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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/065

Zwei­te Ver­hand­lungs­run­de im öf­fent­li­chen Dienst

Am heu­ti­gen Diens­tag fin­det die zwei­te Run­de der Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die Be­schäf­tig­ten des öf­fent­li­chen Diens­tes, wie z.B. Stra­ßen­rei­ni­ger, Er­zie­her oder Mit­ar­bei­ter der Müll­ab­fuhr statt
Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Müllabfuhr

13.03.2018. (dpa/wie) - Die Ge­werk­schaft Ver.di, die GEW (Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft) und die Po­li­zei­ge­werk­schaft for­dern sechs Pro­zent mehr Geld für die rund 2,3 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten bei Bund und Kom­mu­nen (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/036 Ge­werk­schaf­ten le­gen For­de­run­gen für den öf­fent­li­chen Dienst fest).

Für die zwei­te Ver­hand­lungs­run­de am heu­ti­gen Diens­tag in Pots­dam ist Ver.di-Chef Frank Bsirs­ke dar­auf ein­ge­stellt, dass es "hier kein Spa­zier­gang wird", wie er am Mon­tag mit­teil­te. Ob es wei­te­re Streiks ge­ben wird, kön­ne Bsirs­ke erst nach der Ver­hand­lung sa­gen.

Der Be­am­ten­bund dbb, der eben­falls An­ge­stell­te ver­tritt, for­dert von den Ar­beit­ge­bern ein trag­fä­hi­ges An­ge­bot. "Wenn wie­der nur nach oben ge­bu­ckelt wird und nach un­ten ge­tre­ten, dann wer­den wir den Druck auf der Stra­ße er­hö­hen müs­sen", so dbb-Chef Ul­rich Sil­ber­bach.

Be­son­de­rer Streit­punkt zwi­schen den Par­tei­en ist die ge­for­der­te Min­dest­er­hö­hung der Ge­häl­ter um 200 Eu­ro. "Die For­de­rung nach ei­nem Min­dest­be­trag geht aus un­se­rer Sicht in die fal­sche Rich­tung", er­klär­te der Ver­hand­lungs­füh­rer des Bun­des, In­nen­staats­se­kre­tär Hans-Ge­org En­gel­ke. Ei­ne Auf­sto­ckung der Ver­gü­tung um sechs Pro­zent be­wer­tet er zu­dem als "zu hoch".

Auch der Ver­band Kom­mu­na­ler Ar­beit­ge­ber (VKA) kri­ti­sier­te den Min­dest­be­trag von 200 Eu­ro. Dies wür­de in den un­te­ren Lohn­grup­pen ein Plus von bis zu 11,4 Pro­zent be­deu­te­ten. Das wie­der­um wür­de den Druck er­hö­hen, die be­son­ders be­trof­fe­nen Be­rei­che, wie haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen in Kli­ni­ken, Hilfs- und Be­treu­ungs­kräf­te in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen, Bo­den­ver­kehrs­diens­te an Flug­hä­fen, Nah­ver­kehr und Ab­fall­ent­sor­gung, kom­plett aus den Kom­mu­nen aus­zu­glie­dern.

Au­ßer­dem führ­te der VKA den be­reits be­ste­hen­den Schul­den­stand der Kom­mu­nen von 141 Mil­li­ar­den Eu­ro an. Die Um­set­zung der Ge­werk­schafts­for­de­run­gen wür­de wei­te­re 6,5 Mil­li­ar­den Eu­ro kos­ten und die Kom­mu­nen fi­nan­zi­ell wei­ter un­ter Druck set­zen.

En­gel­ke gab zu be­den­ken, dass zwar auch die Ar­beit­ge­ber an ei­ner Ver­bes­se­rung für die un­te­ren Lohn­grup­pen in­ter­es­siert sei­en, al­ler­dings auch noch ge­nü­gend Geld für die Fach­kräf­te da sein müs­se. Trotz­dem man teil­wei­se noch weit aus­ein­an­der lie­ge, wol­le er die Ver­hand­lun­gen so füh­ren, "dass wir zü­gig zu ei­nem Er­geb­nis kom­men", sag­te der Re­gie­rungs­ver­tre­ter.

Die drit­te und ent­schei­den­de Ver­hand­lungs­run­de ist für den 15. und 16. April ge­plant.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2018

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