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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/052

For­scher: Bis 2060 knapp sie­ben Mil­lio­nen we­ni­ger Ar­beits­kräf­te

Hier im­mer mehr Rent­ner, dort im­mer we­ni­ger Be­rufs­star­ter - oh­ne aus­län­di­sche Ar­beits­kräf­te wer­den in Deutsch­land laut For­schern in den nächs­ten Jahr­zehn­ten die Ar­beits­kräf­te knapp: Die Wirt­schaft könn­te ins Sch­lin­gern ge­ra­ten, fürch­ten die Fach­leu­te
Gruppe von Arbeitnehmern, Ärztin, Architekt Wie kann das Ar­beits­kräf­teni­veau ge­hal­ten wer­den?

17.02.2017. (dpa) - Deutsch­land muss sich nach Pro­gno­sen von Ar­beits­markt­for­schern in den nächs­ten vier Jahr­zehn­ten auf ei­nen star­ken Ar­beits­kräf­te-Rück­gang ein­stel­len.

In den kom­men­den Jahr­zehn­ten schwin­den die Ar­beits­kräf­te, geht aus ei­ner am Don­ners­tag in Nürn­berg ver­öf­fent­lich­ten Lang­zeit­pro­gno­se des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB) zum so ge­nann­ten Er­werbs­per­so­nen­po­ten­zi­al her­vor.

Die Ab­wärts­ent­wick­lung las­se sich selbst mit Zu­wan­de­rern al­len­falls ab­mil­dern, schrei­ben die Fach­leu­te.

Selbst bei 200.000 Zu­wan­dern im Jahr wer­de die Zahl der Män­ner und Frau­en im er­werbs­fä­hi­gen Al­ter im Jahr 2060 um rund 6,9 Mil­lio­nen nied­ri­ger lie­gen als heu­te.

Sie wer­de vor­aus­sicht­lich von 45,832 Mil­lio­nen im Jahr 2015 auf 38,9 Mil­lio­nen zu­rück­ge­hen, ha­ben die Nürn­ber­ger Wis­sen­schaft­ler er­rech­net.

In der Rech­nung sei be­reits ein­kal­ku­liert, dass künf­tig mehr Frau­en auf den Ar­beits­markt drän­gen wer­den und äl­te­re Be­schäf­tig­te län­ger in ih­rem Be­ruf blei­ben.

Oh­ne Zu­wan­de­rung wür­de es nach der IAB-Pro­gno­se mit der Zahl der Er­werbs­per­so­nen noch deut­lich schnel­ler berg­ab ge­hen. Be­reits im Jahr 2030 wür­de die Zahl der Ar­beits­kräf­te um 3,8 Mil­lio­nen sin­ken, im Jahr 2050 gä­be es be­reits knapp 11,4 Mil­lio­nen we­ni­ger Ar­beits­kräf­te; bis zum Jahr 2060 wür­de die Lü­cke auf rund 15 Mil­lio­nen stei­gen.

Um das Ar­beits­kräf­te­an­ge­bot auf dem heu­ti­gen Ni­veau zu hal­ten, bräuch­te Deutsch­land nach Be­rech­nun­gen der Denk­fa­brik der Bun­des­agen­tur für Ar­beit in den kom­men­den Jahr­zehn­te jähr­lich ei­ne Zu­wan­de­rung von 400.000 aus­län­di­schen Ar­beits­kräf­ten.

Haupt­grün­de für die wach­sen­de Ar­beits­kräf­te-Lü­cke sind nach Fest­stel­lun­gen der For­scher ne­ben der Über­al­te­rung der deut­schen Ge­sell­schaft die nied­ri­gen Ge­bur­ten­ra­ten: Al­lein zwi­schen 2015 und 2030 gin­gen auf das Kon­to des de­mo­gra­fi­schen Ef­fekts mehr als 6 Mil­lio­nen Ar­beits­kräf­te, bis 2060 sei­en es 18,1 Mil­lio­nen. Dem wer­den vor­aus­sicht­lich nur knapp 3 Mil­lio­nen zu­sätz­li­che er­werbs­fä­hi­ge Frau­en und Äl­te­re ge­gen­über­ste­hen und die Ent­wick­lung ab­mil­dern.

Der Ar­beits­kräf­te­man­gel müs­se den­noch nicht zwangs­läu­fig in ei­nen Fach­kräf­te­man­gel mün­den, ge­ben die For­scher zu be­den­ken. Volks­wirt­schaf­ten sei­en in der La­ge, sich an sol­che ver­än­der­ten Si­tua­tio­nen an­zu­pas­sen. Ab­ge­fe­dert wer­den könn­te die sin­ken­de Zahl der Er­werbs­per­so­nen auch von der zu­neh­men­den Di­gi­ta­li­sie­rung der Wirt­schaft. Trotz­dem wer­de künf­tig Zu­wan­de­rung not­wen­dig sein. Auch müs­se mehr da­für ge­tan wer­den, Müt­tern die Rück­kehr ins Be­rufs­le­ben und Äl­te­ren den län­ge­ren Ver­bleib in ih­rem Job zu er­mög­li­chen.

En­de 2016 war die Er­werbs­tä­ti­gen­zahl in Deutsch­land in­des dank der gu­ten Kon­junk­tur und mehr Jobs in Dienst­leis­tungs­be­ru­fen auf ei­nen Höchst­stand ge­stie­gen. Mit 43,7 Mil­lio­nen Men­schen mit Ar­beits­ort in der Bun­des­re­pu­blik zähl­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt im vier­ten Quar­tal ei­nen Re­kord seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung, wie es am Don­ners­tag in Wies­ba­den mit­teil­te.

Al­ler­dings leg­te die Be­schäf­ti­gung mit ei­nem Plus von 0,6 Pro­zent ge­mes­sen am Vor­jah­res­quar­tal lang­sa­mer zu. Im ers­ten Quar­tal 2016 hat­te das Plus bin­nen Jah­res­frist noch 1,3 Pro­zent be­tra­gen, im zwei­ten Quar­tal 1,2 Pro­zent und im drit­ten Quar­tal 0,8 Pro­zent. Wäh­rend mehr Ar­beits­plät­ze in der Dienst­leis­tungs­bran­che ent­stan­den, sank die Zahl der Jobs im Pro­du­zie­ren­den Ge­wer­be (oh­ne Bau­ge­wer­be) so­wie in der Land- und Forst­wirt­schaft und der Fi­sche­rei.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 14. Februar 2018

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