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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/151

Kein Ur­laubs­geld für die Mehr­heit der Ar­beit­neh­mer

Laut ei­ner Aus­wer­tung von Ta­rif­ver­trä­gen und ei­ner On­line-Um­fra­ge er­hal­ten we­ni­ger als die Häf­te der Be­schäf­tig­ten in Deutsch­land Ur­laubs­geld.
Urlaubsgeld, Liegestuhl mit Geldschein

07.06.2017. (dpa/wie) - Ar­beit­neh­mer ha­ben kei­nen ge­setz­li­chen An­spruch auf Ur­laubs­geld. Ein An­spruch kann sich je­doch aus dem Ar­beits- oder Ta­rif­ver­trag oder ei­ner be­trieb­li­chen Übung er­ge­ben. Grund­sätz­lich han­delt es sich beim Ur­laubs­geld je­doch um ei­nen frei­wil­li­gen Zu­schuss des Ar­beit­ge­bers.

Wie vie­le Be­schäf­tig­te in Deutsch­land von ei­ner sol­chen Groß­zü­gig­keit des Ar­beit­ge­bers pro­fi­tie­ren, hat das Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaft­li­che In­sti­tut (WSI) der Hans-Böck­ler-Stif­tung un­ter­sucht. Da­bei hat es Ta­rif­ver­trä­ge des Jah­res 2016 aus 22 Bran­chen und ei­ne nicht re­prä­sen­ta­ti­ve On­line-Um­fra­ge un­ter gut 6.600 An­ge­stell­ten aus­ge­wer­tet.

Die­se Stu­die hat er­ge­ben, dass knapp 43 Pro­zent die­se Son­der­leis­tung er­hal­ten. Mehr als die Hälf­te geht dem­ent­spre­chend leer aus.

Be­son­ders schlecht schnei­det in die­ser Ka­te­go­rie der Dienst­leis­tungs­sek­tor ab. Der Aus­wer­tung zu­fol­ge er­hiel­ten im Ge­sund­heits- und So­zi­al­we­sen nur rund 25 Pro­zent der Ar­beit­neh­mer Ur­laubs­geld, in der öf­fent­li­chen Ver­wal­tung gab es für ein Drit­tel das Ex­tra-Geld und im Gast­ge­wer­be für rund 36 Pro­zent.

Ar­beit­neh­mer in der In­dus­trie er­hiel­ten da­ge­gen häu­fi­ger ei­nen Ur­laubs­zu­schuss. Rund zwei Drit­tel der Be­schäf­tig­ten konn­ten ih­re Ur­laubs­kas­sen fül­len.

Die Hö­he des ge­währ­ten Ur­laubs­gel­des va­ri­ier­te laut der WSI-Aus­wer­tung in Ab­hän­gig­keit von Bran­che und Re­gi­on. Et­wa 2.000 Eu­ro kas­sier­te man in der Pa­pier-, der Me­tall- und der Druck­in­dus­trie, in der Holz- und Kunst­stoff ver­ar­bei­ten­den In­dus­trie gab es so­gar 2.300 Eu­ro. Da­ge­gen fie­len die Zu­schüs­se im St­ein­koh­le­berg­bau mit 150 Eu­ro und für Kell­ner und Ho­tel­be­schäf­tig­te mit 200 Eu­ro eher spar­sam aus.

Ins­ge­samt konn­ten An­ge­stell­te im Wes­ten der Bun­des­re­pu­blik hö­he­re Ur­laubs­zu­schüs­se ver­zeich­nen als je­ne, in den neu­en Bun­des­län­dern. Auch der An­teil der Ar­beit­neh­mer, die in den Ge­nuss die­ses Ex­tra-Gel­des ka­men, war ent­spre­chend un­ter­schied­lich (West: 49 Pro­zent, Ost: 33 Pro­zent).

Die On­line-Um­fra­ge er­gab au­ßer­dem, dass mehr Män­ner (51 Pro­zent) als Frau­en (39 Pro­zent) Ur­laubs­geld be­zo­gen und dass die Chan­ce auf be­sag­te Zah­lung in grö­ße­ren Un­ter­neh­men hö­her war, als in klei­ne­ren Be­trie­ben.


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Letzte Überarbeitung: 22. November 2017

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