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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/288

So­zia­le Ge­rech­tig­keit auf EU-Ar­beits­markt nimmt zu

Laut ei­ner Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung ist ei­ne ten­den­zi­el­le Ver­bes­se­rung auf den Ar­beits­märk­ten der EU-Mit­glied­staa­ten zu er­ken­nen.
Europa, Europäische Union, Landesflaggen

16.11.2017. (dpa/wie) - Vor we­ni­gen Jah­ren litt die so­zia­le Ge­rech­tig­keit in Eu­ro­pa noch stark un­ter der zu­rück­lie­gen­den Wirt­schafts­kri­se. Der So­ci­al Jus­ti­ce In­dex 2017 der Ber­tels­mann-Stif­tung zeigt nun, dass sich die Si­tua­ti­on in den Län­dern der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU) zu­neh­mend ver­bes­sert. Gro­ße Un­ter­schie­de, ins­be­son­de­re zwi­schen den nörd­li­chen und süd­li­chen Staa­ten, blei­ben je­doch be­ste­hen.

So ist es kei­ne Über­ra­schung, dass die tra­di­tio­nell wirt­schaft­lich star­ken Län­der in Skan­di­na­vi­en ganz oben in der Rang­lis­te auf­tau­chen. Mit Wer­ten zwi­schen 7,39 und 7,14 (Ska­la 1 bis 10) be­le­gen Dä­ne­mark, Schwe­den und Finn­land die ers­ten drei Plät­ze. Bul­ga­ri­en (4,19), Ru­mä­ni­en (3,99) und Grie­chen­land (3,70) bil­den die Schluss­lich­ter.

Deutsch­land liegt mit ei­nem In­dex­wert von 6,71 über dem EU-Durch­schnitt (5,85) und be­legt den sieb­ten Platz. "Wir de­fi­nie­ren so­zia­le Ge­rech­tig­keit als Chan­cen­ge­rech­tig­keit, dass je­der ent­spre­chend sei­nen Fä­hig­kei­ten best­mög­lich an der Ge­sell­schaft teil­neh­men kann un­ab­hän­gig von sei­nem so­zia­len Hin­ter­grund", er­klär­te Da­ni­el Schraad-Tisch­ler von der Ber­tels­mann-Stif­tung.

Die Stu­die leg­te ihr zen­tra­les Au­gen­merk ne­ben den As­pek­ten Bil­dung und me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung auf den Ar­beits­markt. Da­bei kam es den For­schern un­ter an­de­rem auf Ar­beits­lo­sen- und Be­schäf­ti­gungs­quo­ten so­wie Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit und Chan­cen von Men­schen im Nied­rig­lohn­be­reich an. Ins­ge­samt konn­te bei 26 der un­ter­such­ten Staa­ten ein Auf­wärts­trend ver­zeich­net wer­den. Grie­chen­land konn­te, bei­spiels­wei­se, die Quo­te der ar­beits­lo­sen Ju­gend­li­chen von 58,3 Pro­zent in 2013 auf 47,3 Pro­zent in 2016 sen­ken. In die­ser Ka­te­go­rie ist die Bun­des­re­pu­blik mit 7,1 Pro­zent Spit­zen­rei­ter un­ter den 28 Mit­glied­staa­ten.

"Da­durch, dass die Chan­cen am Ar­beits­markt bes­ser ge­wor­den sind, hat sich die Ein­kom­mens­si­tua­ti­on zum Teil ver­bes­sert und da­durch nimmt wie­der­um der An­teil von an Ar­mut be­droh­ten Men­schen ab", so Schraad-Tisch­ler. In Deutsch­land war je­doch trotz des star­ken wirt­schaft­li­chen Auf­schwungs nur ei­ne mi­ni­ma­le Ver­bes­se­rung im Hin­blick auf den An­teil der von Ar­mut be­droh­ten Men­schen zu ver­zeich­nen (16,7 Pro­zent in 2015; 16,5 Pro­zent in 2016). Dem­nach kom­me der Wohl­stands­ge­winn laut Schraad-Tisch­ler nicht bei al­len Men­schen an.

Die Zah­len wer­den si­cher auch beim EU-So­zi­al­gip­fel am mor­gi­gen Frei­tag, den 17.11.2017 in Gö­te­borg ei­ne Rol­le spie­len.


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Letzte Überarbeitung: 28. März 2018

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