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Dis­kri­mi­nie­rung am Ar­beits­platz we­gen Ho­mo­se­xua­li­tät

Ei­ner aku­el­len Stu­die zu­fol­ge ge­hen Schwu­le und Les­ben am Ar­beits­platz im­mer of­fe­ner mit ih­rer se­xu­el­len Iden­ti­tät um. Fäl­le von Dis­kri­mi­nie­rung gibt es den­noch vie­le.
Regenbogenflagge Homosexualität, Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung

20.07.2017. (dpa/wie) - Ho­mo­se­xua­li­tät wird in der heu­ti­gen Ge­sell­schaft im­mer of­fe­ner auf­ge­nom­men.

Auch die Un­ter­neh­mens­kul­tur in Deutsch­land hat sich da­hin­ge­hend ge­än­dert. Im­mer mehr Schwu­le und Les­ben re­den auch am Ar­beits­platz selbst­be­wusst mit ih­ren Kol­le­gen über ih­re se­xu­el­le Iden­ti­tät.

Den­noch blei­ben Aus­gren­zun­gen, Be­nach­tei­li­gun­gen und ho­mo­pho­be An­spie­lun­gen und Be­lei­di­gun­gen an der Ta­ges­ord­nung.

Das In­sti­tut für Di­ver­si­ty- & An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­for­schung (IDA) hat zu­sam­men mit der An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des und der Hoch­schu­le Fre­se­ni­us ei­ne Stu­die na­mens "Out im Of­fice?" er­ar­bei­tet. Da­bei han­delt es sich um ei­ne Be­fra­gung un­ter 2.884 ho­mo­se­xu­el­len so­wie bi­se­xu­el­len und trans­ge­schlecht­li­chen Ar­beit­neh­mern zu ih­rer Si­tua­ti­on im Job.

Von den Be­frag­ten ga­ben 28,9 Pro­zent an, am Ar­beits­platz of­fen mit ih­rer Se­xua­li­tät um­zu­ge­hen und mit al­len Kol­le­gen dar­über zu spre­chen. Das sind mehr als dop­pelt so vie­le wie bei der letz­ten Stu­die vor zehn Jah­ren (12,7 Pro­zent). Ein Drit­tel be­hält sei­ne se­xu­el­le Ori­en­tie­rung al­ler­dings wäh­rend der Ar­beits­zeit für sich oder öff­net sich nur we­ni­gen Per­so­nen ge­gen­über. Im Jahr 2007 ge­hör­ten zu die­ser Grup­pe noch mehr als die Hälf­te der Be­frag­ten.

Un­ver­än­dert blie­ben ge­gen­über der ers­ten Er­he­bung je­doch die Zah­len hin­sicht­lich er­fah­re­ner Dis­kri­mi­nie­rung am Ar­beits­platz. Drei Vier­tel der Teil­neh­mer ga­ben an, be­reits Op­fer von Be­nach­tei­li­gung oder Be­läs­ti­gun­gen im Job ge­wor­den zu sein. "Wir ha­ben noch ei­nen wei­ten Weg zu ge­hen", sag­te da­zu die Lei­te­rin der An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des, Chris­ti­ne Lü­ders bei der Vor­stel­lung des Be­richts am Mitt­woch in Ber­lin.

Trans­ge­schlecht­li­che Be­schäf­tig­te be­han­deln ih­re ei­ge­ne se­xu­el­le Ori­en­tie­rung laut der Stu­die deut­lich dis­kre­ter. Auf­grund hö­her Be­tei­li­gung die­ser Grup­pe konn­ten erst­mals auch für sie aus­sa­ge­kräf­ti­ge Da­ten er­ho­ben wer­den. Dem­nach hal­ten sich et­wa 70 Pro­zent der Be­frag­ten mit der Preis­ga­be ih­rer Ge­schlechts- bzw. se­xu­el­len Iden­ti­tät ge­gen­über Kol­le­gen und Vor­ge­setz­ten sehr zu­rück. Au­ßer­dem sei­en sie deut­lich häu­fi­ger von Dis­kri­mi­nie­run­gen am Ar­beits­platz be­trof­fen.

"Die Be­fra­gung zeigt lei­der deut­lich: LSBT-Be­schäf­tig­te er­le­ben am Ar­beits­platz Aus­gren­zung, Mob­bing und Be­läs­ti­gun­gen", er­klär­te Lü­ders. "Wir se­hen aber auch: Das ge­wan­del­te ge­sell­schaft­li­che Kli­ma schlägt sich in den Un­ter­neh­men nie­der. Vie­le Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer kön­nen heu­te of­fe­ner mit ih­rer se­xu­el­len Ori­en­tie­rung um­ge­hen als noch vor zehn Jah­ren. Un­ter­neh­men kön­nen und soll­ten das un­ter­stüt­zen - in­dem sie Dis­kri­mi­nie­rung sicht­bar ahn­den und ei­ne of­fe­ne Un­ter­neh­mens­kul­tur för­dern, zum Bei­spiel durch mehr Di­ver­si­ty-Trai­nings", er­gänz­te sie.

Die Un­ter­neh­men soll­ten auch aus wirt­schaft­li­chen Grün­den an ei­ner of­fe­nen Un­ter­neh­mens­kul­tur ar­bei­ten, meint Dr. Do­mi­nic Frohn, wis­sen­schaft­li­cher Lei­ter des IDA und Do­zent an der Hoch­schu­le Fre­se­ni­us. Je frei­er die Mit­ar­bei­ter mit ih­rer se­xu­el­len Iden­ti­tät um­ge­hen könn­ten, des­to zu­frie­de­ner und ver­bun­de­ner wä­ren sie dem Be­trieb ge­gen­über.


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Letzte Überarbeitung: 15. Dezember 2017

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