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Ei­ni­gung im Län­der-Ta­rif­streit - mehr Geld in zwei Stu­fen

Am En­de gab es auf bei­den Sei­ten zu­frie­de­ne Ge­sich­ter: Die Ta­rif­kom­mis­si­on von Ver­di nahm den Lohn­kom­pro­miss für die Be­schäf­tig­ten der Län­der gar ein­stim­mig an - das gab es noch nie, sag­te ihr Vor­sit­zen­der Bsirs­ke
Feuerwehrmann Polizist Arzt Wor­auf ei­nig­ten sich Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber?

18.02.2017. (dpa) - Neue Streiks an Schu­len und Ki­tas sind ab­ge­wen­det: Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber ei­nig­ten sich im Ta­rif­kon­flikt für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der auf ins­ge­samt 4,35 Pro­zent mehr Lohn in­ner­halb von zwei Jah­ren und da­zu noch ei­ni­ge Ne­ben­leis­tun­gen.

Rück­wir­kend zum 1. Ja­nu­ar 2017 gibt es für die Be­schäf­tig­ten 2,0 Pro­zent und ab dem 1. Ja­nu­ar 2018 noch­mals 2,35 Pro­zent mehr Geld, min­des­tens aber 75 Eu­ro für un­te­re Ent­gelt­grup­pen, wie Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke am Frei­tag­abend in Pots­dam mit­teil­te.

Ei­ne neue Ent­gelt­stu­fe 6 ins­be­son­de­re für Leh­rer kommt in zwei Schrit­ten bis zum 1. Ok­to­ber 2018.

Das brin­ge im Schnitt 150 Eu­ro mehr.

Für die So­zi­al- und Er­zie­hungs­diens­te so­wie für die Kran­ken­pfle­ge ge­be es eben­falls ei­nen Aus­gleich. So­zi­al­ar­bei­ter er­hal­ten dem­nach Zu­la­gen von 50 bis 100 Eu­ro. Aus­zu­bil­den­de be­kom­men 2017 und 2018 je­weils 35 Eu­ro zu­sätz­lich, Er­zie­he­rin­nen und Ki­ta-Lei­tun­gen 80 Eu­ro mehr. Bis 2019 soll für die­se Be­reich ei­ne neue Ent­gel­t­ord­nung aus­ge­han­delt wer­den.

"Die so­zia­le Ba­lan­ce in die­sem Er­geb­nis stimmt", sag­te Bsirs­ke. Der Ver­hand­lungs­füh­rer der Län­der, Nie­der­sach­sens Fi­nanz­mi­nis­ter Pe­ter-Jür­gen Schnei­der (SPD), sprach von ei­nem Re­sul­tat, "das für die Län­der er­träg­lich ist". Schnei­der be­zif­fer­te die Kos­ten für die Bes­ser­stel­lung der rund ei­ne Mil­li­on Län­der-An­ge­stell­ten auf 870 Mil­lio­nen Eu­ro in 2017 und 1,9 Mil­li­ar­den Eu­ro in 2018.

Der Ver­hand­lungs­füh­rer des Be­am­ten­bun­des dbb, Wil­li Russ, for­der­te, dass das Er­geb­nis auf die 2,2 Mil­lio­nen Be­am­ten und Pen­sio­nä­re von Län­dern und Kom­mu­nen über­tra­gen wer­den sol­le. Dies müs­se nun noch ver­han­delt wer­den. Für Hes­sen, für das nicht mit­ver­han­delt wur­de, sol­le in der kom­men­den Wo­che ein Er­geb­nis er­zielt wer­den. In der Re­gel über­nimmt das Land die Ta­rif­ab­schlüs­se weit­ge­hend.

Auch die Ver­hand­lungs­füh­rer der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) und der Ge­werk­schaft der Po­li­zei (GdP) zeig­ten sich mit dem Er­geb­nis des Ge­samt­pa­ke­tes zu­frie­den, das so­wohl struk­tu­rel­le wie fi­nan­zi­el­le Ver­bes­se­run­gen bringt.

Bsirs­ke und Schnei­der lob­ten die kon­struk­ti­ve At­mo­sphä­re der Ver­hand­lun­gen. Die Ge­samt­for­de­run­gen von Ver­di, dbb und GEW sum­mier­ten sich ur­sprüng­lich auf ins­ge­samt sechs Pro­zent. Das Pa­ket hät­te die Län­der sie­ben Mil­li­ar­den Eu­ro ge­kos­tet.

In den ver­gan­ge­nen Wo­chen hat­ten die Ge­werk­schaf­ten deutsch­land­weit Schu­len, Ki­tas, Stra­ßen­meis­te­rei­en und Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken teil­wei­se lahm­ge­legt. Laut Ver­di wa­ren meh­re­re zehn­tau­send Be­schäf­tig­te be­tei­ligt.

Die Ver­hand­lun­gen wa­ren zum Auf­takt des zwei­ten und ent­schei­den­den Ta­ges der drit­ten Ge­sprächs­run­de zu­nächst ins Sto­cken ge­ra­ten, be­vor dann der Durch­bruch ge­lang.

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Letzte Überarbeitung: 2. August 2019

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