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18/011a Zwei­te Ta­rif­run­de bei VW ge­schei­tert

Auch in der zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de über den VW-Haus­ta­rif­ver­trag konn­ten Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber kei­ne Ei­ni­gung er­zie­len.
VW Volkswagen Werk Fabrik Wolfsburg, Autostadt Wolfsburg VW-Werk in Wolfs­burg

12.01.2018. (dpa/wie) - Der VW-Haus­ta­rif ist der größ­te Fir­men­ta­rif­ver­trag in Deutsch­land und gilt in den VW-Wer­ken Em­den, Han­no­ver, Wolfs­burg, Salz­git­ter, Braun­schweig, Kas­sel und bei der Fi­nanz­toch­ter in Braun­schweig.

Ge­nau wie in der rest­li­chen Me­tall- und Elek­tro­bran­che fin­den der­zeit zwi­schen der Ge­werk­schaft IG Me­tall und dem Au­to­kon­zern Ta­rif­ver­hand­lun­gen statt. Die Ge­werk­schaft for­dert ne­ben sechs Pro­zent mehr Geld für die Be­schäf­tig­ten ei­ne Ver­bes­se­rung bei der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung und ei­ne Ga­ran­tie für den Er­halt von Aus­bil­dungs­plät­zen.

Das ak­tu­el­le An­ge­bot von VW sieht ei­ne Er­hö­hung der Ver­gü­tung um zwei Pro­zent vor. Au­ßer­dem be­inhal­tet es ei­ne Lauf­zeit von ei­nem Jahr und ei­ne Ein­mal­zah­lung in Hö­he von 200 Eu­ro. Da­mit ori­en­tiert sich Volks­wa­gen an dem Ar­beit­ge­ber­vor­schlag in den Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die üb­ri­ge Me­tall­bran­che (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/289 Auf­takt in der Me­tall-Ta­rif­run­de und Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/003 Ers­te Warn­streiks in der Me­tall­in­dus­trie).

Ver­hand­lungs­füh­rer Thors­ten Grö­ger, Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall Nie­der­sach­sen und Sach­sen-An­halt be­zeich­ne­te die­ses An­ge­bot am Don­ners­tag nach der zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de als "Un­ver­schämt­heit" und füg­te hin­zu: "Volks­wa­gen hat heu­te ei­ne Chan­ce ver­spielt, den Weg für kon­struk­ti­ve Ver­hand­lun­gen zu be­rei­ten. Das ist ei­ne Pro­vo­ka­ti­on für die Be­schäf­tig­ten."

Zu­dem kri­ti­sier­te die Ge­werk­schaft, dass das Un­ter­neh­men die Aus­bil­dungs­zu­sa­ge nur um ein Jahr ver­län­gern wol­le und ih­rer­seits For­de­run­gen nach Bei­trä­gen der Be­schäf­tig­ten ge­stellt ha­be. "Ich for­de­re Volks­wa­gen auf, die­se Hal­tung grund­le­gend zu än­dern", so Grö­ger.

VW be­grün­de­te das An­ge­bot mit gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen, die durch die E-Mo­bi­li­tät und den di­gi­ta­len Wan­del be­vor­stün­den. Des­halb müss­ten auch die Be­schäf­tig­ten ei­nen Bei­trag, wie et­wa Ar­beits­zeit­fle­xi­bi­li­tät, zur Wett­be­werbs­fä­hig­keit leis­ten.

An­ders als in der üb­ri­gen Me­tall- und Elek­tro­bran­che läuft die Frie­dens­pflicht bei VW erst En­de Ja­nu­ar aus. Volks­wa­gen-Be­triebs­rats­chef Bernd Os­ter­loh hält das An­ge­bot der Ar­beit­ge­ber für "ei­ne Steil­vor­la­ge für die ers­ten Warn­streiks nach Aus­lau­fen der Frie­dens­pflicht".


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Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2018

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