HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/126

Groß­raz­zia bei Por­sche

Die Staats­an­walt­schaft hat Bü­ros von Por­sche durch­sucht. Er­mit­telt wird we­gen dem dem Ver­dacht auf Be­ste­chung und Un­treue.
Autoschlüssel

28.05.2019. (dpa/fle) - Es geht um den Ver­dacht auf Be­ste­chung und Un­treue.

Mit 176 Ein­satz­kräf­ten ha­ben Staats­an­walt­schaft, Steu­er­fahn­dung und Lan­des­kri­mi­nal­amt am Diens­tag ver­schie­de­ne Stand­or­te der VW-Toch­ter Por­sche und Fi­nanz­be­hör­den durch­sucht.

Laut Staats­an­walt­schaft soll nach den bis­he­ri­gen Er­mitt­lun­gen ein Be­am­ter des Kon­zern­prü­fungs­am­tes Stutt­gart bei lau­fen­der Be­triebs­prü­fung ge­hei­me In­for­ma­tio­nen an ei­nen Steu­er­be­ra­ter der Por­sche AG ver­ra­ten und im Ge­gen­zug Vor­tei­le an­ge­nom­men ha­ben.

Dar­über hin­aus be­ste­he der Ver­dacht, dass ei­nem ehe­ma­li­gen Be­triebs­rats­mit­glied un­ver­hält­nis­mä­ßig ho­he Ver­gü­tun­gen ge­zahlt wor­den sei­en, hieß es wei­ter. Fünf Por­sche-Mit­ar­bei­ter, teil­wei­se Füh­rungs­kräf­te, und der auch im an­de­ren Fall ver­däch­tig­te Steu­er­be­ra­ter könn­ten sich da­mit un­ter an­de­rem we­gen Un­treue straf­bar ge­macht ha­ben. Der Be­triebs­rat selbst ge­hört nicht zu den Be­schul­dig­ten.

Un­klar ist, ob die Er­mitt­lun­gen we­gen des Be­triebs­rats­ge­halts im Zu­ge der Un­ter­su­chun­gen bei der Be­triebs­prü­fung auf­ge­kom­men wa­ren. Es ge­he da­bei um zwei un­ab­hän­gi­ge Sach­ver­hal­te, sag­te ein Spre­cher der Staats­an­walt­schaft Stutt­gart le­dig­lich.

Durch­sucht wur­den ne­ben Bü­ro­räu­men des Sport­wa­gen­bau­ers in Stutt­gart und Weissach auch die Fi­nanz­be­hör­den, die Kanz­lei des Steu­er­be­ra­ters so­wie Pri­vat­woh­nun­gen in den Land­krei­sen Karls­ru­he und Pforz­heim so­wie im Ost­alb­kreis. Da­bei sei­en Un­ter­la­gen und Da­ten­trä­ger si­cher­ge­stellt wor­den. Um wel­chen Be­triebs­rat es ging, woll­te der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft nicht sa­gen. Auch ein Por­sche-Spre­cher be­stä­tig­te le­dig­lich die Er­mitt­lun­gen und sag­te, der Au­to­bau­er ko­ope­rie­re voll­um­fäng­lich mit den Be­hör­den.

Der Fall birgt Par­al­le­len zu Volks­wa­gen. Dort hat­te die Staats­an­walt­schaft eben­falls we­gen des Ver­dachts der Un­treue er­mit­telt, ob Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern zu ho­he Ge­häl­ter ge­neh­migt wor­den wa­ren. Auch dort zähl­ten Be­triebs­rä­te nicht zu den Be­schul­dig­ten. Volks­wa­gen hat­te dar­auf­hin die Ge­häl­ter füh­ren­der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter zeit­wei­se ge­de­ckelt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 29. Mai 2019

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