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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/087

Öf­fent­li­cher Dienst hinkt bei der Lohn­ent­wick­lung hin­ter­her

Die Lohn­stei­ge­run­gen im öf­fent­li­chen Dienst fie­len laut Da­ten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes in den letz­ten 20 Jah­ren deut­lich ge­rin­ger aus als in an­de­ren Schlüs­sel­bran­chen
Feuerwehrmann Polizist Arzt

09.04.2018. (dpa/wie) - Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die rund 2,3 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten bei Bund und Kom­mu­nen schei­nen fest­ge­fah­ren zu sein (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/065 Zwei­te Ver­hand­lungs­run­de im öf­fent­li­chen Dienst). Die Ar­beit­ge­ber ha­ben noch kein An­ge­bot vor­ge­legt.

Die For­de­run­gen der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter, an­ge­führt von der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di lie­gen bei sechs Pro­zent mehr Geld für die Be­schäf­tig­ten, min­des­tens je­doch ein Ge­halts­plus von 200 Eu­ro im Mo­nat. Die­se Min­dest­er­hö­hung leh­nen die Ar­beit­ge­ber ab und hal­ten auch sechs Pro­zent mehr Ge­halt für zu hoch.

Die Lin­ke er­griff nach In­for­ma­tio­nen der "Pas­sau­er Neu­en Pres­se" nun im Bun­des­tag Par­tei für die Ar­beit­neh­mer. Die Aus­wer­tung von Da­ten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts ha­be er­ge­ben, dass die Lohn­ent­wick­lung im öf­fent­li­chen Dienst in der Zeit von 1996 bis 2017 deut­lich hin­ter an­de­ren Schlüs­sel­bran­chen lag.

Dem­nach fie­len die Lohn­stei­ge­run­gen auf­sum­miert um 6,6 Pro­zent nied­ri­ger aus als im pro­du­zie­ren­den Ge­wer­be. Auch die Be­zü­ge im Fahr­zeug­bau (+10,8 Pro­zent) und im Ma­schi­nen­bau (+12,3) sei­en die Be­zü­ge stär­ker ge­stie­gen.

"Die Be­schäf­tig­ten des öf­fent­li­chen Diens­tes ver­die­nen An­er­ken­nung für ih­ren Ein­satz für die All­ge­mein­heit, zu­mal die Lohn­ent­wick­lung in der Ver­gan­gen­heit hin­ter an­de­ren Bran­chen zu­rück ge­blie­ben ist", so die ar­beits­markt­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Links­frak­ti­on, Sa­bi­ne Zim­mer­mann. Es ge­he auch um die "Zu­kunfts­fä­hig­keit des öf­fent­li­chen Diens­tes".

Die drit­te und vor­aus­sicht­lich ent­schei­den­de Ver­hand­lungs­run­de ist für den 15. und 16. April an­ge­setzt. Bis da­hin sol­len die Streik­maß­nah­men der Ge­werk­schaf­ten noch ein­mal in­ten­si­viert wer­den. Am heu­ti­gen Mon­tag ist ei­ne De­mons­tra­ti­on in Ber­lin ge­plant, die zum Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um füh­ren soll. Die Ar­beit­ge­ber hal­ten die ge­plan­ten Warn­streiks an­ge­sichts der des na­hen Ver­hand­lungs­ter­mins für über­flüs­sig.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 19. April 2018

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