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Dis­kri­mi­nie­rung in Job­cen­tern und Ar­beits­agen­tu­ren

Aus ei­nem Be­richt der An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des geht her­vor, dass schwer Ver­mit­tel­ba­re bei der Ar­beits­su­che oft schlech­ter be­han­delt wer­den.
Diskriminierung Alter, Geschlecht, Religion, Menschen mit Behinderung

30.06.2017. (dpa/wie) - Am gest­ri­gen Don­ners­tag wur­den in Ber­lin die Er­geb­nis­se des Drit­ten Ge­mein­sa­men Be­richts der An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des vor­ge­stellt. Ziel des Be­richts war es, „Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen sicht­bar zu ma­chen und Dis­kri­mi­nie­rungs­ri­si­ken zu iden­ti­fi­zie­ren“, heißt es in dem Do­ku­ment.

Teil des Be­richts sind die Er­geb­nis­se der Stu­die „Dis­kri­mi­nie­rungs­ri­si­ken in der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung“. Dem­nach sei­en Aus­län­der, Be­hin­der­te, Äl­te­re und Al­lein­er­zie­hen­de aber auch Ho­mo­se­xu­el­le be­son­ders ge­fähr­det, in Job­cen­tern und Ar­beits­agen­tu­ren schlech­ter be­han­delt zu wer­den.

Hin­ter­grund sei­en ho­he Ver­mitt­lungs­zah­len, die von Ver­mitt­lern zu er­zie­len sind. Dem­ent­spre­chend wür­de man sich in der Ar­beits­ver­mitt­lung be­son­ders auf Ar­beits­lo­se kon­zen­trie­ren, bei de­nen die Wahr­schein­lich­keit auf ei­nen neu­en Job hö­her ist.

Laut Ar­beits­markt­for­scher Mar­tin Brus­sig sind aber auch die ho­he Fluk­tua­ti­on der Mit­ar­bei­ter so­wie de­ren häu­fig nur be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge als Grün­de zu nen­nen. Au­ßer­dem man­ge­le es an Wei­ter­bil­dung und Ein­ar­bei­tung der Ar­beits­ver­mitt­ler. „Von ei­ner un­pro­fes­sio­nel­len Ar­beit sind vie­le Men­schen mit be­son­de­rem För­der­be­darf be­trof­fen“, er­klär­te Brus­sig, der an der Ana­ly­se die­ses Pro­blems für den Be­richt ge­ar­bei­tet hat. Oft sei­en die Ent­schei­dun­gen der Job­cen­ter auf­grund man­geln­der Trans­pa­renz auch nicht nach­voll­zieh­bar.

Die Lei­te­rin der An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le, Chris­ti­ne Lü­ders, ver­tei­dig­te die Job­cen­ter und Ar­beits­agen­tu­ren. Die­se wür­den gu­te Ar­beit leis­ten, für die­je­ni­gen, die be­nach­tei­ligt wer­den, soll­te es aber un­ab­hän­gi­ge Om­buds­stel­len ge­ben. „Be­wer­ber mit aus­län­di­schen Wur­zeln vor al­lem mit aus­län­di­schem Na­men“ ha­ben es laut der Mi­gra­ti­ons­be­auf­trag­ten Ay­dan Özoğuz be­son­ders schwer.

Fäl­le von Dis­kri­mi­nie­run­gen gibt es laut der An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le auch bei der Woh­nungs­su­che oder in der Öf­fent­lich­keit und in der Frei­zeit. Doch al­lein 41 Pro­zent der er­hal­te­nen Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen be­tra­fen das Ar­beits­le­ben.

Ei­ne Spre­che­rin des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ar­beit und So­zia­les gab an, dass man zu­sam­men mit der Bun­des­agen­tur für Ar­beit den Be­richt aus­wer­ten und mög­li­che Ver­bes­se­run­gen er­ör­tern wer­de.


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Letzte Überarbeitung: 18. September 2018

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