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19/194a Raz­zia ge­gen Schwarz­ar­beit im Bau­ge­wer­be

In Ber­lin, Bran­den­burg und Sach­sen-An­halt gab es ei­ne Raz­zia ge­gen Schwarz­ar­beit im Bau­ge­wer­be mit rund 1.900 Be­am­ten
Zoll-Kontrolle gegen Mindestlohn-Verstöße und Schwarzarbeit

21.08.2019. (dpa/fle) - Im Kampf ge­gen Schwarz­ar­beit ha­ben Bun­des­po­li­zis­ten und Zoll­fahn­der mit ei­nem Groß­auf­ge­bot in Ber­lin, Bran­den­burg und Sach­sen-An­halt mehr als 80 Bau­stel­len, Bü­ros, Ge­schäfts­räu­me, Woh­nun­gen und Sam­mel­un­ter­künf­te durch­sucht.

Um­fang­rei­che Be­weis­mit­tel sei­en am Mitt­woch be­schlag­nahmt wor­den, teil­ten das Haupt­zoll­amt Ber­lin und die Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaft in der Haupt­stadt mit.

Dem­nach ging es um ei­nen Scha­den von min­des­tens 1,7 Mil­lio­nen EUR. Fest­ge­nom­men wur­de nie­mand.

Bei den Raz­zi­en ging es laut An­ga­ben um den Ver­dacht, dass So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge nicht ab­ge­führt wor­den sei­en und dass Aus­län­der ein­ge­schleust und auf Bau­stel­len aus­ge­beu­tet wür­den. Zu­dem sol­len die Vor­schrif­ten zum Min­dest­lohn nicht ein­ge­hal­ten wor­den sein. Im Vi­sier der Er­mitt­lun­gen ste­hen dem­nach sechs Ver­ant­wort­li­che ei­nes Bau­ge­wer­be-Un­ter­neh­mens.

An den Durch­su­chun­gen im Auf­trag der Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft wa­ren laut An­ga­ben rund 1.900 Kräf­te von al­len 41 Haupt­zoll­äm­tern in Deutsch­land be­tei­ligt. Un­ter­stützt wur­den sie vom Zoll­kri­mi­nal­amt, der Aus­län­der­be­hör­de und der Bun­des­po­li­zei.

Die In­dus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Um­welt (IG BAU) be­grüß­te die Durch­su­chun­gen. "Das muss Schu­le ma­chen", er­klär­te der Bun­des­vor­sit­zen­de Ro­bert Fei­ger. Nur durch stän­di­ge Kon­trol­len kön­ne in der Bau­bran­che il­le­ga­le Be­schäf­ti­gung wirk­sam be­kämpft wer­den. Die An­kün­di­gung von Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD), die Fi­nanz­kon­trol­leu­re ge­gen Schwarz­ar­beit auf mehr als 10.000 Be­am­te auf­zu­sto­cken, müs­se rasch rea­li­siert wer­den.

Auch die Fach­ge­mein­schaft Bau Ber­lin und Bran­den­burg äu­ßer­te sich lo­bend. Schwar­zen Scha­fen auf dem Bau müs­se klar sein, dass Ver­stö­ße kon­se­quent ge­ahn­det wür­den, teil­te Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Man­ja Schrei­ner mit. Durch Schwarz­ar­beit gin­gen dem Staat je­des Jahr Mil­li­ar­den an Steu­er­ein­nah­men und So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­ga­ben ver­lo­ren. "Schwarz­ar­beit ist das Krebs­ge­schwür der Bau­wirt­schaft." Zu­dem be­las­te sie das Image der Bau­be­ru­fe. "Un­ser Ziel ist, dass die Ar­beit am Bau jun­ge Men­schen stolz macht."

Das Ber­li­ner Be­ra­tungs­zen­trum für Mi­gra­ti­on und Gu­te Ar­beit un­ter­stüt­ze mehr als 100 Bau­ar­bei­ter aus Süd­ost­eu­ro­pa da­bei, ih­re Rech­te und Lohn­an­sprü­che ge­gen­über der Bau­fir­ma durch­zu­set­zen, hieß es in ei­ner Mit­tei­lung.

Im ver­gan­ge­nen Jahr war die Fi­nanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit des Ber­li­ner Haupt­zoll­amts bei rund 1.600 Prü­fun­gen we­gen Schwarz­ar­beit und il­le­ga­ler Be­schäf­ti­gung im Ein­satz, das wa­ren rund 100 Fäl­le mehr als 2017. Da­bei wur­den 4.100 Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet so­wie Buß- und Ver­war­nungs­gel­der in Hö­he von rund 1,4 Mil­lio­nen EUR ver­hängt. Die Scha­dens­sum­me lag den An­ga­ben zu­fol­ge bei 88,6 Mil­lio­nen EUR.

Ne­ben dem Bau­ge­wer­be wa­ren da­mals nach Zol­lan­ga­ben vor al­lem Ho­tels, Gast­stät­ten, Spe­di­ti­ons­fir­men so­wie Rei­ni­gungs­un­ter­neh­men über­prüft wor­den.

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Letzte Überarbeitung: 28. August 2019

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