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Ta­rif­ei­ni­gung bei der Bahn: 6,1 Pro­zent plus

Die Bahn und die Bahn­ge­werk­schaft EVG ha­ben sich ge­ei­nigt. Ne­ben ei­ner Lohn­er­hö­hung von 6,1 Pro­zent gibt es für die Be­schäf­tig­ten künf­tig grö­ße­re Wahl­mög­lich­kei­ten
Bahnhof, Zug, Versetzung

17.12.2018. (dpa/fle) - Nach der Ta­rif­ei­ni­gung der Deut­schen Bahn mit der Ge­werk­schaft EVG müs­sen Bahn­rei­sen­de in die­sem Jahr kei­ne wei­te­ren Streiks be­fürch­ten.

Zwar dau­ert der Ta­rif­streit mit der klei­ne­ren Lok­füh­rer­ge­werk­schaft GDL an. Aber es wird bis zum Jah­res­en­de kei­ne Streiks ge­ben, weil die Ge­werk­schaft Deut­scher Lok­füh­rer (GDL) nach gel­ten­der Re­ge­lung erst nach ei­nem Sch­lich­tungs­ver­fah­ren da­zu auf­ru­fen darf.

Über das wei­te­re Vor­ge­hen hielt sich die GDL am Wo­chen­en­de zu­nächst be­deckt. Bei der Deut­schen Bahn AG hieß es: "Wir sind selbst­ver­ständ­lich wei­ter ver­hand­lungs­be­reit."

Die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) hat­te sich am Sams­tag­mor­gen nach ta­ge­lan­gen Ver­hand­lun­gen auf ein Ta­rif­pa­ket mit der Deut­schen Bahn AG ver­stän­digt. Es sieht ei­ne Lohn­er­hö­hung von ins­ge­samt 6,1 Pro­zent in zwei Stu­fen vor. Zum 01.07.2019 sol­len die Löh­ne um 3,5 Pro­zent stei­gen, ein Jahr spä­ter noch ein­mal um 2,6 Pro­zent. Zu­dem er­hal­ten die Be­schäf­tig­ten ei­ne Ein­mal­zah­lung von 1000 EUR. Die neu­en Ta­rif­ver­trä­ge gel­ten rück­wir­kend vom 01.10.2018 und ha­ben ei­ne Lauf­zeit von 29 Mo­na­ten. Das Ge­samt­pa­ket um­fasst auch Ver­bes­se­run­gen für Nach­wuchs­kräf­te so­wie neue Wahl­mög­lich­kei­ten.

In dem Ta­rif­kon­flikt mit der EVG geht es um ins­ge­samt rund 160.000 Be­schäf­tig­te. Die EVG, die ei­nen Groß­teil der Mit­ar­bei­ter ver­tritt, hat­te ih­re For­de­run­gen jüngst mit ei­nem mehr­stün­di­gen Warn­streik un­ter­stri­chen und da­mit bun­des­weit er­heb­li­che Stö­run­gen im Zug­ver­kehr ver­ur­sacht (18/298 Bun­des­wei­te Warn­streiks bei der Bahn).

EVG-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Re­gi­na Rusch-Ziem­ba sprach nach vier­tä­gi­gen Ver­hand­lun­gen von ei­nem "Er­folg auf gan­zer Li­nie". Für DB-Per­so­nal­vor­stand Mar­tin Sei­ler ist die Ei­ni­gung ein gro­ßer Schritt "in ei­ne mo­der­ne­re Ta­rif- und Ar­beits­welt". Nun kön­ne sich das Un­ter­neh­men dar­auf kon­zen­trie­ren, die Agen­da für ei­ne bes­se­re Bahn um­zu­set­zen und Qua­li­tät so­wie Pünkt­lich­keit zu ver­bes­sern.

Zum 01.01.2021 er­hal­ten die Be­schäf­tig­ten er­neut die Mög­lich­keit, an­stel­le der zwei­ten Stu­fe mehr Frei­zeit be­zie­hungs­wei­se Ur­laub zu wäh­len. Sie kön­nen laut EVG al­so zwi­schen 2,6 Pro­zent mehr Geld, sechs Ta­gen mehr Ur­laub oder ei­ner Ar­beits­zeit­ver­kür­zung wäh­len. Al­le, die sich für mehr Ur­laub ent­schei­den, er­hal­ten im Au­gust 2020 - für die Zeit vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 - laut EVG ei­ne Ein­mal­zah­lung von 700 EUR. Fer­ner kön­nen DB-Mit­ar­bei­ter künf­tig wäh­len, Über­stun­den in ei­ne be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge um­zu­wan­deln.

Die Aus­bil­dungs- und Stu­di­en­ver­gü­tung wird um ins­ge­samt 100 EUR an­ge­ho­ben. Hin­zu kommt ei­ne Ein­mal­zah­lung von 460 EUR. Die ar­beit­ge­ber­fi­nan­zier­te be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge wird er­höht.

Die GDL als klei­ne­re der bei­den kon­kur­rie­ren­den Ge­werk­schaf­ten hat­te am Frei­tag die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für ge­schei­tert er­klärt. GDL und Bahn kön­nen nach dem 2015 ver­ein­bar­ten Ver­fah­ren ei­ne Sch­lich­tung ein­ver­nehm­lich ein­lei­ten. Al­ter­na­tiv kann ei­ne Sei­te dies tun, wenn sie die Ver­hand­lun­gen zu­vor für ge­schei­tert er­klärt hat. Bis zum En­de des Sch­lich­tungs­ver­fah­rens gilt je­doch ein Streik­ver­bot.

GDL-Chef Claus We­sels­ky hat­te ein ver­än­der­tes Ta­rif­an­ge­bot zu­nächst ab­ge­lehnt, dann ak­zep­tiert und schließ­lich doch wie­der ab­ge­lehnt. Zu­letzt hat­te die GDL ge­for­dert: "So­lan­ge der Ar­beit­ge­ber kein ver­bes­ser­tes An­ge­bot vor­legt, wer­den wir nicht in Ta­rif­ver­hand­lun­gen ein­stei­gen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 7. Januar 2019

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