf den Weg (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/167 Be­triebs­ren­ten­re­form 2017 be­schlos­sen). Ziel des Ge­set­zes ist es, ei­ne grö­ße­re Ver­brei­tung der Be­triebs­ren­te zu be­wir­ken, in­dem das Ri­si­ko ins­be­son­de­re für klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men über ei­ne rei­ne Bei­trags­zu­sa­ge ver­rin­gert wird.

Die­se Be­triebs­ren­ten­form ist al­ler­dings nur auf ta­rif­ver­trag­li­cher Grund­la­ge mög­lich (§ 1 Abs.2a Be­trAVG). Nicht-ta­rif­ge­bun­de­ne Un­ter­neh­men kön­nen sich da­bei auf ein­schlä­gi­ge ta­rif­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen durch ar­beits­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen be­zie­hen (§ 24 Be­trAVG).

Da­mit das wie­der­um mög­lich ist, müs­sen die Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber ent­spre­chen­de Re­ge­lun­gen erst ein­mal in die Ta­rif­ver­trä­ge ein­bin­den. Bis­her wur­de die­ses The­ma bei den Ver­hand­lun­gen noch größ­ten­teils au­ßen vor ge­las­sen. "Vor dem Jahr 2019 wer­den die So­zi­al­part­ner al­ler Vor­aus­sicht nach kaum kon­kre­te So­zi­al­part­ner­mo­del­le in grö­ße­rem Um­fang ver­ein­bart ha­ben und oh­ne Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber wird dar­aus nichts", heißt es beim Ar­beit­ge­ber­ver­band BDA.

Auch in der dies­jäh­ri­gen Ta­rif­run­de der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie spiel­ten neue Be­triebs­ren­ten­mo­del­le kei­ne gro­ße Rol­le (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/033 Pi­lot­ab­schluss in der Me­tall­in­dus­trie). Al­ler­dings wol­le man noch in die­sem Jahr mit den Ar­beit­ge­bern "über mög­li­che Mo­del­le zur Um­set­zung" re­den, er­klär­te ei­ne Spre­che­rin der IG Me­tall.

Die Ge­werk­schaft Berg­bau, Che­mie, En­er­gie (IG BCE) hält es für un­wahr­schein­lich, das neue Mo­del­le für die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung Teil der dies­jäh­ri­gen Ta­rif­ver­hand­lun­gen wer­den. "Wir ha­ben in al­len von uns ver­tre­te­nen Bran­chen be­reits Ta­rif­ver­trä­ge zur Al­ters­vor­sor­ge. Im Schnitt ma­chen 80 Pro­zent der Leu­te da­von Ge­brauch", sagt ei­ne IG-BCE-Spre­che­rin. Die Ta­rif­kom­mis­si­on ha­be über die For­de­run­gen je­doch noch nicht ent­schie­den.

Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di be­rät eben­falls noch über das The­ma. Die Ge­werk­schaf­ten Bau­en-Agrar-Um­welt (IG BAU) so­wie Nah­rung, Ge­nuss, Gast­stät­ten (NGG) füh­ren der­zeit nach ei­ge­nen An­ga­ben kei­ne kon­kre­ten Ver­hand­lun­gen.

Die Ver­si­che­rer be­rei­ten da­ge­gen schon neue Mo­del­le für die Be­triebs­ren­te vor. Die An­bie­ter Bar­me­nia, De­be­ka, Go­tha­er, HUK Co­burg und die Stutt­gar­ter gin­gen be­reits kurz nach Ver­ab­schie­dung der Be­triebs­ren­ten­re­form mit ei­nem ge­mein­sa­men Pro­dukt un­ter dem Na­men "Das Ren­ten­werk", wel­ches mitt­ler­wei­le fer­tig ist, an den Start. Die ge­nos­sen­schaft­li­che R+V Ver­si­che­rung und die Fonds­ge­sell­schaft Uni­on In­vest­ment wol­len ih­rer­seits am heu­ti­gen Diens­tag ein Mo­dell vor­stel­len.

"Wir se­hen star­kes In­ter­es­se ge­ra­de bei ei­ni­gen gro­ßen Un­ter­neh­men mit Haus­ta­rif­ver­trä­gen", be­rich­tet Nor­mann Pan­kratz, stell­ver­tre­ten­des Vor­stands-Mit­glied der De­be­ka Ver­si­che­run­gen, im Na­men des Ren­ten­werks.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 20. Juni 2018

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