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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/271

So­lo-Selbst­stän­di­ge oft mit ge­rin­gem Ein­kom­men

Nach­dem die Zahl der Selbst­stän­di­gen oh­ne ei­ge­ne Be­schäf­tig­te zwi­schen­zeit­lich ge­sun­ken war, wur­de nun ein er­neu­ter An­stieg ver­zeich­net.
Homeoffice, flexibles Arbeiten

25.10.2017. (dpa/wie) - Auf An­fra­ge der Lin­ken im Bun­des­tag hat die Bun­des­agen­tur für Ar­beit und das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt Zah­len zu Selbst­stän­di­gen in Deutsch­land prä­sen­tiert.

Dem­nach gab es zwi­schen den Jah­ren 2000 und 2016 kaum Ver­än­de­run­gen bei den Selbst­stän­di­gen mit ei­ge­nen Be­schäf­tig­ten. Zur Jahr­tau­send­wen­de hat­ten rund 1,8 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land ihr ei­ge­nes Un­ter­neh­men, im letz­ten Jahr wa­ren es 1,83 Mil­lio­nen. Das durch­schnitt­li­ches Net­to­ein­kom­men lag 2016 bei 2.866 Eu­ro im Mo­nat.

An­ders sieht die Ent­wick­lung bei Selbst­stän­di­gen aus, die ih­rem Ge­schäft oh­ne An­ge­stell­te nach­ge­hen. Im Jahr 2000 such­ten 1,84 Mil­lio­nen Deut­sche ihr Glück in der so­ge­nann­ten So­lo-Selbst­stän­dig­keit, 16 Jah­re spä­ter wa­ren es schon 2,31 Mil­lio­nen. Da­bei stieg die Zahl bis 2012 bei­na­he kon­ti­nu­ier­lich auf 2,46 Mil­lio­nen an, bis sie dann auf 2,3 Mil­lio­nen in 2015 sank. Nun gab es wie­der ei­nen leich­ten Zu­wachs.

Ge­för­dert wur­de das Kon­zept der So­lo-Selbst­stän­dig­keit u.a. durch die Ein­füh­rung der "Ich AG" im Zu­ge der Hartz-Ge­set­ze.

Das Ein­kom­men die­ser Grup­pe ist ver­gleichs­wei­se ge­ring und be­trug im ver­gan­ge­nen Jahr durch­schnitt­lich 1.567 Eu­ro net­to im Mo­nat. Et­wa 105.000 Selbst­stän­di­ge muss­ten im sel­ben Zeit­raum er­gän­zen­de Hartz-IV-Leis­tun­gen in An­spruch neh­men. "Der Weg in die Selbst­stän­dig­keit ist für vie­le auch ein Weg in ei­ne pre­kä­re Tä­tig­keit, von der man nicht le­ben kann", sag­te die Vi­ze-Che­fin der Links­frak­ti­on, Sa­bi­ne Zim­mer­mann, die die Da­ten an­ge­fragt hat­te.

Ei­ner Stu­die des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung für das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um zu­fol­ge gab es ein star­kes Wachs­tum im Krea­tiv­sek­tor, in dem So­lo-Selbst­stän­di­ge be­son­ders ver­brei­tet sind. Au­ßer­dem wür­den Be­trie­be im Me­di­en­sek­tor oder So­zi­al- und Pfle­ge­diens­te häu­fig Funk­tio­nen an Frei­be­ruf­ler aus­la­gern, um Kos­ten zu spa­ren. Auch die so­ge­nann­ten Crowd­wor­ker wer­den zu­meist als So­lo-Selbst­stän­di­ge ein­ge­stuft (mehr zu die­sem The­ma in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/155 So­zia­le Ab­si­che­rung für Crowd­wor­ker).

"Grund­sätz­lich füh­len sich vie­le Selbst­stän­di­ge al­lein ge­las­sen mit ih­ren Pro­ble­men und zu we­nig ge­för­dert", kri­ti­sier­te Zim­mer­mann. Sie for­dert von der neu­en Bun­des­re­gie­rung bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen und die Ein­füh­rung ei­nes Min­dest­ho­no­rars für So­lo-Selbst­stän­di­ge.


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Letzte Überarbeitung: 28. März 2018

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