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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/032

Gol­ze: Lang­zeit­ar­beits­lo­se nicht zu­rück­las­sen

Die Ar­beits­welt er­lebt ei­nen ra­san­ten Wan­del: Die Be­schäf­tig­ten müs­sen sich neu­en Be­din­gun­gen stel­len. Ist da noch Platz für Lang­zeit­ar­beits­lo­se? Die Ar­beits­mi­nis­ter der Län­der su­chen da­nach
Mann in Geldbörse Wie kann die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen re­du­ziert wer­den?

30.01.2017. (dpa) - Die neue Vor­sit­zen­de der Ar­beits­mi­nis­ter-Kon­fe­renz der Län­der, Dia­na Gol­ze (Lin­ke), be­zwei­felt die Eig­nung der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, lang­fris­tig die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen in Deutsch­land zu re­du­zie­ren.

"Zum ei­nen wur­den die Bun­des­mit­tel in die­sem Be­reich in der Ver­gan­gen­heit kon­ti­nu­ier­lich ge­kürzt, zum an­de­ren liegt die Kom­pe­tenz für die­se Auf­ga­be vor al­lem in den Län­dern", sag­te die Res­sort­che­fin in Bran­den­burg.

Zum Jah­res­an­fang hat­te sie den Vor­sitz der Ar­beits- und So­zi­al­mi­nis­ter­kon­fe­renz der Län­der über­nom­men.

Die Mi­nis­ter wol­len in den kom­men­den Mo­na­ten, al­so vor der Bun­des­tags­wahl im Herbst, un­ter an­de­rem über die­ses The­ma be­ra­ten.

Plä­ne des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums, die Bun­des­agen­tur zur Schnitt­stel­le für Wei­ter­bil­dung zu ma­chen, wür­den mit Sor­ge ge­se­hen, sag­te Gol­ze. Lang­zeit­ar­beits­lo­se hät­ten es dann noch schwe­rer, An­schluss zu fin­den. "Doch auch sie müs­sen mit­ge­nom­men wer­den", sag­te sie. An­ge­sichts des Fach­kräf­te­man­gels wä­ren die rund 43.000 Lang­zeit­ar­beits­lo­sen in Bran­den­burg bei­spiels­wei­se ein gu­tes Re­ser­voir. "Mit ih­ren Qua­li­fi­ka­tio­nen schaf­fen sie aber nicht den Sprung auf den Ar­beits­markt", be­ton­te die Mi­nis­te­rin.

"Wei­ter­bil­dung muss re­gio­nal um­ge­setzt wer­den", sag­te Gol­ze. Die Bun­des­agen­tur sei zen­tral or­ga­ni­siert, die Pro­gram­me in den Län­dern gin­gen mehr auf die Be­din­gun­gen vor Ort ein und ver­sprä­chen da­mit mehr Er­folg.

In Bran­den­burg ist nach ih­ren An­ga­ben die neue Richt­li­nie zur För­de­rung von So­zi­al­be­trie­ben in Kraft ge­tre­ten. Lang­zeit­ar­beits­lo­sen soll da­mit Zu­gang zum Ar­beits­markt ver­schafft wer­den. "Ein Drit­tel braucht nur den An­stoß, an­de­re et­was län­ger", sag­te sie. Die Men­schen hät­ten dann ei­nen so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Job und zahl­ten in die Ren­ten­kas­se ein.

Es ge­be aber Bran­den­bur­ger, die es nicht schaff­ten. "Es darf nie­mand ein­fach zu­rück­ge­las­sen wer­den", sag­te sie. Ein Aus­weg sei­en öf­fent­lich ge­för­der­te Ar­beits­plät­ze. Das be­deu­te aber, dass der Bund Mit­tel aus dem Ar­beits­lo­sen­geld II da­für be­reit­stel­len müs­se. "Bis­lang wer­den uns da­für aber St­ei­ne in den Weg ge­wor­fen", sag­te die Mi­nis­te­rin. Oh­ne Bun­des­hil­fe kä­men die Län­der aber nicht al­lein zu­recht. "Wir dür­fen aber nicht Ar­mut und Ar­beits­lo­sig­keit fi­nan­zie­ren, son­dern Be­schäf­ti­gung." Geld müs­se der Bund so­wie­so aus­ge­ben. "Was ist wich­ti­ger: Hartz-IV zu ali­men­tie­ren oder Men­schen wie­der in Ar­beit zu brin­gen?"

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Letzte Überarbeitung: 4. September 2018

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