HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/284

SAP will Gen­der Pay Gap schlie­ßen

Das Soft­ware-Un­ter­neh­men SAP will Un­ter­schie­de bei der Be­zah­lung zwi­schen Män­nern und Frau­en be­sei­ti­gen
Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen, Gender Pay Gap

22.11.2018. (dpa/fle) - Ein Jahr nach Ein­füh­rung des Ge­set­zes ge­gen Loh­nun­ge­rech­tig­keit will das Ma­nage­ment des Soft­ware­kon­zerns SAP Un­ter­schie­de in der Be­zah­lung be­sei­ti­gen.

"Wir ha­ben uns als Un­ter­neh­men das Ziel ge­setzt glei­ches Geld für glei­che Ar­beit und glei­che Leis­tung", sag­te der Per­so­nal­chef von SAP Deutsch­land Ca­wa You­no­si.

Da­für hat der Soft­ware­kon­zern die Ge­häl­ter sei­ner deut­schen Mit­ar­bei­ter mit Hil­fe ei­nes ex­ter­nen Be­ra­tungs­un­ter­neh­mens ana­ly­siert. "Der An­teil der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, bei de­nen An­pas­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den, liegt bei 1,2 Pro­zent der Ge­samt­be­leg­schaft in Deutsch­land." Noch im De­zem­ber sol­len die­se Lü­cken aus­ge­gli­chen wer­den. Au­ßer­halb Deutsch­lands hat SAP schon im Ok­to­ber da­mit be­gon­nen.

Seit die­sem Jahr ha­ben Frau­en und Män­ner in Deutsch­land nach dem so­ge­nann­ten Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz ein Recht dar­auf in grö­ße­ren Fir­men zu er­fah­ren, was ih­re Pen­dants ver­die­nen. Au­ßer­dem müs­sen die­se Un­ter­neh­men das über­prü­fen. Ziel ist es, Un­ge­rech­tig­kei­ten zwi­schen den Ge­schlech­tern aus­zu­mer­zen.

In der IT-Bran­che dürf­te ei­ner der Vor­rei­ter bei dem The­ma der US-Kon­zern IBM sein. Der Tech­no­lo­gie­kon­zern legt seit den 1930er Jah­ren Wert dar­auf, dass Män­ner und Frau­en gleich be­zahlt wer­den. Auch bei SAP-Kon­kur­rent Mi­cro­soft setzt man in­zwi­schen auf den Grund­satz "Glei­cher Lohn für glei­che Ar­beit".

Bei SAP fährt man laut Per­so­nal­chef You­no­si nun aber ei­ne "Null­to­le­ranz­stra­te­gie". Es ge­he da­bei nicht nur um Un­ter­schie­de zwi­schen den Ge­schlech­tern: "Wir wol­len auch nicht, dass ein Mann schlech­ter be­zahlt wird als ein an­de­rer Mann oder ei­ne Frau", so You­no­si. Al­ler­dings räumt er ein: "Der An­teil der Frau­en, bei de­nen das Ge­halt an­ge­passt wur­de, ist et­was hö­her als bei den Män­nern." Bei rund 25.000 Be­schäf­tig­ten in Deutsch­land ha­be man bei 143 Män­nern und 123 Frau­en Nach­hol­be­darf auf­ge­deckt. Der Frau­en­an­teil bei SAP liegt in Deutsch­land wie in an­de­ren IT-Fir­men auch nur bei et­wa 30 Pro­zent. Welt­weit be­schäf­tig­te SAP zu­letzt et­wa 95.000 Mit­ar­bei­ter.

Der so Gen­der Pay Gap be­zeich­net die durch­schnitt­li­che Lohn­lü­cke zwi­schen Män­nern und Frau­en über al­le Bran­chen und Be­ru­fe hin­weg. In Deutsch­land lag sie laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt zu­letzt bei 21 Pro­zent. Frau­en ver­die­nen meist schlech­ter, weil sie häu­fi­ger in Teil­zeit und in schlech­ter be­zahl­ten Be­ru­fen zum Bei­spiel im so­zia­len Be­reich ar­bei­ten. Rech­net man die­se Fak­to­ren her­aus, ist der Lohn­un­ter­schied ge­rin­ger, aber im­mer noch da.

Aber auch in­ner­halb von Kon­zer­nen ver­die­nen Frau­en teil­wei­se we­ni­ger - et­wa, weil sie ei­ne Wei­le in Teil­zeit ge­ar­bei­tet ha­ben und da­durch Nach­tei­le in der Kar­rie­re ha­ben. Nach der Be­ob­ach­tung von Chris­ti­ne Muhr, IT-Fach­se­kre­tä­rin bei der Ge­werk­schaft Ver­di in Ba­den-Würt­tem­berg, gilt das ins­be­son­de­re in IT-Be­ru­fen.

Bei SAP be­müht man sich, Frau­en an­zu­lo­cken und schreibt zum Bei­spiel Füh­rungs­po­si­tio­nen in­zwi­schen in Teil­zeit aus. "Wir tun al­les da­für, dass der Frau­en­an­teil steigt", sagt Per­so­nal­chef You­no­si. "Das Pro­blem ist, dass im Tech-Be­reich die Ge­samt­an­zahl der Frau­en, aus der wir re­kru­tie­ren kön­nen, nicht sehr hoch ist."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 22. November 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de