HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/139

DGB will hö­he­re Ta­rif­bin­dung

Der Deut­sche Ge­werk­schaft­bund for­dert ei­ne Ge­set­zes­än­de­rung, um die Ta­rif­bin­dung auf mehr Un­ter­neh­men aus­zu­wei­ten.
Tarifvertrag, Absperrung mit Schild

22.05.2017. (dpa/wie) - An­läss­lich der Bun­des­ta­gung der Christ­lich-De­mo­kra­ti­schen Ar­beit­neh­mer­schaft (CDA) am ver­gan­ge­nen Wo­chen­en­de, kri­ti­sier­te der Vor­sit­zen­de des Deut­schen Ge­werk­schafts­bunds (DGB), Rei­ner Hoff­mann, die ge­rin­ge Ta­rif­bin­dung in Deutsch­land. "We­ni­ger als 50 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten fal­len noch un­ter den Schutz von Ta­rif­ver­trä­gen", so Hoff­mann.

Trotz der Mög­lich­keit ei­ner All­ge­mein­ver­bind­li­ch­er­klä­rung durch mehr­heit­li­che Zu­stim­mung von Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaf­ten, schei­te­re es oft­mals am Ve­to-Recht der Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA) im zu­stän­di­gen Ta­rif­aus­schuss.

Der DGB-Chef will des­halb die Po­si­ti­on der Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de im Aus­schuss schwä­chen und for­dert ei­ne Än­de­rung des Ta­rif­ver­trags­ge­set­zes, die ei­ne Ab­leh­nung nur durch ei­ne Mehr­heit mög­lich macht. "Dann könn­te die BDA von ih­rer Ve­to-Po­si­ti­on kei­nen Ge­brauch mehr ma­chen, und wir wür­den viel mehr Ta­rif­ver­trä­ge für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klä­ren", be­grün­de­te Hoff­mann.

Be­son­ders im Ein­zel­han­del und in den Be­rei­chen Nah­rung, Ge­nuss und Gast­stät­ten sei die Ta­rif­bin­dung be­son­ders ge­ring. Dies set­ze die Ar­beit­neh­mer dem "Lohn­dum­ping, Wett­be­werb nach un­ten und da­mit der Angst vor dem Ab­rut­schen" aus, er­klär­te der DGB-Vor­sit­zen­de.

Das Ziel sei, die Ta­rif­bin­dung deut­lich zu er­hö­hen. Denn Be­schäf­tig­te un­ter dem Schutz ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges hät­ten "vier bis sechs Ta­ge mehr Ur­laub, ein 20 Pro­zent hö­he­res Ein­kom­men und fünf bis sechs St­un­den kür­ze­re Ar­beits­zei­ten in der Wo­che".

Au­ßer­dem sprach sich Hoff­mann noch für ein Rück­kehr­recht für Teil­zeit­be­schäf­tig­te auf ei­ne vol­le Stel­le aus, wie es be­reits Bun­des­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les in ei­nem ent­spre­chen­den Ge­set­zes­ent­wurf durch­set­zen möch­te (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/008 An­spruch auf be­fris­te­te Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung).


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 24. Mai 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de