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Hel­fer mit "Ge­schmäck­le": Ge­werk­schaf­ten se­hen Hob­by­s­he­riffs kri­tisch

Sie sol­len in Uni­form für Recht und Ord­nung sor­gen - sind aber kei­ne Be­am­ten: Po­li­zei­hel­fer. Für Po­li­zei­ge­werk­schaf­ten sind die eh­ren­amt­li­chen Hel­fer eher un­taug­li­cher Er­satz, als sinn­vol­le Hil­fe im All­tag
Polizist mit Handschellen Wel­che Be­fug­nis­se ha­ben die Hilfs­po­li­zis­ten?

03.08.2015. (dpa) - Den Ein­satz eh­ren­amt­li­cher Bür­ger als Hilfs­po­li­zis­ten be­ob­ach­ten die Po­li­zei­ge­werk­schaf­ten mit Sor­ge.

Die Strei­chung von Po­li­zei­stel­len dür­fe nicht durch frei­wil­li­ge Po­li­zei­hel­fer kom­pen­siert wer­den, sag­te der Spre­cher der Ge­werk­schaft der Po­li­zei, Rü­di­ger Holecek, der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Mit Hob­by-Po­li­zis­ten ka­schier­ten die Län­der ein aku­tes Per­so­nal­pro­blem, lös­ten es aber nicht.

Rai­ner Wendt, Vor­sit­zen­der der Deut­schen Po­li­zei­ge­werk­schaft, be­zeich­ne­te Po­li­zei­hel­fer als "Bil­lig­lö­sun­gen", die dem Bür­ger mehr Po­li­zei­prä­senz vor­täu­schen sol­len.

"Wir ha­ben nichts ge­gen ein En­ga­ge­ment der Bür­ger wenn es um öf­fent­li­che Ord­nung geht", sag­te Wendt. Wenn es aber Po­li­zei­dienst ge­nannt wer­de, ha­be es ein "Ge­schmäck­le". "Wo Po­li­zei drauf steht, soll­te auch Po­li­zei drin sein", for­der­te Wendt.

Deutsch­land­weit gibt es rund 2700 frei­wil­li­ge Po­li­zei­hel­fer. In ih­rer Frei­zeit ge­hen die Män­ner und Frau­en in Bay­ern, Ba­den-Würt­tem­berg, Sach­sen und Hes­sen auf Strei­fe und sol­len dort für Recht und Ord­nung sor­gen. Für ih­re Ar­beit er­hal­ten die Eh­ren­amt­li­chen in der Re­gel ei­ne klei­ne Auf­wands­ent­schä­di­gung. Weil die Or­ga­ni­sa­ti­on der Po­li­zei Auf­ga­be der Län­der ist, ha­ben die Hilfs­she­riffs un­ter­schied­li­che Be­fug­nis­se.

So ge­nie­ßen Po­li­zei­hel­fer in Ba­den-Würt­tem­berg die Stel­lung von Po­li­zei­be­am­ten und dür­fen et­wa Pis­to­len und Hand­schel­len bei sich tra­gen. In Bay­ern, Hes­sen und Sach­sen da­ge­gen sol­len die Frei­wil­li­gen et­wa in Parks oder auf Ver­an­stal­tun­gen Prä­senz zei­gen. Sie kön­nen Bür­ger be­fra­gen, ih­re Per­so­na­li­en fest­stel­len und Platz­ver­wei­se aus­spre­chen. Sie sind zur Ei­gen­si­che­rung vie­ler­orts mit Pfef­fer­spray aus­ge­rüs­tet.

Aus Sicht der Ge­werk­schaf­ten sind Po­li­zei­hel­fer we­gen ih­rer Be­fug­nis­se in Bay­ern, Sach­sen und Hes­sen für die Be­am­ten eher ei­ne Last als ei­ne Hil­fe. Po­li­zis­ten müss­ten auf ih­re frei­wil­li­gen Kol­le­gen oft auf­pas­sen, denn ge­walt­sa­me Über­grif­fe auf Uni­for­mier­te sei­en in den letz­ten Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich ge­stie­gen, sag­te Holecek. Wendt kri­ti­sier­te "über­mo­ti­vier­te" Hel­fer, die bei Klei­nig­kei­ten so­fort die Po­li­zei rie­fen, wo es gar nicht nö­tig sei.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 5. Dezember 2017

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