HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/238

Nur je­der Ach­te bil­det sich be­ruf­lich wei­ter

Vor al­lem Ge­ring­qua­li­fi­zier­te könn­ten von Wei­ter­bil­dun­gen pro­fi­tie­ren. Ge­ra­de sie neh­men aber sel­ten teil, was laut ei­ner Stu­die auch für Ein­kom­mens­ar­me gilt.
berufliche Weiterbildung, Schulung, Jung und Alt

25.09.2018. (dpa/wie) - Die Men­schen in Deutsch­land bil­den sich ei­ner Stu­die zu­fol­ge nur sel­ten wei­ter. Nur et­wa je­der Ach­te ab 25 Jah­ren hat dem "Wei­ter­bil­dungs­at­las 2018" zu­fol­ge 2015 an ei­ner all­ge­mei­nen oder be­ruf­li­chen Wei­ter­bil­dung teil­ge­nom­men. Das wa­ren 12,2 Pro­zent der Be­völ­ke­rung ab 25 Jah­ren auf­wärts - und be­deu­tet ei­ne leicht sin­ken­de Ten­denz im Ver­gleich zu 12,6 Pro­zent im Jahr 2012, wie die Ber­tels­mann-Stif­tung am Diens­tag mit­teil­te.

Auf­fäl­lig: Der oh­ne­hin schon nied­ri­ge Durch­schnitts­wert wer­de von der Grup­pe der Ge­ring­qua­li­fi­zier­ten mit ei­ner Quo­te von 5,6 Pro­zent noch klar un­ter­schrit­ten. Hier be­ste­he deutsch­land­weit Hand­lungs­be­darf, be­ton­te die Stif­tung in Gü­ters­loh zum Deut­schen Wei­ter­bil­dungs­tag (26.9.). Auch die Grup­pe der von Ar­mut be­droh­ten Men­schen - sie ver­fü­gen über we­ni­ger als 60 Pro­zent des mitt­le­ren Haus­halts­ein­kom­mens - neh­me mit ei­ner Quo­te von 7,7 Pro­zent nur sel­ten an ei­ner Wei­ter­bil­dung teil. In bei­den Fäl­len be­zie­hen sich die Zah­len auf ei­ne Al­ters­span­ne zwi­schen 25 und 54 Jah­ren.

Die Er­geb­nis­se sind auch vor dem Hin­ter­grund ei­ner am Diens­tag ver­öf­fent­lich­ten Um­fra­ge des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tags bri­sant. Dem­nach wir­ken sich be­ruf­li­che Wei­ter­bil­dun­gen - ins­be­son­de­re im Be­reich der hö­he­ren Be­rufs­bil­dung - un­ter Um­stän­den als Ga­ran­ten für Be­schäf­ti­gung und Kar­rie­re­mög­lich­kei­ten aus. 65 Pro­zent der Be­frag­ten spra­chen von ei­nem po­si­ti­ven Ef­fekt von Wei­ter­bil­dun­gen auf den Be­rufs­all­tag. In den meis­ten Fäl­len ma­che sich das in ei­ner hö­he­ren Po­si­ti­on, ge­stie­ge­ner Ver­ant­wor­tung und ei­nem bes­se­ren Ge­halt be­merk­bar. Zu­gleich man­gelt es in Deutsch­land an Fach­ar­bei­tern - ei­ne hö­he­re Wei­ter­bil­dungs­quo­te dürf­te auch des­halb im In­ter­es­se von Po­li­tik und Un­ter­neh­men sein.

Frank Frick, Ex­per­te der Ber­tels­mann-Stif­tung, sag­te, die Po­li­tik pro­pa­gie­re le­bens­lan­ges Ler­nen und ap­pel­lie­re im­mer wie­der an die Be­völ­ke­rung, sich zu en­ga­gie­ren. "Aber zu­gleich ge­hen die Aus­ga­ben von Bund und Län­dern da­für seit Jah­ren deut­lich zu­rück." Und zwar in ei­nem zwei­stel­li­gen Pro­zent­be­reich. Die­ser Rück­zug ge­he zu Las­ten der Ge­ring­qua­li­fi­zier­ten - die al­so oh­ne ei­nen be­rufs­bil­den­den Ab­schluss sind - und der ein­kom­mens­schwa­chen Haus­hal­te. "Die öf­fent­li­che Hand hat Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men im­mer wei­ter zu­rück­ge­fah­ren, und die Men­schen in­ves­tie­ren selbst pri­vat. Das kön­nen sich aber Är­me­re oft nicht leis­ten."

Stif­tungs­vor­stand Jörg Drä­ger for­der­te ei­ne bes­se­re Be­ra­tung und ei­ne fi­nan­zi­el­le För­de­rung für är­me­re und ge­ring qua­li­fi­zier­te Men­schen. Wich­tigs­te Ein­rich­tun­gen öf­fent­li­cher Wei­ter­bil­dung sind die Volks­hoch­schu­len. Auch Be­trie­be, ge­werk­schaft­li­che oder kon­fes­sio­nel­le Trä­ger ma­chen An­ge­bo­te.

Bei der Aus­wer­tung des Deut­schen In­sti­tuts für Er­wach­se­nen­bil­dung - auf Da­ten­ba­sis des ak­tu­ells­ten Mi­kro­zen­sus von 2015 - zeig­ten sich er­heb­li­che re­gio­na­le Un­ter­schie­de mit ei­ner Spann­brei­te zwi­schen 7,8 Pro­zent Wei­ter­bil­dungs­quo­te für das Schluss­licht Saar­land und 15,3 Pro­zent für den Spit­zen­rei­ter Ba­den-Würt­tem­berg. Hes­sen, Rhein­land-Pfalz und Sach­sen lie­gen mit gut 13 Pro­zent im obe­ren Be­reich, das be­völ­ke­rungs­reichs­te Bun­des­land NRW mit 10,7 Pro­zent klar un­ter dem Bun­des­schnitt.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 25. September 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de