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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/047

Neu­er Haus­ta­rif für VW-Wer­ke

Nach den ers­ten Warn­streiks seit 14 Jah­ren bei Volks­wa­gen konn­ten sich die IG Me­tall und der Au­to­kon­zern nun auf ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag ei­ni­gen
VW Volkswagen Werk Fabrik Wolfsburg, Autostadt Wolfsburg

21.02.2018. (dpa/wie) - Nach­dem in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie ei­ne Ta­rif­ei­ni­gung er­zielt wur­de (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/033 Pi­lot­ab­schluss in der Me­tall­in­dus­trie), konn­te sich die IG Me­tall nun auch mit dem Au­to­bau­er Volks­wa­gen auf ei­nen neu­en Haus­ta­rif­ver­trag ei­ni­gen.

In den VW-Wer­ken Em­den, Han­no­ver, Wolfs­burg, Salz­git­ter, Braun­schweig und Kas­sel so­wie bei der VW-Fi­nanz­toch­ter wird es für die ins­ge­samt 120.000 Mit­ar­bei­ter ab Mai 2018 mo­nat­lich 4,3 Pro­zent mehr Geld ge­ben. Für die Mo­na­te Fe­bru­ar bis April er­hal­ten die Be­schäf­tig­ten zu­sätz­lich ei­ne Ein­mal­zah­lung in Hö­he von 100 Eu­ro. Auch die Leih­ar­beit­neh­mer er­hal­ten die­sen Be­trag, für die Aus­zu­bil­den­den gibt es 70 Eu­ro.

Ähn­lich wie im Ta­rif­ab­schluss der Me­tall­bran­che wird bei VW ab Au­gust 2019 ein jähr­li­ches ta­rif­li­ches Zu­satz­geld in Hö­he von 27,5 Pro­zent des Mo­nats­ge­halts aus­ge­zahlt. Da­bei kön­nen sich be­stim­me Mit­ar­bei­ter­grup­pen, wie Schicht­ar­bei­ter, Be­schäf­tig­te mit Kin­dern bis zu zehn Jah­ren oder pfle­gen­de Be­schäf­tig­te ent­schei­den, ob sie das Zu­satz­geld oder statt­des­sen sechs freie Ta­ge ex­tra wäh­len.

Zu­dem wird die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung von mo­nat­lich 27 Eu­ro auf 90 Eu­ro ab Ju­li 2019 und auf 98 Eu­ro ab Ja­nu­ar 2020 auf­ge­stockt. "Der mo­nat­li­che Bau­stein, der in die Werks­ren­te fließt, hat sich mehr als ver­drei­facht", zeig­te sich VW-Ge­samt­be­triebs­rats­chef Bernd Os­ter­loh zu­frie­den. Er be­grüß­te au­ßer­dem die fest­ge­schrie­be­ne Zahl an Aus­zu­bil­den­den von 1.400: "Volks­wa­gen braucht mehr denn je gut aus­ge­bil­de­ten Nach­wuchs."

Die VW-Wer­ke kön­nen künf­tig für fünf Pro­zent der Ta­rif­be­schäf­tig­ten mit de­ren Ein­ver­ständ­nis Pro­jekt­ar­beits­zei­ten auf 40 Wo­chen­stun­den zu er­hö­hen. "Die Re­ge­lung gibt uns zu­sätz­li­che Fle­xi­bi­li­tät, die wir un­be­dingt be­nö­ti­gen", be­ton­te der VW-Ver­hand­lungs­füh­rer und Mar­ken-Per­so­nal­chef, Mar­tin Ro­sik, mit Blick auf die kom­men­den Her­aus­for­de­run­gen, wie die Di­gi­ta­li­sie­rung und das au­to­no­me Fah­ren.

"Der Ab­schluss ist mög­li­cher­wei­se bei­spiel­ge­bend für die ge­sam­te deut­sche In­dus­trie", sag­te IG-Me­tall-Be­zirks­lei­ter und Ver­hand­lungs­füh­rer Thors­ten Grö­ger. Er sprach al­ler­dings auch von har­ten vier Ta­rif­run­den und lob­te zu­gleich die "un­glaub­li­che Mo­bi­li­sie­rung". Bei den ers­ten Warn­streiks bei VW seit 14 Jah­ren hät­ten sich über 57.000 Be­schäf­tig­te be­tei­ligt.


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Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2018

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