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Hö­he­rer Min­dest­lohn für Fri­seu­re

Das Deut­sche Fri­seur­hand­werk will zu­sam­men mit der Ge­werk­schaft Ver­di an ei­nem ei­ge­nen Min­dest­lohn für die Bran­che ar­bei­ten und vom Bil­lig­lohn-Image weg­kom­men.
Friseur schneidet Haare, Friseurgewerbe

23.05.2017. (dpa/wie) - Der Prä­si­dent des Zen­tral­ver­bands des Deut­schen Fri­seur­hand­werks, Ha­rald Es­ser, spricht von ei­ner gu­ten Kon­junk­tur für Fri­seur­be­trie­be.

Die rund 81.000 Fri­seur­sa­lons in Deutsch­land ver­zeich­ne­ten ei­nen Um­satz­zu­wachs von 3,5 Pro­zent (ins­ge­samt 6,6 Mil­li­ar­den Eu­ro) im Ver­gleich zum Vor­jahr. "Die Aus­ga­ben für Schön­heit wer­den ein­fach hö­her", er­klär­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Jörg Mül­ler.

Al­ler­dings wür­den die hö­he­ren Kos­ten für Ver­brauch und Löh­ne zu ei­ner ste­ti­gen Preis­stei­ge­rung füh­ren, da man sich vom Bil­lig­lohn-Image ent­fer­nen wol­le. "Da­für muss man dann auch dem­ent­spre­chend Geld be­zah­len", sag­te Es­ser zum Ab­schluss der Mit­glie­der­ver­samm­lung in Mainz.

Die Fri­seur­be­trie­be set­zen sich aus ei­ner zu­neh­men­den Zahl von Ein-Per­so­nen-Un­ter­neh­men, Sys­tem­fri­seu­ren, tren­di­gen "Bar­ber-Shops" und tra­di­tio­nel­len Fa­mi­li­en-Sa­lons zu­sam­men. Trotz der po­si­ti­ven wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung, sank die Be­schäf­tig­ten­zahl im letz­ten Jahr um durch­schnitt­lich 1,5 Pro­zent.

Be­reits im Jahr 2013 wur­de der "Ta­rif­ver­trag zur Re­ge­lung der Min­des­tent­gel­te im Fri­seur­hand­werk" für All­ge­mein­ver­bind­lich er­klärt. Die dar­in vor­ge­se­he­ne Min­dest­ver­gü­tung deck­te sich dann ab Au­gust 2015 mit dem ge­setz­li­chen Min­dest­lohn.

Nun plant der Ver­band mit der Ge­werk­schaft Ver­di ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag zu er­ar­bei­ten und sich da­bei auf ei­nen bran­chen­ei­ge­nen Min­dest­lohn zu ei­ni­gen, der über dem ge­setz­li­chen Min­dest­lohn i.H.v. mo­men­tan 8,84 Eu­ro lie­gen soll. "Nach Mei­nung un­se­rer Mit­glieds­ver­bän­de hat die­se Zahl ei­ne 9 am An­fang", so Mül­ler. Da­bei sol­len die Mit­glieds­ver­bän­de re­gio­na­le Ta­ri­fe mit der Ge­werk­schaft aus­han­deln.

Ver­di hält ins­be­son­de­re die Ver­gü­tung der Fri­seur-Azu­bis für zu nied­rig. Die Zahl der Aus­zu­bil­den­den in der Bran­che war 2016 rück­läu­fig.

Der zu­stän­di­ge Ver­di-Fach­grup­pen­lei­ter Gerd Den­zel äu­ßers­te sich zwar grund­sätz­lich ge­sprächs­be­reit aber auch kri­tisch ge­gen­über den Plä­nen des Ver­ban­des. "Die Hö­he ist für uns nicht ak­zep­ta­bel", sag­te Den­zel und sprach sich auch ge­gen re­gio­na­le Min­dest­löh­ne aus. "Na­tür­lich wol­len wir ei­nen all­ge­mein­ver­bind­li­chen Min­dest­lohn ha­ben und nicht ei­nen Fli­cken­tep­pich", er­klär­te er.


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Letzte Überarbeitung: 24. April 2018

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