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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/006

Mehr Geld im Porte­mon­naie: Ein­kom­men stei­gen um 1,9 Pro­zent

Kräf­ti­ge Lohn­zu­wäch­se bei nied­ri­ger In­fla­ti­on - das bringt den Be­schäf­tig­ten hö­he­re Ein­kom­men und der Volks­wirt­schaft Kauf­kraft: Ta­rif­ex­per­ten des WSI ha­ben die Ta­rif­löh­ne un­ter die Lu­pe ge­nom­men
Mindestlohn, Arbeitnehmer arbeiten auf Euro-Münzen Wel­cher Be­reich schnei­det am bes­ten ab?

06.01.2017. (dpa) - Die an­hal­tend nied­ri­ge In­fla­ti­ons­ra­te lässt den Ta­rif­be­schäf­tig­ten in Deutsch­land deut­lich mehr Geld im Porte­mon­naie.

Im ver­gan­ge­nen Jahr leg­ten die Ta­rif­löh­ne und -ge­häl­ter preis­be­rei­nigt um 1,9 Pro­zent zu, teil­te das WSI-Ta­rif­ar­chiv der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung am Don­ners­tag mit.

Den Ge­werk­schaf­ten sei es ge­lun­gen, deut­li­che Zu­wäch­se durch­zu­set­zen, die ober­halb der lau­fen­den Preis­stei­ge­rungs­ra­te la­gen, sag­te WSI-Ta­rif­ex­per­te Rein­hard Bispinck der Mit­tei­lung zu­fol­ge.

So hät­ten die Be­schäf­tig­ten auch am Pro­duk­ti­vi­täts­fort­schritt teil­ge­nom­men.

Am bes­ten schnit­ten nach der Aus­wer­tung des Ta­rif­ar­chivs die Be­schäf­tig­ten im Be­reich Gar­ten­bau, Land- und Forst­wirt­schaft ab - hier be­trug die Ta­rif­stei­ge­rung no­mi­nal 3,5 Pro­zent. Es folg­ten der Han­del mit 2,9 Pro­zent so­wie das Bau­ge­wer­be und die pri­va­ten Dienst­leis­tun­gen mit je­weils 2,7 Pro­zent. 2016 wa­ren die Ver­brau­cher­prei­se um 0,5 Pro­zent ge­stie­gen, da­ge­gen la­gen die ta­rif­li­chen Ein­kom­mens­zu­wäch­se bei no­mi­nal 2,5 Pro­zent.

Über al­le Bran­chen hin­weg schlos­sen die DGB-Ge­werk­schaf­ten im ver­gan­ge­nen Lohn- und Ge­halts­ta­ri­fe für rund 10,8 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te ab. Da­bei liegt die Lauf­zeit der Ver­trä­ge bei durch­schnitt­lich 22,8 Mo­na­ten. Für wei­te­re 8,4 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te sei­en 2016 Er­hö­hun­gen in Kraft ge­tre­ten, die be­reits ein Jahr zu­vor oder frü­her ver­ein­bart wor­den wa­ren.

Ein­ge­läu­tet ist be­reits die Ta­rif­run­de 2017: Ver­han­delt wird in der west­deut­schen Texil- und Be­klei­dungs­in­dus­trie und in Kür­ze auch im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der. En­de Fe­bru­ar lau­fen die Ver­trä­ge in der Ei­sen- und Stahl­in­dus­trie aus, es fol­gen das Ver­si­che­rungs­ge­wer­be, der Ein­zel­han­del so­wie Groß- und Au­ßen­han­del.

Für 2017 rech­net Bispinck mit ei­ner Fort­set­zung des mo­de­ra­ten Kon­junk­tur­auf­schwungs. Ei­ne kräf­ti­ge Lohn­ent­wick­lung sei da­bei wei­ter­hin ei­ne Stüt­ze der Bin­nen­kon­junk­tur. "Das hat po­si­ti­ve Ef­fek­te für die kon­junk­tu­rel­le Ent­wick­lung nicht nur in Deutsch­land, son­dern über ei­ne ver­stärk­te Im­port­nach­fra­ge auch in den eu­ro­päi­schen Nach­bar­län­dern."

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Letzte Überarbeitung: 30. August 2018

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