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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/027

For­scher: Bun­des­agen­tur braucht 20 Mil­li­ar­den Eu­ro Rück­la­gen

Die Be­gehr­lich­kei­ten lie­ßen nicht lan­ge auf sich war­ten: Kaum hat­te die Bun­des­agen­tur ih­ren jüngs­ten Mil­li­ar­den­über­schuss ver­mel­det, kur­sier­ten ers­te For­de­run­gen nach ei­ner Sen­kung der Bei­trä­ge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung. Ge­nau da­vor war­nen Ar­beits­markt­for­scher
Münzen, Münzhaufen Wo­vor warnt das IAB?

24.01.2017. (dpa) - Ar­beits­markt­for­scher ha­ben sich ge­gen die von ei­ni­gen Po­li­ti­kern und dem Bund der Steu­er­zah­ler ge­for­der­te Sen­kung der Bei­trä­ge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung aus­ge­spro­chen.

Ei­ne sol­che Bei­trags­sen­kung sei erst bei ei­ner aus­rei­chend gro­ßen fi­nan­zi­el­len Rück­la­ge der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) sinn­voll, be­tont das In­sti­tut für Ar­beits­markt und Be­rufs­for­schung (IAB) in ei­ner am Mon­tag in Nürn­berg ver­öf­fent­lich­ten Stu­die.

Er­fah­run­gen aus den ver­gan­ge­nen drei Re­zes­sio­nen hät­ten ge­zeigt, dass die Bun­des­agen­tur zur Be­wäl­ti­gung von Wirt­schafts­kri­sen rund 20 Mil­li­ar­den Eu­ro be­nö­ti­ge.

Der­zeit be­trägt die Rück­la­ge der Bun­des­agen­tur für Kri­sen­zei­ten aber le­dig­lich 11 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Der Bund der Steu­er­zah­ler hat­te an­ge­sichts der zu­letzt ho­hen BA- Über­schüs­se von 4,9 Mil­li­ar­den Eu­ro da­für plä­diert, den Bei­trags­satz von jetzt 3,0 auf 2,5 Pro­zent zu sen­ken. Un­ter­stüt­zung be­kam er vom Frei­bur­ger Öko­no­men und "Wirt­schafts­wei­sen" Lars Feld und ei­ni­gen Uni­ons­po­li­ti­kern. Die Über­schüs­se müss­ten an die Bei­trags­zah­ler zu­rück­ge­ge­ben wer­den, hat­te der Vi­ze­chef der CDU/CSU-Frak­ti­on im Bun­des­tag, Mi­cha­el Fuchs be­tont.

Da­vor warnt je­doch das IAB, das un­ter dem Dach der Bun­des­agen­tur Ar­beits­markt­for­schung be­treibt: Die Nürn­ber­ger Bun­des­be­hör­de kön­ne ihr Kri­sen­zei­ten not­wen­dig Sta­bi­li­sie­rungs­funk­ti­on "nur durch den Auf­bau ei­ner hin­rei­chen­den Rück­la­ge er­fül­len". Da­bei warnt das IAB: "Die in den ver­gan­ge­nen Jah­re sehr po­si­ti­ve Ar­beits­markt­ent­wick­lung kann nicht als Nor­mal­fall gel­ten." Erst wenn die BA-Rück­la­gen aus­rei­chend groß sei­en, kön­ne an ei­ne Sen­kung des Bei­trags ge­dacht wer­den.

Frü­he­re Kri­sen­er­fah­run­gen hät­ten ge­zeigt, dass et­wa die Fi­nan­zie­rung vor Kurz­ar­bei­ter­geld­pro­gram­men und an­de­ren fi­nan­zi­el­len Hil­fen im Kri­sen­fall er­heb­lich die Kauf­kraft der Kon­su­men­ten stütz­te. Al­ler­dings ha­be schon in den Kri­sen­jah­ren 2009 und 2010 die sei­ner­zeit be­reit­ste­hen­de BA-Rück­la­ge von 17 Mil­li­ar­den Eu­ro da­für nicht aus­ge­reicht. Die Sum­me aus Mehr­aus­ga­ben und Min­der­ein­nah­men we­gen ge­rin­ge­rer Bei­trä­ge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ha­be sich da­mals auf 22 Mil­li­ar­den Eu­ro be­lau­fen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. November 2018

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