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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/195

Ar­beits­schutz in der In­dus­trie 4.0

Die mit der Di­gi­ta­li­sie­rung ein­her­ge­hen­den Ver­än­de­run­gen am Ar­beits­platz ber­gen laut ei­nes Po­si­ti­ons­pa­piers der DGUV neue Ri­si­ken und ge­ben Hand­lungs­be­darf.
Zusammenarbeit Roboter und Mensch, Digitalisierung, Industrie 4.0

21.07.2017. (dpa/wie) - In der pro­du­zie­ren­den Wirt­schaft sind in Deutsch­land di­rekt und in­di­rekt et­wa 15 Mil­lio­nen Men­schen be­schäf­tigt. Un­längst wur­de für die Ver­än­de­run­gen in die­ser Bran­che, be­dingt durch die di­gi­ta­le Mo­der­ni­sie­rung von Ar­beits­schrit­ten, Ma­schi­nen und der Tech­nik im All­ge­mei­nen, der Be­griff "In­dus­trie 4.0" ge­prägt.

Dass da­von be­ein­flusst auch Si­cher­heits­kon­zep­te und Schutz­maß­nah­men an­ge­passt wer­den müs­sen, ha­ben die Trä­ger der ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung und ihr Spit­zen­ver­band, die Deut­sche Ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­che­rung (DGUV), in ei­nem Po­si­ti­ons­pa­pier nie­der­ge­schrie­ben. Es soll Hil­fe­stel­lun­gen für den prä­ven­ti­ven Ar­beits­schutz der Zu­kunft ge­ben.

Laut Dr. Mi­cha­el Hu­el­ke, Ex­per­te für neue Tech­no­lo­gi­en im In­sti­tut für Ar­beits­schutz der DGUV (IFA), muss man sich über die Fol­gen der Neue­run­gen für die Ge­sund­heit und Si­cher­heit der Ar­beit­neh­mer im Kla­ren sein. "Den­ken wir bei­spiels­wei­se an Ro­bo­tik oder As­sis­tenz­sys­te­me wie Da­ten­bril­len: Sie sol­len ent­las­ten und un­ter­stüt­zen; sie ber­gen aber auch neue Un­fall­ri­si­ken, kön­nen die Men­schen über­for­dern oder in fal­scher Si­cher­heit wie­gen."

Dem Po­si­ti­ons­pa­pier zu­fol­ge müs­sen ins­be­son­de­re tech­no­lo­gi­sche As­pek­te, wie die Da­ten­si­cher­heit bei eng ver­netz­ten Sys­te­men oder die Ri­si­ko- und Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung von selbst­stän­di­gen Ma­schi­nen in den Vor­der­grund rü­cken. Auch das Ri­si­ko­ver­hal­ten der Be­schäf­tig­ten bei der Ar­beit mit un­ter­stüt­zen­den Sys­te­men müs­se un­ter­sucht wer­den.

Ins­ge­samt soll­ten bei der Or­ga­ni­sa­ti­on des Ar­beits­schut­zes sämt­li­che Zu­sam­men­hän­ge be­rück­sich­tigt wer­den, so Hu­el­ke. "Die se­lek­ti­ve Be­trach­tung von Ein­zel­as­pek­ten - nur Si­cher­heit, nur Er­go­no­mie oder nur ko­gni­ti­ve Be­las­tung - wird den kom­ple­xen Zu­sam­men­hän­gen in In­dus­trie 4.0 nicht mehr ge­recht."

Der Tech­no­lo­gie-Ex­per­te er­klär­te auch, dass die Ver­än­de­run­gen nicht über­all gleich­zei­tig auf­tre­ten wer­den. "Weil die Bran­chen un­ter­schied­li­che Tech­no­lo­gie­ni­veaus ha­ben, ver­läuft der Pro­zess hin zu ei­ner In­dus­trie 4.0 un­ter­schied­lich schnell."


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Letzte Überarbeitung: 15. Dezember 2017

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