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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/042

Ge­ne­ral Electric streicht in Mann­heim und Bex­bach Hun­der­te Stel­len

Län­ger als ein Jahr strei­ten der US-Kon­zern Ge­ne­ral Electric und der Be­triebs­rat um den Er­halt von Ar­beits­plät­zen in Mann­heim und Bex­bach: Nun ist ei­ne Ei­ni­gung er­zielt. Es gibt ei­nen So­zi­al­plan - aber Hun­der­te Stel­len wer­den ge­stri­chen und ein Werk macht kom­plett dicht
Maschinenbauer arbeiten an Gasturbine Sind die Be­tei­lig­ten mit dem Er­geb­nis zu­frie­den?

08.02.2017. (dpa) - Trotz in­ten­si­ver Ver­hand­lun­gen von Be­triebs­rat und Ge­werk­schaft streicht der US-Misch­kon­zern Ge­ne­ral Electric (GE) in Mann­heim noch et­wa 600 und in Bex­bach (Saar­land) rund 160 Stel­len.

Das teil­te die Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de Eli­sa­beth Möl­ler am Diens­tag in Mann­heim mit.

In den Ge­sprä­chen mit GE sei es nicht ge­lun­gen, die "fal­sche Um­struk­tu­rie­rung" zu stop­pen, sag­te sie.

Das Werk in Bex­bach wer­de dem­nach ge­schlos­sen, in Mann­heim ver­blie­ben noch 700 Stel­len.

Ins­ge­samt hat GE da­mit in Mann­heim nach ei­ge­nen An­ga­ben fast 1.100 Jobs ab­ge­baut. Hun­der­te Stel­len wa­ren in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten schon per Al­ters­teil­zeit und Frei­wil­li­gen­pro­gramm ver­lo­ren ge­gan­gen.

Mit dem Un­ter­neh­men sei­en ein In­ter­es­sen­aus­gleich und ein So­zi­al­plan aus­ge­han­delt wor­den, sag­te Möl­ler. "Die fi­nan­zi­el­le Re­ge­lung ist gut bis sehr gut, aber sie er­setzt nicht den Ar­beits­platz." Als Ge­samt­um­fang für die Ei­ni­gung nann­te sie ei­ne hal­be Mil­li­ar­de Eu­ro.

GE wies dies zu­rück. "Ich kann die­se Sum­me nicht be­stä­ti­gen", sag­te Kon­zern­spre­cher Bernd Ei­tel der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Das Un­ter­neh­men sei mit dem Er­geb­nis sehr zu­frie­den. Die Ei­ni­gung ge­be nun al­len Be­tei­lig­ten ei­ne ge­wis­se Si­cher­heit. Der Kon­zern stimm­te un­ter an­de­rem Auf­fang­ge­sell­schaf­ten so­wie Ab­fin­dun­gen zu.

GE hat­te das Werk in Mann­heim im No­vem­ber 2015 vom fran­zö­si­schen Kon­kur­ren­ten Al­st­om über­nom­men und An­fang 2016 an­ge­kün­digt, in Deutsch­land rund 1.700 Ar­beits­plät­ze zu strei­chen - da­von et­wa 1.060 in Mann­heim. Die Fa­brik am Stand­ort, in der Tur­bi­nen für kon­ven­tio­nel­le Kraft­wer­ke ge­baut wer­den, soll­te kom­plett ge­schlos­sen wer­den.

Ver­tre­ter al­ler Sei­ten hat­ten mehr als ein Jahr ver­han­delt. Zu­letzt hat­te ei­ne Ei­ni­gungs­stel­le aus vier Ar­beit­neh­mer- und vier Ar­beit­ge­ber­ver­tre­tern un­ter Vor­sitz von Ex-Ar­beits­rich­ter Lo­thar Jor­dan um ei­nen Kom­pro­miss ge­run­gen. "Wir ha­ben ei­ne gu­te Auf­fang­re­ge­lung, zum Bei­spiel blei­ben Mit­ar­bei­ter bis zu 18 Mo­na­te in Trans­fer­ge­sell­schaf­ten, zu­dem wur­de ei­ne weit über­durch­schnitt­li­che Ab­fin­dung für den Ver­lust der Ar­beits­stel­le ver­ein­bart", sag­te er.

"Es gibt von der US-Mut­ter­ge­sell­schaft ei­ne er­gän­zen­de Fi­nan­zie­rungs­zu­sa­ge, die so si­cher nicht von Be­ginn an ge­plant war. Die Grö­ßen­ord­nung ist jetzt um ein Viel­fa­ches hö­her, als wenn es über ei­ne strit­ti­ge Ent­schei­dung der Ei­ni­gungs­stel­le ge­lau­fen wä­re", be­ton­te Jor­dan. "Dass aber vie­le Ar­beits­plät­ze in Mann­heim und Bex­bach ver­lo­ren ge­hen, ist si­cher die schwar­ze Sei­te der Ei­ni­gung."

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Letzte Überarbeitung: 14. Dezember 2017

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