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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/197

Wie sinn­voll sind Feel­good-Ma­na­ger?

Um ih­re Mit­ar­bei­ter glück­lich zu ma­chen und da­mit zu hal­ten, set­zen im­mer mehr Be­trie­be auf Mit­ar­bei­ter, die für ei­ne po­si­ti­ve At­mo­sphä­re am Ar­beits­platz sor­gen sol­len
Gute Beziehung zwischen Angestellten und Vorgesetzen, Chef

13.08.2018. (dpa/wie) - Ob Sport­grup­pen, Tisch­ten­nis-Tur­nie­re oder Ken­nen­lern­pro­gram­me für neue Mit­ar­bei­ter. Ar­beit­neh­mer las­sen sich zu­neh­mend Sa­chen ein­fal­len, um die Stim­mung un­ter den Be­schäf­tig­ten hoch zu hal­ten. Ge­ra­de in Zei­ten des Fach­kräf­te­man­gels sol­len Ar­beit­neh­mer im Un­ter­neh­men ge­hal­ten wer­den.

Im­mer mehr Be­trie­be stel­len mitt­ler­wei­le ei­nen Mit­ar­bei­ter ein, der sich spe­zi­ell um das The­ma Wohl­füh­l­at­mo­sphä­re küm­mern soll. Den sog. Feel­good-Ma­na­ger oder auch Well-Being-Be­auf­trag­ten.

Ein Feel­good-Ma­na­ger muss kom­mu­ni­ka­tiv und selbst-or­ga­ni­siert sein und ei­ne po­si­ti­ve Ein­stel­lung mit­brin­gen, sagt Je­ro­me Ri­en­hoff, seit gut zwei Jah­ren selbst Gu­te-Lau­ne-Spe­zia­list bei der Fir­ma Uniq. Auch Em­pa­thie sei ein wich­ti­ger Punkt, da er auch ein of­fe­nes Ohr für die Sor­gen der Kol­le­gen ha­ben müs­se. "Am En­de des Ta­ges ist es für mich ein gu­ter Tag, wenn ich weiß, ich konn­te den Kol­le­gen hel­fen. Das ist das Schöns­te für mich.", er­zählt Ri­en­hoff.

Als Grund für die­sen Trend sieht Gui­do Her­tel, Pro­fes­sor für Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Wirt­schafts­psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Müns­ter, ne­ben dem Man­gel an qua­li­fi­zier­tem Nach­wuchs auch die zu­neh­men­de Sen­si­bi­li­sie­rung für psy­chi­sche Er­kran­kun­gen am Ar­beits­platz. Es kön­ne sich kein Ar­beit­ge­ber mehr leis­ten, die Wün­sche sei­ner Mit­ar­bei­ter zu igno­rie­ren, so Her­tel.

Das Fraun­ho­fer-In­sti­tut für Ar­beits­wirt­schaft und Or­ga­ni­sa­ti­on hat die Kern­auf­ga­ben ei­nes Feel­good-Ma­na­gers wie folgt be­schrie­ben:

  • Mit­ar­bei­ter­be­dürf­nis­se ana­ly­sie­ren
  • ei­ne op­ti­ma­le Ar­beits­um­ge­bung und of­fe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le schaf­fen
  • Lern­an­ge­bo­te eta­blie­ren
  • ein Feel­good-Ma­nage­ment auf Ba­sis der Un­ter­neh­mens­kul­tur ent­wi­ckeln

Ul­rich F. Schü­bel, Vor­stands­mit­glied der Sek­ti­on Wirt­schafts­psy­cho­lo­gie im Be­rufs­ver­band Deut­scher Psy­cho­lo­gin­nen und Psy­cho­lo­gen, sieht die Men­ge der Auf­ga­ben und de­ren In­ter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum ein Pro­blem. "Es ist ei­ne eher un­struk­tu­rier­te Auf­lis­tung von Din­gen, die in vie­len Or­ga­ni­sa­tio­nen zu kurz kom­men", er­klärt Schü­bel. Er kri­ti­siert, dass Un­ter­neh­men Mit­ar­bei­ter für Din­ge ein­stel­len wür­den, die bei­spiels­wei­se Füh­rungs­kräf­te ver­säumt hät­ten.

"Es ist oft der Ver­such, ein biss­chen Leich­tig­keit in den Ar­beits­all­tag zu brin­gen", so Schü­bel. Je­des Un­ter­neh­men ver­ste­he dar­un­ter et­was an­de­res, was zum Teil zu un­rea­lis­ti­schen Er­war­tun­gen füh­ren kön­ne.


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Letzte Überarbeitung: 20. November 2018

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