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Bis En­de Ja­nu­ar kei­ne Lok­füh­rer-Streiks - GDL prüft An­ge­bot

Nach lau­tem Sä­bel­ras­seln will die Lok­füh­rer­ge­werk­schaft zu­rück an den Ver­hand­lungs­tisch: Die an­ge­droh­ten Streiks sind ver­tagt. Ne­ben der Ab­si­che­rung von Be­rufs­un­fä­hig­keit geht es den Lok­füh­rern auch um ei­nen Schutz vor Ver­set­zun­gen
Sitzung des Betriebsrats, Betriebsratsversammlung Kann ein Streik end­gül­tig ver­hin­dert wer­den?

17.01.2014. (dpa) - Kun­den der Deut­schen Bahn AG müs­sen bis En­de Ja­nu­ar kei­ne Streiks be­fürch­ten.

Im Ta­rif­kon­flikt um die Ab­si­che­rung von rund 20 000 Lok­füh­rern des Staats­kon­zerns will die Ge­werk­schaft GDL das ver­bes­ser­te An­ge­bot des Un­ter­neh­mens prü­fen.

Bis zu ei­ner er­neu­ten Ver­hand­lungs­run­de spä­tes­tens En­de Ja­nu­ar wer­de man auf die an­ge­droh­ten Streiks ver­zich­ten, er­klär­te die Ge­werk­schaft am Don­ners­tag in Frank­furt.

"Auf den ers­ten Blick scheint das An­ge­bot das Bes­te zu sein, was ei­nem Lo­ko­mo­tiv­füh­rer pas­sie­ren kann. Der Teu­fel steckt je­doch be­kannt­lich im De­tail", kom­men­tier­te GDL-Chef Claus We­sels­ky das am Diens­tag vor­ge­leg­te neue An­ge­bot der Bahn. Die Ge­werk­schaft wer­de ei­nen de­tail­lier­ten Fra­gen­ka­ta­log zu dem um­fang­rei­chen An­ge­bot auf­stel­len und ei­nen Ge­sprächs­ter­min bis En­de Ja­nu­ar ver­ein­ba­ren. "Die­ses Vor­ge­hen ist von dem kla­ren Wil­len des Er­rei­chens ei­ner Lö­sung für die Lo­ko­mo­tiv­füh­rer der DB be­stimmt."

Die Bahn hat­te in dem Kon­flikt um die Ab­si­che­rung der rund 20 000 Be­schäf­tig­ten am Diens­tag un­ter an­de­rem ei­ne 100-pro­zen­ti­ge Ein­kom­mens­ga­ran­tie für Lok­füh­rer an­ge­bo­ten, die als Fol­ge "trau­ma­ti­scher Er­eig­nis­se" ih­ren Be­ruf nicht mehr aus­üben kön­nen. Ge­meint sind da­mit vor al­lem Be­schäf­tig­te, die Selbst­mör­der über­fah­ren ha­ben.

Das Un­ter­neh­men re­agier­te zu­rück­hal­tend auf die An­kün­di­gung. "Die DB hat ein An­ge­bot vor­ge­legt. Wir sind be­reit, dar­über zu ver­han­deln", sag­te ei­ne Bahn­spre­che­rin am Don­ners­tag in Ber­lin. Dar­über hin­aus woll­te sie die Stel­lung­nah­me der GDL vom sel­ben Tag nicht be­wer­ten.

Die GDL for­dert ei­ne spe­zi­el­le, al­lein von der DB zu fi­nan­zie­ren­de Lok­füh­rer-Ver­si­che­rung ge­gen Be­rufs­un­fä­hig­keit. Sie hat­te mit Streiks von die­sem Don­ners­tag an ge­droht. Das bun­des­ei­ge­ne Un­ter­neh­men hat­te ei­ne sol­che Ver­si­che­rung als zu teu­er ab­ge­lehnt.

2013 sind nach Bahn­an­ga­ben rund 150 Lok­füh­rer aus Ge­sund­heits­grün­den fahr­un­taug­lich ge­wor­den.

We­sels­ky un­ter­stell­te der Bahn er­neut, mit dem an­ge­streb­ten Ta­rif­ver­trag die so­ge­nann­te "Land­ver­schi­ckung" für Lok­füh­rer fest­schrei­ben zu wol­len. Ge­meint ist da­mit die Ver­set­zung an an­de­re Dienstor­te für den Fall, dass die DB bei Aus­schrei­bun­gen Ver­kehrs­auf­trä­ge ver­liert. Für die GDL sind die Ver­set­zun­gen ein nicht mehr not­wen­di­ges In­stru­ment aus der Sa­nie­rungs­pha­se der DB.

Bahn-Vor­stand Ul­rich We­ber hat­te vor ei­ner Wo­che er­klärt, die "Land­ver­schi­ckung" ge­be es über­haupt nicht. Im Jahr 2013 sei­en 115 DB-Lok­füh­rer vom Ver­lust von Ver­kehrs­ver­trä­gen be­trof­fen ge­we­sen. 27 da­von sei­en zu dem neu­en Be­trei­ber ge­wech­selt. Die an­de­ren 88 sei­en wei­ter­hin im DB-Kon­zern, ent­we­der auf ei­nem an­de­ren Ar­beits­platz oder in ei­ner Qua­li­fi­zie­rung. 34 sei­en in an­de­re Re­gio­nen ver­setzt wor­den. Nie­man­dem sei ge­kün­digt wor­den.

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Letzte Überarbeitung: 21. März 2014

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