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Tipps ge­gen Stress auf Dienst­rei­sen

Wer be­ruf­lich ver­reist, steht oft be­son­ders un­ter Stress. Ei­ne gu­te Vor­be­rei­tung kann hel­fen, ist aber nicht das ein­zi­ge Mit­tel
Bahnhof, Zug, Versetzung

02.12.2019. (dpa/fle) - Von ei­nem Flie­ger in den nächs­ten - heu­te hier, mor­gen dort. Das hört sich gla­mou­rös an, für vie­le Ar­beit­neh­mer sind Dienst­rei­sen al­ler­dings oft eher stres­sig.

Denn ei­ne Ge­schäfts­rei­se be­ginnt in der Re­gel nicht erst mit dem Mo­ment, wenn Be­rufs­tä­ti­ge ins Au­to, den Zug oder das Flug­zeug stei­gen.

"Ei­ne Dienst­rei­se frisst auch sehr viel Zeit im Vor­feld und der Nach­be­rei­tung", sagt Chris­to­pher Schulz, der als Be­ra­ter häu­fig un­ter­wegs ist und ein Buch zum The­ma ge­schrie­ben hat. Ei­ner sei­ner Rat­schlä­ge lau­tet da­her: "Die bes­te Dienst­rei­se ist die, die gar nicht statt­fin­det."

Das ist na­tür­lich nicht im­mer um­setz­bar. Für Schulz folgt dar­aus: Ge­ra­de wer oft un­ter­wegs ist, soll­te die Rei­se­zei­ten nach Mög­lich­keit ver­kür­zen oder zu­sam­men­le­gen. Heißt: Wo es sich an­bie­tet, kom­bi­niert man Ter­mi­ne und nutzt so Sy­ner­gi­en. "Dann fährt man im Ide­al­fall zu­min­dest nicht je­de Wo­che zum Ort der Dienst­rei­se, son­dern viel­leicht nur al­le zwölf Ta­ge."

Bei der Pla­nung ist zu­dem dar­auf zu ach­ten, mög­lichst an­ti­zy­klisch zu rei­sen. Am bes­ten setzt man sich nicht mit al­len an­de­ren Mon­tag­mor­gen in Be­we­gung, son­dern setzt auf Ta­ge und Zei­ten, an de­nen in der Bahn und auf den Stra­ßen nicht ganz so viel los ist. "Das re­du­ziert den Stress, senkt fast im­mer den Zeit­be­darf und re­du­ziert auch meist die Kos­ten", sagt Schulz.

Wer für ein be­stimm­tes Pro­jekt für ei­ni­ge Wo­chen oder Mo­na­te im­mer wie­der die glei­che Stre­cke zu­rück­le­gen muss, soll­te sich Schulz zu­fol­ge ein Set­ting su­chen und das im­mer wei­ter op­ti­mie­ren. "Man nimmt die im­mer glei­che Ver­bin­dung, das im­mer glei­che Ho­tel und hat dann die im­mer glei­che Ab­rech­nung." Das klingt zwar lang­wei­lig, spa­re aber den Auf­wand bei der Pla­nung und er­leich­te­re die Um­set­zung vor Ort.

Auch die bes­te Vor­be­rei­tung be­wahrt Dienst­rei­sen­de nicht vor Un­er­war­te­tem, sei es ein Un­wet­ter, das den Bahn­ver­kehr lahm­legt oder Flü­ge, die we­gen Streik aus­fal­len. Be­schäf­tig­te müs­sen sich dann kei­ne Vor­wür­fe ma­chen, sagt Jut­ta Bo­enig von der Deut­schen Ge­sell­schaft für Kar­rie­r­e­be­ra­tung. Dann fal­le es auch et­was leich­ter sich nicht auf­zu­re­gen, son­dern die Si­tua­ti­on zu ak­zep­tie­ren und Plan B ab­zu­ru­fen.

Be­ra­ter Chris­to­pher Schulz hat ei­nen psy­cho­lo­gi­schen Trick pa­rat, den er oft selbst an­wen­det. "Al­le Flü­ge sind ge­can­celt oder man ist mal wie­der ge­stran­det - für sol­che Si­tua­tio­nen re­ser­vie­re ich mir ei­ne be­son­de­re Be­loh­nung." Man kön­ne sich et­wa ei­nen ganz spe­zi­el­len Kaf­fee gön­nen, den man sonst nicht trinkt oder die neu­es­te Fol­ge der Lieb­lings­se­rie an­schau­en.

Viel Ar­beit, we­nig Schlaf, ein kom­plett an­de­rer Ta­ges­rhyth­mus - das kann ganz schön an die Sub­stanz ge­hen. Für Chris­to­pher Schulz ist klar: Stress lässt sich re­du­zie­ren, wenn mög­lichst vie­le Un­si­cher­heits­fak­to­ren aus­ge­schlos­sen wer­den. Han­dy und Lap­top sind voll auf­ge­la­den, bei lan­gen Rei­sen wer­den die Un­ter­la­gen zu­sätz­lich aus­ge­druckt.

Wer auf sei­ne Rei­se mit ei­ner frem­den Spra­chen, un­ge­wohn­ten Ver­kehrs­mit­teln oder ei­nen frem­den Kul­tur kon­fron­tiert ist, kann das zu­min­dest mit der Wahl der Un­ter­kunft aus­glei­chen. "In dem Fall bu­chen Sie lie­ber ein Zim­mer in ei­ner Ho­tel­ket­te, das ist dann zwar lang­wei­lig, aber Sie müs­sen auch kei­ne Über­ra­schung er­war­ten." 

An­sons­ten lau­tet die Faust­re­gel: Die Un­ter­kunft soll­te ent­we­der na­he am Trans­port­kreuz lie­gen - dann sind Ge­schäfts­rei­sen­de schnell am Bahn­hof oder Flug­ha­fen. Oder man bucht ein Zim­mer, das in der Nä­he des Kun­den liegt, um am Tag des Ter­mins zu­min­dest nicht durch den Be­rufs­ver­kehr zu müs­sen. "Und Mes­se und Groß­ver­an­stal­tun­gen soll­te man im­mer auf dem Ra­dar ha­ben", sagt Schulz. Für sol­che Fäl­le sei es oft ent­spann­ter, ei­nen Aus­weich­ter­min zu su­chen.

Die Leer­lauf­zei­ten auf Ge­schäfts­rei­sen nutzt der Be­ra­ter für Auf­ga­ben, die er in fünf bis zehn Mi­nu­ten er­le­di­gen kann, oh­ne Hoch­kon­zen­tra­ti­on. "Da kann man sich ei­nen Samm­ler an­le­gen und das nach und nach ab­ar­bei­ten - zum Bei­spiel Rei­se­kos­ten ab­rech­nen oder ei­ne Prä­sen­ta­ti­ons­lay­out über­ar­bei­ten." Auch die Weih­nachts­post zum Bei­spiel las­se sich gut auf ei­ner Zug­fahrt er­le­di­gen.

Wich­tig ist Jut­ta Bo­enig zu­fol­ge, die im re­gu­lä­ren Be­trieb an­fal­len­de Ar­beit zu de­le­gie­ren. "Man soll­te nicht den­ken, dass man auf dem Weg zum Flug­ha­fen noch zehn Din­ge hin­be­kommt." Ge­re­gelt krie­ge man das viel­leicht schon, kom­me aber am En­de to­tal er­schöpft beim Ge­schäfts­ter­min an.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 2. Dezember 2019

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