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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/288

Streik bei der Su­per­markt­ket­te Re­al

Ver­di for­dert Rück­kehr zum Flä­chen­ta­rif­ver­trag. Das Un­ter­neh­men re­agiert ge­las­sen
Streik viele Streikende

27.11.2018. (dpa/fle) - Tau­sen­de Mit­ar­bei­ter der Su­per­markt­ket­te Re­al ha­ben am Mon­tag nach ei­nem Ver­di-Streik­auf­ruf bun­des­weit ih­re Ar­beit nie­der­ge­legt.

Sie for­dern von der Han­dels­ket­te ei­ne Rück­kehr in den Ver­di-Flä­chen­ta­rif­ver­trag. Re­al lehnt die For­de­run­gen als un­rea­lis­tisch ab.

Mit Tril­ler­pfei­fen und Trö­ten pro­tes­tier­ten in Düs­sel­dorf bei ei­ner Streik­ver­samm­lung laut Ver­di mehr als 3.000 Mit­ar­bei­ter aus ganz Deutsch­land vor der Zen­tra­le des Me­tro-Kon­zerns, zu dem Re­al ge­hört. "Re­al zum Schlacht­hof? Nicht mit uns", war auf ei­nem Plas­tik­schwein mit ei­nem Beil im Rü­cken zu le­sen. Auch Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) nahm an der Kund­ge­bung teil.

Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke kri­ti­sier­te das Vor­ge­hen von Re­al als "Pro­gramm der Lohn­ar­mut". "Es ist ei­ne Schan­de, Löh­ne auf ei­nem sol­chen Ni­veau noch wei­ter Rich­tung Lohn­ar­mut zu drü­cken", sag­te er. Mi­nis­ter Heil sag­te: "Es geht ins­ge­samt im Han­del dar­um, dass wir wie­der mehr Ta­rif­bin­dung brau­chen. Nicht nur für or­dent­li­che Löh­ne und Ge­häl­ter, son­dern weil wir sonst auch den Wan­del, der im Han­del bei­spiels­wei­se durch Di­gi­ta­li­sie­rung statt­fin­det, nicht ver­nünf­tig und fair als In­ter­es­sen­aus­gleich or­ga­ni­sie­ren kön­nen."

Wie vie­le der rund 34.000 Be­schäf­tig­ten ins­ge­samt bun­des­weit ih­re Ar­beit nie­der­leg­ten, war zu­nächst un­klar. Nach Un­ter­neh­mens­an­ga­ben wur­den al­le Lä­den plan­mä­ßig ge­öff­net. "Der Be­trieb ist nicht be­ein­träch­tigt", sag­te ein Un­ter­neh­mens­spre­cher. Der Streik sei recht­zei­tig an­ge­kün­digt wor­den, die Fi­li­al­lei­ter hät­ten ih­re Per­so­nal­pla­nun­gen an­ge­passt.

Die Un­ter­neh­mens­lei­tung hat­te den Ver­di-Flä­chen­ta­rif­ver­trag im Früh­jahr ver­las­sen und be­zahlt seit­dem neu ein­ge­stell­te Mit­ar­bei­ter nach ei­nem Ta­rif­ver­trag mit der Ge­werk­schaft DHV, der für das Un­ter­neh­men deut­lich güns­ti­ger ist. Ei­ne Rück­kehr zum Ver­di-Ta­rif bräch­te Re­al nicht wett­be­werbs­fä­hi­ge Kos­ten­struk­tu­ren, hat­te Fir­men­chef Pa­trick Mül­ler-Sar­mi­en­to ge­sagt.

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Letzte Überarbeitung: 28. November 2018

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