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Ar­beits­agen­tur: "Für ei­nen so­zia­len Ar­beits­markt braucht man Zeit"

Iso­la­ti­on und Per­spek­tiv­lo­sig­keit - das prägt das Le­ben von vie­len Lang­zeit­ar­beits­lo­sen: Nun will die Bun­des­re­gie­rung ge­gen­steu­ern
Stellenanzeige in der Zeitung, Stellenmarkt, Arbeitsmarkt

04.05.2018. (dpa/eis) - Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) be­fürch­tet zu ho­he Er­war­tun­gen bei der Be­kämp­fung der Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit.

Der BA-Vor­stands­vor­sit­zen­de Det­lef Schee­le sag­te ge­gen­über der dpa, dass man für den von Uni­on und SPD ge­plan­ten so­zia­len Ar­beits­markt Zeit brau­chen wer­de.

Die Ko­ali­ti­on möch­te mit vier Mil­li­ar­den Eu­ro Lohn­kos­ten et­wa 150.000 Ar­beits­plät­ze in Kom­mu­nen und Un­ter­neh­men sub­ven­tio­nie­ren.

Wenn das Ge­setz kommt, muss erst die In­fra­struk­tur da­für auf­ge­baut wer­den“, er­klärt Schee­le. Im kom­men­den Jahr kön­nen wir dann mit den ers­ten Jobs auf dem so­zia­len Ar­beits­markt be­gin­nen.“ Bis Som­mer möch­te der Ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) ei­nen Ge­setz­ent­wurf für den so­zia­len Ar­beits­markt vor­le­gen. Um­strit­ten ist, ob vie­le der Be­trof­fe­nen ge­ne­rell wie­der Chan­cen auf dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt ha­ben wer­den.

"Das Ziel ist in ers­ter Li­nie, für die­se Men­schen Teil­ha­be zu er­mög­li­chen“, so Schee­le. „Die Men­schen kön­nen wie­der Fuß fas­sen, An­re­gun­gen auch für an­de­res be­kom­men, für den Sport­ver­ein abends oder um mög­li­che Ge­sund­heits­pro­ble­me an­zu­ge­hen.“ Kin­der könn­ten dann se­hen, dass ih­re El­tern zur Ar­beit ge­hen. "Wir kön­nen da­zu bei­tra­gen, dass sich die schäd­li­chen Fol­gen von Ar­beits­lo­sig­keit nicht ver­er­ben.“

Ste­phan Stra­cke, CSU-So­zi­al- und Ar­beits­markt­ex­per­te, er­läu­tert: „Wir stre­ben ei­nen ganz­heit­li­chen An­satz an.“ An­ge­bo­te nur für den be­trof­fe­nen Lang­zeit­ar­beits­lo­sen wä­ren zu we­nig, so Stra­cke ge­gen­über der dpa. „Wir müs­sen auch sein gan­zes Um­feld, vor al­lem sei­ne Fa­mi­lie in den Blick neh­men.“ Das sei gleich­zei­tig ein Bei­trag zur Be­kämp­fung von Kin­der­ar­mut und für mehr Chan­cen­ge­rech­tig­keit. „Zen­tral da­bei ist gu­tes Coa­ching.“ Die Be­trof­fe­nen soll­ten auf den ers­ten Ar­beits­markt ver­mit­telt wer­den.

Schee­le sieht den so­zia­len Ar­beits­markt als „ul­ti­ma ra­tio“ - al­so das letz­te Mit­tel. Es ge­he um ei­ne ver­hält­nis­mä­ßig klei­ne Grup­pe von Men­schen, die schon vier, fünf Jah­re ar­beits­los sei­en, meis­tens äl­ter und oft ge­sund­heit­lich ein­ge­schränkt sei­en. Auf dem all­ge­mei­nen Job­markt sei­en sie kaum mehr ver­mitt­lungs­fä­hig. "In den meis­ten Fäl­len dürf­te es mit Teil­zeit an­fan­gen“, so Schee­le.

Heil hat die Vor­stel­lung, dass die Lohn­kos­ten­zu­schüs­se über ei­nen Zeit­raum von fünf Jah­ren ge­währt wer­den. Da­bei sol­len sie lang­sam ab­schmel­zen kön­nen. So sol­le ver­mie­den wer­den, dass es zu ei­ner ver­fes­tig­ten Sub­ven­tio­nie­rung kommt.


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Letzte Überarbeitung: 4. September 2018

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