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Ge­halts-Sch­lich­tung bei Luft­han­sa er­folg­reich - Noch vie­les of­fen

Seit lan­gem rin­gen die Luft­han­sa und ih­re Pi­lo­ten um ei­nen Ta­rif­ver­trag. Nun ist der ers­te Punkt ge­klärt: Die 5.400 Pi­lo­ten be­kom­men mehr Geld. Doch es droht schon neu­er Är­ger
Pilot im Cockpit eines Flugzeugs, Fliegen Wie hoch ist die Ge­halts­stei­ge­rung?

16.02.2017. (dpa) - Nach 14 Streiks ha­ben Luft­han­sa und ih­re Pi­lo­ten ei­ne ers­te Teil­lö­sung er­reicht.

Das Un­ter­neh­men und die Pi­lo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit nah­men am Mitt­woch die Emp­feh­lung des Sch­lich­ters Gun­ter Pleu­ger zu den künf­ti­gen Pi­lo­ten­ge­häl­tern an.

Zu­gleich er­klär­te der Kon­zern ein­sei­tig, 40 neue Flug­zeu­ge nicht mehr mit Pi­lo­ten zu be­set­zen, die nach dem um­strit­te­nen Kon­zern­ta­rif­ver­trag (KTV) be­zahlt wer­den.

Mit dem Ein­satz kos­ten­güns­ti­ge­rer Pi­lo­ten sol­len die 85 Mil­lio­nen Eu­ro für die Ge­halts­stei­ge­run­gen kom­pen­siert wer­den.

Die VC re­agiert dar­auf zu­nächst nicht und emp­fahl ih­ren Mit­glie­dern, bei der an­ste­hen­den Ur­ab­stim­mung den Kom­pro­miss zum Ge­halt an­zu­neh­men. Es ist aber da­mit zu rech­nen, dass der Luft­han­sa-Vor­stoß die wei­te­ren Ge­sprä­che zu den noch of­fe­nen Ta­rifthe­men wie Be­triebs­ren­ten und Über­gangs­ver­sor­gung be­las­ten wird. Dort sind neue Pi­lo­ten­streiks kei­nes­wegs aus­ge­schlos­sen.

Die rund 5.400 Pi­lo­ten im Kon­zern­ta­rif­ver­trag (KTV) von Luft­han­sa, Luft­han­sa Car­go und Ger­manwings er­hal­ten nach der Ei­ni­gung in vier Stu­fen ins­ge­samt 8,7 Pro­zent mehr Geld. Zu­sätz­lich gibt es ei­ne Ein­mal­zah­lung im Ge­samt­vo­lu­men von rund 30 Mil­lio­nen Eu­ro, was vor­aus­sicht­lich ei­ner Aus­schüt­tung von 5.000 bis 6.000 Eu­ro je Be­schäf­tig­ten ent­spre­che, teil­te das Un­ter­neh­men mit. Die Lauf­zeit der Ver­gü­tungs­ta­rif­ver­trä­ge gilt bis En­de 2019.

Der Kon­zern be­zif­fer­te die Ge­samt­kos­ten auf 85 Mil­lio­nen Eu­ro, die an an­de­rer Stel­le kom­pen­siert wer­den müss­ten. 40 neu zu­ge­hen­de Flug­zeu­ge soll­ten au­ßer­halb des KTV ein­ge­setzt wer­den dür­fen. Es blieb un­klar, ob es sich um zu­sätz­li­che Ma­schi­nen han­delt oder um Er­satz­jets für die be­ste­hen­de Luft­han­sa-Flot­te mit der­zeit 334 Ma­schi­nen (Stand 30.9.2016). Der Kon­zern will da­für mög­li­cher­wei­se ei­ne neue Ge­sell­schaft grün­den und um­geht da­mit den KTV.

For­mal ging es in der Mit­te Ja­nu­ar be­gon­ne­nen Sch­lich­tung aus­schließ­lich um die Ge­häl­ter der 5.400 Pi­lo­ten, die nach dem Kon­zern­ta­rif­ver­trag für die Ge­sell­schaf­ten Luft­han­sa, Luft­han­sa Car­go und Ger­manwings flie­gen. Pleu­gers Sch­lich­ter­spruch muss­te sich folg­lich auf die­ses The­ma be­schrän­ken.

Kurz vor En­de des Sch­lich­tungs­ver­fah­rens hat­te Luft­han­sa die Pi­lo­ten be­reits vor ei­nem zu ho­hen Ab­schluss ge­warnt und mit der Grün­dung ei­ner neu­en Ge­sell­schaft ge­droht. Der um­strit­te­ne Kon­zern­ta­rif­ver­trag sieht vor, dass Flug­zeu­ge der Mar­ke Luft­han­sa na­he­zu aus­schließ­lich von Pi­lo­ten ge­flo­gen wer­den dür­fen, die nach dem KTV be­schäf­tigt wer­den. Luft­han­sa sucht da­her nach We­gen, Flug­zeu­ge mit bil­li­ge­ren Pi­lo­ten be­trei­ben zu kön­nen. Im Kon­zern sind die KTV-Pi­lo­ten be­reits in der Min­der­heit. Bei al­len Töch­tern wie Swiss, Aus­tri­an, Brus­sels und Eu­ro­wings wird we­ni­ger ge­zahlt.

Der Ta­rif­kon­flikt läuft seit be­reits seit 2012 - mit mitt­ler­wei­le 14 Streiks, 500 Mil­lio­nen Eu­ro Kos­ten und un­ge­zähl­ten Ver­hand­lungs­run­den. Der bis­lang letz­te Streik hat­te Rei­se­plä­ne von Luft­han­sa-Kun­den En­de No­vem­ber durch­ein­an­der ge­bracht.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 21. Juni 2019

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