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Fünf­ter Ar­muts- und Reich­tums­be­richt

In ei­ner Bun­des­tags­de­bat­te kri­ti­sier­te die Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les er­neut die un­glei­che Ein­kom­mens­ver­tei­lung und warnt vor Kin­der­ar­mut.
Einkommensunterschiede, Gehaltsunterschiede, Lohnlücke zwischen Arm und Reich

29.06.2017. (dpa/wie) - Be­reits Mit­te April hat die Bun­des­re­gie­rung den fünf­ten Ar­muts- und Reich­tums­be­richt (ARB) "Le­bens­la­gen in Deutsch­land" be­schlos­sen. Auf Ba­sis von Sta­tis­ti­ken und For­schungs­er­geb­nis­sen un­ter­sucht der Be­richt As­pek­te wie Er­werbs­tä­tig­keit, Ein­kom­mens-, Bil­dungs- und Wohn­si­tua­ti­on und Ge­sund­heit in Deutsch­land.

Ob­wohl der 706 Sei­ten um­fas­sen­de Be­richt ein ins­ge­samt po­si­ti­ves Re­sü­mee zieht, for­der­te die Bun­des­mi­nis­te­rin für Ar­beit und So­zia­les, An­drea Nah­les (SPD) am gest­ri­gen Mitt­woch in ei­ner Bun­des­tags­de­bat­te mehr En­ga­ge­ment für die Zu­sam­men­füh­rung der un­te­ren und mitt­le­ren Ein­kom­mens­schich­ten durch ei­nen "Pakt für an­stän­di­ge Löh­ne".

Trotz der öko­no­mi­schen Sta­bi­li­tät, des kon­ti­nu­ier­li­chen Wirt­schafts­wachs­tums und der bes­ten Ar­beits­markt­si­tua­ti­on seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung warn­te Nah­les da­vor, dass die Ein­kom­mens­schwa­chen den An­schluss ver­lie­ren könn­ten. Die Re­al­löh­ne die­ser Ge­ring­ver­die­ner sei­en im lang­fris­ti­gen Ver­gleich ge­sun­ken und vor al­lem Jün­ge­re Men­schen sei­en be­son­ders von Leih­ar­beit und be­fris­te­ter Be­schäf­ti­gung be­trof­fen.

Aus dem ARB geht laut dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) al­ler­dings her­vor, dass die Re­al­löh­ne ins­ge­samt spür­bar ge­stie­gen sind, ins­be­son­de­re für Ge­ring­qua­li­fi­zier­te. Au­ßer­dem ist die Mit­tel­schicht sta­bil ge­blie­ben und auch der An­teil an Ge­ring­ver­die­nern na­he der Ar­muts­gren­ze hat sich laut BMAS "zu­letzt al­len­falls leicht er­höht". Die Ein­kom­mens­ver­tei­lung sei heu­te je­doch deut­lich un­gleich­mä­ßi­ger und auch im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich sei die Lü­cke zwi­schen Arm und Reich an­hal­tend groß.

Der Be­richt geht auch auf die "ge­fühl­te" Ver­tei­lung von Ar­mut und Reich­tum in Deutsch­land ein. Die Ein­schät­zung der Be­völ­ke­rung un­ter­schei­det sich laut ei­ner Um­fra­ge des BMAS von den tat­säch­li­chen Zah­len. So geht fast die Hälf­te der Be­frag­ten da­von aus, dass der An­teil ar­mer Men­schen stark zu­ge­nom­men hat. Fast ein Drit­tel ist der Mei­nung, dass auch die Zahl rei­cher Men­schen deut­lich ge­stie­gen ist.

Au­ßer­dem ging Nah­les in der Bun­des­tags­de­bat­te auf das Ar­muts­ri­si­ko von Kin­dern ein. Dem­nach wür­de das Ri­si­ko von Kin­dern mit zwei ar­beits­lo­sen El­tern­tei­len bei 60 Pro­zent lie­gen. Ar­bei­te nur ein El­tern­teil, sin­ke das Ri­si­ko be­reits auf 13 Pro­zent.

Die gro­ße Ko­ali­ti­on kri­ti­sier­te den Be­richt für sei­ne Aus­füh­run­gen, dass ein ge­rin­ges Ein­kom­men zu ge­rin­gem po­li­ti­schen In­ter­es­se füh­ren wür­de und dass nicht nur die Ar­men son­dern auch die Su­per­rei­chen be­rück­sich­tigt wer­den müss­ten.


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Letzte Überarbeitung: 13. September 2018

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