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Wird die Di­gi­ta­li­sie­rung der Ar­beits­welt die Ge­sell­schaft spal­ten?

Die Di­gi­ta­li­sie­rung ver­än­dert die Ar­beits­welt und ge­fähr­det vie­le Jobs. Der Bun­des­prä­si­dent sieht die Ge­fahr ei­ner Po­la­ri­sie­rung
Ingenieur Elektrotechnik und Informationstechnik

17.10.2018. (dpa/fle) - Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter St­ein­mei­er hat an­ge­sichts des ra­san­ten di­gi­ta­len Wan­dels vor ei­ner Spal­tung der Ge­sell­schaft ge­warnt.

"Die Wel­len der tech­no­lo­gi­schen In­no­va­ti­on wir­ken im­mer schnel­ler, grei­fen im­mer tie­fer ein in al­le Be­rei­che von Wirt­schaft und Ar­beits­plät­ze", sag­te St­ein­mei­er bei ei­nem Fest­akt zu "100 Jah­re So­zi­al­part­ner­schaft" zwi­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­den und Ge­werk­schaf­ten.

Die Di­gi­ta­li­sie­rung sei ei­ne rie­si­ge Her­aus­for­de­rung. "Wir er­war­ten in den kom­men­den Jahr­zehn­ten doch wahr­schein­lich ei­ne ge­wal­ti­ge Ver­än­de­rung un­se­rer Ar­beits­welt", sag­te St­ein­mei­er. Er neh­me Pro­gno­sen ernst, die vor al­lem vor ei­ner Po­la­ri­sie­rung der Ar­beits­welt warn­ten. Wäh­rend Ein­kom­men bei Hoch­qua­li­fi­zier­ten wei­ter stie­gen, be­ste­he die Ge­fahr, dass für we­ni­ger qua­li­fi­zier­te Tä­tig­kei­ten am En­de we­ni­ger Lohn blei­be.

Im Jahr 1918 hat­ten Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de und Ge­werk­schaf­ten erst­mals ei­ne um­fang­rei­che Kol­lek­tiv­ver­ein­ba­rung ge­schlos­sen - das so­ge­nann­te Stin­nes-Le­gi­en-Ab­kom­men. Es sah un­ter an­de­rem die Ein­füh­rung des 8-St­un­den-Ta­ges vor.

Ar­beit­ge­ber, Ge­werk­schaf­ten, Po­li­tik und Wis­sen­schaft müss­ten Sor­gen von Men­schen ernst neh­men und of­fe­ne Fra­gen et­wa zur so­zia­len Si­cher­heit ge­mein­sam an­ge­hen, sag­te St­ein­mei­er. "Wenn wir die­se Fra­gen ge­mein­sam be­ant­wor­ten, dann neh­men wir auch den­je­ni­gen den Wind aus den Se­geln, die der­zeit mit Zu­kunfts­ängs­ten und Un­ter­gangs­sze­na­ri­en po­li­ti­sche Stim­mung ma­chen." Es dür­fe nicht pas­sie­ren, dass die De­bat­te aus­ein­an­der­drif­te - zwi­schen ei­ner di­gi­ta­len Avant­gar­de, die den tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt vor­an­trei­be und von ihm pro­fi­tie­re, und den so­zia­len und po­li­ti­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen und In­sti­tu­tio­nen, die den ge­sell­schaft­li­chen Fol­ge­wir­kun­gen die­ses Wan­dels "nur noch hin­ter­her­räu­men müs­sen".

Der Vor­sit­zen­de des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB), Rei­ner Hoff­mann, sag­te, es ge­he vor al­lem dar­um, die Ta­rif­bin­dung von Un­ter­neh­men wie­der zu stär­ken. Seit Jah­ren sinkt die­se Zahl der ta­rif­ge­bun­de­nen Fir­men mit ei­nem Haus- oder Flä­chen­ta­rif­ver­trag. Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke sag­te, an­ge­sichts der dra­ma­ti­schen Ta­rif­flucht vie­ler Un­ter­neh­men sei es an der Zeit, die Ta­rif­bin­dung deut­lich zu stär­ken. Er schlug vor, ei­nen Teil des ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beits­ent­gel­tes steu­er­frei zu stel­len. Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer sprach von gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen. Es ge­he dar­um, die Ta­rif­au­to­no­mie wie­der zu ver­brei­tern.

St­ein­mei­er wür­dig­te die So­zi­al­part­ner­schaft von Ar­beit­ge­ber­ver­bän­den und Ge­werk­schaf­ten. Da­von pro­fi­tie­re Deutsch­land vor al­lem in Kri­sen. Es ge­he nun dar­um, ei­nen neu­en An­lauf zu neh­men, um die­se Part­ner­schaft zu stär­ken.

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Letzte Überarbeitung: 17. Oktober 2018

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