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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/081

Auch Hes­sens Lan­des­be­diens­te­te er­hal­ten acht Pro­zent mehr Geld

Hes­sen ist zwar kein Teil der Ta­rif­ge­mein­schaft der Län­der, ori­en­tiert sich je­doch an de­ren Er­geb­nis: Acht Pro­zent mehr Lohn
Handschlag, eine Hand mit weißem Hemd und Anzugjacke, eine Hand mit Flanellhemd

30.03.2019. (dpa/fle) - Die rund 45.000 An­ge­stell­ten des Lan­des Hes­sen be­kom­men nach ei­ner Ei­ni­gung bei den Ta­rif­ver­hand­lun­gen stu­fen­wei­se acht Pro­zent mehr Geld.

Wie die Ge­werk­schaf­ten und das In­nen­mi­nis­te­ri­um am Frei­tag mit­teil­ten, sol­len die Ge­häl­ter von Be­rufs­ein­stei­gern pro­zen­tu­al stär­ker stei­gen. Der Ei­ni­gung am Frei­tag­vor­mit­tag wa­ren stun­den­lan­ge Ver­hand­lun­gen vor­aus­ge­gan­gen.

Hes­sen war 2004 als ein­zi­ges Bun­des­land aus der Ta­rif­ge­mein­schaft der Län­der (TdL) aus­ge­tre­ten und ver­han­delt seit­dem in Ei­gen­re­gie. Den­noch ori­en­tie­re sich der ak­tu­el­le Ta­rif­ab­schluss wei­test­ge­hend an der TdL-Über­ein­kunft, die Ver­di und der Be­am­ten­bund dbb An­fang März mit den in der TdL ver­tre­te­nen Bun­des­län­dern er­ziel­te, so die Ge­werk­schaf­ten. Die rund ei­ne Mil­li­on Mit­ar­bei­ter der Bun­des­län­der be­kom­men stu­fen­wei­se acht Pro­zent mehr Geld bei ei­ner Lauf­zeit von 33 Mo­na­ten.

Nach der Ei­ni­gung wer­den die Ge­häl­ter nun rück­wir­kend zum 01.03.2019 um 3,2 Pro­zent, min­des­tens aber 100 EUR er­höht. Zum 01.02.2020 be­kom­men die Be­schäf­tig­ten dann er­neut 3,2 Pro­zent mehr Geld, wie­der min­des­tens 100 EUR. Die drit­te Er­hö­hung folgt dann am 01.01.2021 mit 1,4 Pro­zent und min­des­tens 40 EUR mehr.

Ins­ge­samt stei­gen die Ge­häl­ter vom Aus­gangs­ge­halt über die Lauf­zeit um acht Pro­zent. Wer­den die ein­zel­nen Stu­fen (3,2 Pro­zent, 3,2 Pro­zent und 1,4 Pro­zent) zu­sam­men­ge­rech­net, er­ge­ben sich nur 7,8 Pro­zent. Das kommt da­her, dass ab der zwei­ten Er­hö­hung be­reits ein hö­he­res Ur­sprungs­ge­halt zu­grun­de ge­legt wird.

"Ein sol­cher Ab­schluss wä­re in ei­nem star­ren Ein­heits­ta­rif schlicht­weg un­mög­lich ge­we­sen", sag­te In­nen­mi­nis­ter Pe­ter Beuth, der bei den Ge­sprä­chen für das Land am Ver­hand­lungs­tisch saß. Dem­nach sol­len die Ge­häl­ter von Be­rufs­ein­stei­gern pro­zen­tu­al stär­ker stei­gen. So ent­hält das Pa­ket Ent­gel­ter­hö­hun­gen für Aus­zu­bil­den­de und Prak­ti­kan­ten in zwei Schrit­ten von je­weils 60 EUR mo­nat­lich, ei­nen Tag mehr Ur­laub so­wie ei­ne Kin­der­zu­la­ge. Au­ßer­dem gel­te et­wa auch das Hes­sen­ti­cket wei­ter­hin, was den Be­schäf­tig­ten kos­ten­lo­se Bus- und Bahn­fahr­ten er­mög­licht.

"Wir ha­ben hart ge­run­gen", sag­te Wolf­gang Pie­per vom Bun­des­vor­stand der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di. Am En­de sei ei­ner der bes­ten Ab­schlüs­se her­aus­ge­kom­men, den man seit lan­gem in Hes­sen ge­macht ha­be. Mit dem Er­geb­nis könn­ten al­le Ver­hand­lungs­part­ner gut le­ben. "Mit die­ser Ta­rif­ei­ni­gung ist ein fai­rer Kom­pro­miss ge­lun­gen. Hes­sen bleibt da­mit als Ar­beit­ge­ber nicht nur kon­kur­renz­fä­hig, son­dern kann so­gar ei­ni­ge po­si­ti­ve Ak­zen­te set­zen", teil­te dbb-Ver­hand­lungs­füh­rer Vol­ker Gey­er mit. Über die Er­hö­hun­gen kön­nen sich un­ter an­de­rem Mit­ar­bei­ter in den Mi­nis­te­ri­en, beim Lan­des­forst und den Stra­ßen­meis­te­rei­en freu­en.

Der Be­schluss hat noch weit­rei­chen­de­re Fol­gen: Die Ei­ni­gung des Ta­rif­ver­trags für den öf­fent­li­chen Dienst wird üb­li­cher­wei­se auch auf die Be­am­ten des Lan­des über­tra­gen. In­nen­mi­nis­ter Pe­ter Beuth (CDU) ha­be im Rah­men der Ta­rif­ei­ni­gung schrift­lich zu­ge­sagt, das Er­geb­nis zeit­gleich und sys­tem­ge­recht auf Be­sol­dung und Ver­sor­gung im Be­am­ten­be­reich zu über­tra­gen, teil­te der dbb mit.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. März 2019

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