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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/036

Sai­son­kurz­ar­bei­ter­geld statt Ent­las­sung

Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit wirbt dar­um, in den Win­ter­mo­na­ten vom Kurz­ar­bei­ter­geld Ge­brauch zu ma­chen, um Fach­kräf­te zu hal­ten
Geld schenken, Geldscheine übergeben

08.02.2019. (dpa/fle) - Trotz wach­sen­der Ar­beits­kräf­te­nach­fra­ge ver­lie­ren im Win­ter im­mer noch vie­le Be­schäf­tig­te ih­ren Job.

Vor al­lem Bau­be­trie­be und Fir­men des Gar­ten- und Land­schafts­bau­es ent­las­sen Mit­ar­bei­ter, wenn das Wet­ter das Ar­bei­ten im Frei­en nicht mehr zu­lässt.

So stieg die Zahl der Ar­beits­lo­sen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern im Ja­nu­ar um 10,6 Pro­zent auf 69.400.

Nach An­sicht der Che­fin der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Nord der Bun­des­agen­tur für Ar­beit in Kiel, Mar­git Haupt-Ko­op­mann, wä­ren vie­le Ent­las­sun­gen nicht nö­tig. "Da­für gibt es das Sai­son-Kurz­ar­bei­ter­geld", sag­te sie. Un­ter­neh­men der im Frei­en tä­ti­gen Bran­chen kön­nen das Geld der Bun­des­ar­beits­agen­tur von De­zem­ber bis März be­zie­hen, Ge­rüst­bau­er so­gar noch frü­her.

Im Win­ter 2017/18 nutz­ten nach ih­ren An­ga­ben 425 Be­trie­be in Meck­len­burg-Vor­pom­mern das Sai­son-Kurz­ar­bei­ter­geld für 2.900 Mit­ar­bei­ter. Da­bei hät­ten 3.200 Be­trie­be ein Recht ge­habt, die­se Leis­tung aus der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung in An­spruch zu neh­men.

Der Vor­teil: Wich­ti­ge Fach­kräf­te wer­den ge­hal­ten. Der Trend, Be­schäf­tig­te wäh­rend der win­ter­li­chen Flau­te nicht zu ent­las­sen, sei in et­li­chen Bran­chen da, et­wa im Gast­ge­wer­be, sag­te Haupt-Ko­op­mann.

Auch wenn die Kon­di­tio­nen gleich sind, hat das Sai­son-Kurz­ar­bei­ter­geld nichts mit ei­nem wirt­schaft­li­chen Ein­bruch ei­nes Un­ter­neh­mens zu tun, stell­te sie klar. "Es geht nur um die Schlecht­wet­ter­zeit." Und die könn­te auch in die­sem Win­ter noch kom­men.

Die Be­schäf­tig­ten er­hal­ten mit dem Sai­son-Kurz­ar­bei­ter­geld 60 Pro­zent des Net­to­ent­gelts. Wenn min­des­tens ein Kind mit im Haus­halt wohnt, be­läuft sich die Zah­lung so­gar auf 67 Pro­zent.

Da­zu kön­nen er­gän­zen­de Leis­tun­gen ge­zahlt wer­den, wie das Zu­schuss-Win­ter­geld von 2,50 EUR für je­de im Som­mer an­ge­sam­mel­te Über­stun­de, die im Win­ter "ab­ge­bum­melt" wird. Be­schäf­tig­te, die trotz schlech­ten Wet­ters im Win­ter drau­ßen ar­bei­ten, kön­nen ei­nen Eu­ro Win­ter­geld pro St­un­de für Mehr­auf­wen­dun­gen be­kom­men.

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Letzte Überarbeitung: 16. Juli 2019

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