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ARBEITSRECHT AKTUELL

18/099a Stu­die über Frau­en in Teil­zeit

Ei­ner ak­tu­el­len Un­ter­su­chung zu­fol­ge ver­die­nen Frau­en in Teil­zeit­be­schäf­ti­gung in man­chen Bran­chen mehr als ih­re männ­li­chen Kol­le­gen mit den­sel­ben Ar­beits­stun­den
Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, Frauenquote, Gender Pay Gap

20.04.2018. (dpa/wie) - Dass ein Groß­teil der Frau­en in Teil­zeit ar­bei­tet, wird all­ge­mein als ei­ner der Haupt­grün­de für die gro­ße Ge­halts­kluft zwi­schen Män­nern und Frau­en an­ge­se­hen. Der sog. Gen­der Pay Gap liegt in Deutsch­land der­zeit bei rund 21 Pro­zent (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/061 Sta­tis­ti­ken zum in­ter­na­tio­na­len Frau­en­tag).

Nach An­ga­be von Eu­ro­s­tat liegt der An­teil von in Teil­zeit be­schäf­tig­ten Frau­en in Deutsch­land bei 47 Pro­zent (Stand 2016). Das ist im eu­ro­päi­schen Ver­gleich der zweit­höchs­te An­teil. Ei­ne hö­he­re Teil­zeit­quo­te wur­de nur in den Nie­der­lan­den ver­zeich­net. Le­dig­lich neun Pro­zent der Män­ner in Deutsch­land ar­bei­ten laut der Da­ten in Teil­zeit (Platz Neun im eu­ro­päi­schen Ran­king).

Noch dras­ti­scher fal­len die Zah­len bei Frau­en mit Kin­der aus. Dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik zu­fol­ge ar­bei­ten 72 Pro­zent der Müt­ter mit min­der­jäh­ri­gen Kin­dern auf Teil­zeit­ba­sis (Stand 23.03.2018). Nur sechs Pro­zent der Vä­ter ar­bei­ten dem­nach in ei­nem ent­spre­chen­den Ar­beits­ver­hält­nis.

Laut ei­ner Un­ter­su­chung der Job­such­ma­schi­ne Ad­zu­na gibt es auch Bran­chen, in de­nen sich Teil­zeit­ar­beit für Frau­en lohnt und sie ei­ne ver­gleichs­wei­se fai­re Ver­gü­tung er­war­ten kön­nen. Im Be­reich Ver­kehr/La­ge­rei lie­gen die Brut­to­mo­nats­ver­dienst von Frau­en in Teil­zeit mit 2.000 Eu­ro bei­spiels­wei­se hö­her als je­ne der Män­ner mit den­sel­ben Ar­beits­stun­den (1.913 Eu­ro). Glei­ches trifft auf das Bau­ge­wer­be und das Gast­ge­wer­be zu.

Im Ver­gleich der Bran­chen in Be­zug auf Voll­zeit­be­schäf­ti­gun­gen gibt es laut Ad­zu­na kei­ne Bran­che, in der Frau­en durch­schnitt­lich mehr ver­die­nen als Män­ner. In­ja Schnei­der, Coun­try Ma­na­ger Deutsch­land bei Ad­zu­na, kom­men­tiert: "Un­se­re Stu­die zeigt, dass auch die ge­leis­te­te Ar­beits­zeit ei­nen Ein­fluss auf das ge­schlechts­spe­zi­fi­sche Ver­dienst­ge­fäl­le ha­ben kann."

Sie fügt hin­zu: "Auch wenn sich ei­ne re­du­zier­te Be­schäf­ti­gung ge­ne­rell ne­ga­tiv auf das Ge­halt bei­der Ge­schlech­ter aus­wirkt, so könn­te die bei Frau­en viel kri­ti­sier­te Teil­zeit­ar­beit Ar­beit­neh­me­rin­nen ein ver­gleichs­wei­se fai­re­res Ge­halt be­sche­ren, was ein­zel­ne Bran­chen be­trifft."


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Letzte Überarbeitung: 16. Oktober 2018

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