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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/016

Wenn es nur nach dem Geld geht: Die­se Aus­bil­dungs­be­ru­fe loh­nen

Klar, nie­mand sucht ei­ne Aus­bil­dung nur nach dem Ge­halt aus: Doch was wird ei­gent­lich nach der Aus­bil­dung so ver­dient? Wel­che Jobs zah­len sich aus und wel­che eher nicht? Ein paar Fak­ten rund um das The­ma Ge­halt
duale Ausbildung, Meister bildet Azubis aus Wer sind die Spit­zen­ver­die­ner?

16.01.2017. (dpa) - Die Schul­zeit ist vor­bei, und die Su­che ei­nes Aus­bil­dungs­plat­zes steht an: Für vie­le ist nun in­ter­es­sant zu wis­sen, was in wel­cher Bran­che ver­dient wird.

Und von wel­chen Fak­to­ren hängt es ei­gent­lich ab, was es in wel­chem Job gibt.

Ein paar Fak­ten rund um das The­ma Ge­halt:

- Ver­ant­wor­tung im Be­ruf: Nach der Aus­bil­dung tra­gen ei­ni­ge Be­rufs­tä­ti­ge sehr viel Ver­ant­wor­tung. Das gilt zum Bei­spiel für Al­ten­pfle­ger oder Flug­lot­sen. Ein nach­läs­si­ger Hand­griff kann in die­sen Be­ru­fen fa­ta­le Fol­gen ha­ben. Das kann sich aus­zah­len, muss es aber nicht. Wäh­rend ein Flug­lot­se durch­schnitt­lich 67.558 Eu­ro im Jahr ver­dient, be­kommt ein Al­ten­pfle­ger in Schnitt nur 24.657 Eu­ro brut­to. Das hat die Ge­halts­da­ten­bank Com­pen­sa­ti­on Part­ner er­mit­telt. Wich­tig: Je nach Re­gi­on kann der Ver­dienst im Ein­zel­fall stark von die­sen Durch­schnitts­wer­ten ab­wei­chen.

- Macht der Ge­werk­schaf­ten: Wie gut ein Be­ruf ent­lohnt wird, hängt laut Karl Bren­ke vom Deut­schen In­sti­tut für Wirt­schafts­for­schung stark von der ge­werk­schaft­li­chen Macht der Ar­beit­neh­mer ab. "Wenn Flug­lot­sen knapp sind, stei­gen die Löh­ne re­la­tiv stark und über Streiks kön­nen sie hö­he­re Ge­häl­ter for­dern. Al­ten­pfle­ger hin­ge­gen sind we­ni­ger ge­werk­schaft­lich or­ga­ni­siert. Da wird Fach­kräf­te­man­gel be­klagt, aber es fehlt die Macht, bes­se­re Löh­ne durch­zu­set­zen", er­klärt der Wis­sen­schaft­ler.

- Image und Tra­di­ti­on: Au­ßer­dem zäh­len Tra­di­ti­on und Image des Be­rufs, sagt Bren­ke. Man­che Be­ru­fe sei­en tra­di­tio­nell schlecht be­zahlt. Das gel­te zum Bei­spiel für Fri­sö­re, die mit 19.549 Eu­ro Brut­to-Ge­halt laut der Ge­halts­da­ten­bank Com­pen­sa­ti­on Part­ner mit am we­nigs­ten Geld ver­die­nen. "Vie­le Dienst­leis­tungs­be­ru­fe wer­den tra­di­tio­nell eher als Frau­en­be­ru­fe an­ge­se­hen, dar­um sind sie oft schlech­ter be­zahlt", er­klärt Bren­ke. Das Ge­gen­teil sei der Fall bei na­tur­wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Be­ru­fen.

- Ar­beits­markt­si­tua­ti­on: Löh­ne sind auch Aus­druck der re­gio­na­len Markt­si­tua­ti­on. So wird bei­spiels­wei­se im Wes­ten ten­den­zi­ell im­mer noch mehr ver­dient als im Os­ten, und im Sü­den ha­ben Be­rufs­tä­ti­ge im glei­chen Job oft mehr in der Lohn­tü­te als im Nor­den. Die re­gio­na­le Markt­si­tua­ti­on hat ei­nen um­so stär­ke­ren Ein­fluss, um­so we­ni­ger Ar­beit­neh­mer in Be­rufs­ver­bän­den und Ge­werk­schaf­ten or­ga­ni­siert sind, sagt Bren­ke.

- Nach ei­ner dua­len Aus­bil­dung kann man in Ein­zel­fäl­len durch­aus mehr ver­die­nen als nach ei­nem dua­len Stu­di­um. Ein Bei­spiel: His­to­ri­ker kom­men laut ei­ner Stu­die im Auf­trag der On­line-Job­bör­se Steps­to­ne im Schnitt auf 31.167 Eu­ro Jah­res­ge­halt. Ein Lo­gis­ti­ker kommt im Schnitt hin­ge­gen auf knapp 9.000 Eu­ro mehr im Jahr, zeigt ei­ne Sta­tis­tik von Com­pen­sa­ti­on Part­ner.

- Die Spit­zen­ver­die­ner un­ter den ehe­ma­li­gen Aus­zu­bil­den­den sind Flug­lot­sen und Pi­lo­ten mit mehr als 60.000 Eu­ro im Jahr, zeigt die Sta­tis­tik der Ge­halts­da­ten­bank. Be­ru­fe im Be­reich Kun­den­ser­vice und Lo­gis­tik wer­den mit mehr als 39.000 Eu­ro ent­lohnt.

- Fri­sö­re, Kos­me­ti­ker, Kell­ner und Zahn­arzt­hel­fer be­kom­men hin­ge­gen die nied­rigs­ten Ge­häl­ter mit we­ni­ger als 21.000 Eu­ro jähr­lich. Auch Pfle­ge-Per­so­nal wird schlech­ter ent­lohnt: An­ge­stell­te ver­die­nen im Durch­schnitt 24.657 Eu­ro brut­to pro Jahr.

- Ar­beit­ge­ber in der Al­ten­pfle­ge sind häu­fig pri­va­te Kon­zer­ne oh­ne Ta­rif­bin­dung oder mit ei­ge­nen Kon­zern­ta­ri­fen, er­klärt Jo­han­na Knüp­pel vom Deut­schen Be­rufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe. Ge­spart wer­de da beim Per­so­nal: "Die St­un­den­löh­ne für Fach­pfle­ge­kräf­te in die­sen Be­rei­chen lie­gen nur knapp über dem gel­ten­den Min­dest­lohn", sagt die Spre­che­rin des Be­rufs­ver­bands. "Für be­ruf­lich Pfle­gen­de mit Al­ten­pfle­ge­aus­bil­dung sind zu­dem die Wech­sel­mög­lich­kei­ten und die Auf­stiegs­chan­cen re­la­tiv ge­ring."

- Nicht nur das Ge­halt spielt bei der Aus­bil­dungs­wahl al­ler­dings ei­ne Rol­le, er­klärt Karl Bren­ke. "Vie­le ent­schei­den sich für ei­nen Be­ruf, den sie aus dem All­tags­le­ben oder der Ver­wandt­schaft ken­nen", sagt der Wirt­schafts­ex­per­te. Die Per­spek­ti­ve nach dem Ab­schluss sei Aus­zu­bil­den­den eben­falls wich­tig, da­ne­ben spie­len der Ar­beits­ort und der Ein­fluss der El­tern ei­ne Rol­le. Und na­tür­lich am wich­tigs­ten: Wo lie­gen die ei­ge­nen Ta­len­te?

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 4. September 2018

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