HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/186

Die ver­fes­tig­te Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit

Wäh­rend die Zahl der Harz-IV-Be­zie­her leicht sinkt, steigt de­ren durch­schnitt­li­che Dau­er der Ar­beits­lo­sig­keit.
Schreiben der Bundesagentur für Arbeit mit darauf liegenden Geldscheinen

11.07.2017. (dpa/wie) - Er­werbs­fä­hi­ge Hartz-IV-Emp­fän­ger sind in Deutsch­land im Schnitt 629 Ta­ge ar­beits­los. Das geht aus den Da­ten der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) für das Jahr 2016 her­vor. Im Ver­gleich zu 2011 ist die Dau­er der Ar­beits­lo­sig­keit die­ser Grup­pe um 74 Ta­ge bzw. 13,3 Pro­zent ge­stie­gen.

Et­wa 4,4 Mil­lio­nen der ins­ge­samt 6,2 Mil­lio­nen Hartz-IV-Be­zie­her sind laut BA er­werbs­fä­hig. Ein Teil da­von sei je­doch nicht ar­beits­los, son­dern er­hal­te die Leis­tun­gen zu­sätz­lich zum Ein­kom­men. Die Zahl der er­werbs­fä­hi­gen Be­zie­her von Ar­beits­lo­sen­geld II oh­ne Ar­beit lag im ver­gan­ge­nen Jahr bei 1,87 Mil­lio­nen. Das wa­ren 210.000 we­ni­ger als noch im Jahr 2011 (2,08 Mil­lio­nen).

Im Som­mer 2016 sei auch erst­mals die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ge­sun­ken.

Durch die­se po­si­ti­ven Ent­wick­lun­gen wer­de je­doch die ver­fes­tig­te Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit sicht­bar. "Für Per­so­nen, die auf­grund meh­re­rer Fak­to­ren be­son­de­re Pro­ble­me da­bei ha­ben, ei­ne neue Be­schäf­ti­gung auf dem ers­ten Ar­beits­markt zu fin­den, wird es im­mer schwe­rer, ei­ne Stel­le zu fin­den", er­klär­te die BA. Dem­ent­spre­chend wür­de die Dau­er der Ar­beits­lo­sig­keit stei­gen.

Ein Fak­tor für ei­ne län­ge­re Pha­se oh­ne Job sei feh­len­de Be­rufs­aus­bil­dung. Das trä­fe auf mehr als die Hälf­te der Men­schen zu, die über ein Jahr ar­beits­los sind. Ein wei­te­res Hemm­nis sei ge­sund­heit­li­che Be­ein­träch­ti­gung, die bei ei­nem Drit­tel der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ei­ne Rol­le spie­le. Schließ­lich sei auch das Al­ter ent­schei­dend. Über ein Vier­tel die­ser Per­so­nen­grup­pe ist 55 Jah­re oder äl­ter. "Bei vie­len Lang­zeit­ar­beits­lo­sen tre­ten zwei oder mehr die­ser oder an­de­rer Hemm­nis­se gleich­zei­tig auf", so die BA.

Um die Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit prä­ven­tiv zu be­kämp­fen, wol­le die Bun­des­agen­tur für Ar­beit u.a. die Ju­gend­be­rufs­agen­tu­ren stär­ken, um bei der Un­ter­stüt­zung schon in jun­gen Jah­ren an­zu­set­zen. Au­ßer­dem sol­le die Be­treu­ung von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen mit we­ni­ger Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen ver­bes­sert wer­den. Ers­te Mo­del­le bei ei­ni­gen Job­cen­tern sei­en viel­ver­spre­chend.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 4. September 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de